Auch das Münsterland spielt im alten Immenhof-Streifen eine Rolle
Filmreifer Ritt durch die Heide

Metelen -

Aktuell läuft eine Neuverfilmung in den Kinos und vielen reitsportbegeisterten Frauen sind auch die Originale aus den

Samstag, 23.02.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 23.02.2019, 06:02 Uhr
Das markante Seehof-Gebäude taucht auch im Immenhof-Bonus-Material auf (Foto unten). Britta Reuter und Thomas Hues erinnern sich gerne an die Drehtage. Zu ihrer damaligen Helferin Anne, die dieses Event initiiert hatte, pflegen sie bis heute Kontakt. Natürlich hat Britta Reuter sämtliche Immenhof-Filme im Archiv – und zeigt sie auch stets gerne den Ferienkindern.
Das markante Seehof-Gebäude taucht auch im Immenhof-Bonus-Material auf (Foto unten). Britta Reuter und Thomas Hues erinnern sich gerne an die Drehtage. Zu ihrer damaligen Helferin Anne, die dieses Event initiiert hatte, pflegen sie bis heute Kontakt. Natürlich hat Britta Reuter sämtliche Immenhof-Filme im Archiv – und zeigt sie auch stets gerne den Ferienkindern. Foto: Susanne Menzel

Das Leben ist (k)ein Ponyhof – Wenn dieser allerdings den Namen „Immenhof“ trägt, dann ist der Mädchenkosmos garantiert von Pferdegetrappel beseelt. Gerade in diesen Wochen lässt ein Remake der erfolgreichen 50er-Jahre-Triologie die Herzen der Pferdefreundinnen wieder höher schlagen. Dick und Dalli, ihre Schwester Angela sowie Oma Henriette Jantzen hatten seinerzeit nicht nur um das Gestüt so manchen Kampf auszufechten, sondern ebenso im alltäglichen Leben: Herzschmerz also inklusive.

In die moderne Zeit hineinversetzt, sind es nun Charly, Lou und Emmie, die den Gutshof bewohnen und um dessen Erhalt bangen müssen. Eine ganze Teenie-Generation drückt in ihren Kinosesseln dabei den Schwestern die Daumen. Und auch die Mütterherzen schlagen höher, führt der Filmstreifen sie doch zurück in ihre eigene Kindheit, als der Immenhof bereits 1973 und 1974 mit zwei Kinofilmen sowie in den Jahren 1993 bis 1995 mit einer Familienserie im Fernsehen noch weitere Male an den Start ging.

Die 48-jährige Metelenerin Britta Reuter hat sich zwar die jüngste Immenhof-Fassung noch nicht angeschaut, zu den alten Streifen allerdings hat sie eine ganz besondere Beziehung: „Das Bonus-Material für die DVD-Fassungen wurde nicht an den Originaldrehorten in der Nähe von Malente, sondern bei uns im Münsterland gedreht.“ Auf dem Seehof Reuter, idyllisch zwischen Wasser und Heide im Metelener Umland gelegen.

Und da lebt nicht nur das Immenhof-Flair bis heute weiter, auch die Erinnerungen an die damaligen Kino-Erfolge blühen Jahr für Jahr neu auf. Denn natürlich gehört es mit zum Programm, den Ferienkindern (stets Mädchen im Alter zwischen acht und 18 Jahren) von dem Filmteam zu erzählen, das seinerzeit auf dem Seehof zum Drehtermin erschienen ist.

„Es war purer Zufall“, lacht Britta Reuter: „Eine unserer Helferinnen, Anne Holzhinrich, wie sie seinerzeit hieß, war mit einem Kameramann befreundet. Als sie hörte, dass er eine passende Location für das Zusatzmaterial suchte, erklärte sie ihm: ‚Ich weiß, wo wir das realisieren können.‘ Im Handumdrehen hatte sie weitere Akteure mobilisiert – und sie alle erschienen hier auf dem Hof, um wenigstens bei ein paar kurzen Szenen als Filmstars mitzuwirken.“

Anne, heute mit Nachnamen Heyn und mit ihrem damaligen Freund inzwischen verheiratet, lacht bei diesen Worten: „Ja, ein Bekannter hatte den Auftrag, für das Bonusmaterial ein paar idyllische Reitszenen zu drehen. Er erzählte das meinem Freund. Und der sagte sofort: ‚Ich hätte da eine Idee, wo sich das perfekt umsetzen ließe.‘ Er wusste ja, wie sehr ich am Seehof Reuter hing und dass ich dort jedes Jahr den Urlaub verbrachte.“

Sie selbst, erzählt die 35-Jährige und Mutter zweier Kinder, stamme gebürtig aus Ascheberg im Münsterland und wohne heute in der Nähe von Hamburg. Das erste Mal sei sie selbst als Ferienkind 1993 auf dem Seehof gewesen und mit Wonne in „eine andere Welt abgetaucht.“ Sieben Jahre lang, bis sie schließlich alt genug war, als Helferin auf ihren geliebten Seehof zurückzukehren.

„Und ich war zudem stets ein Fan der Immenhof-Filme. Genau diese Atmos­phäre habe ich letztlich in Metelen wiedergefunden. Der Zusammenhalt, die Ausritte durch die Heide, das waren Ferien pur. Der absolute Mädchentraum.“

Was lag da näher, als die Gelegenheit beim Schopfe zu greifen und mit dem Filmdreh beides zu verbinden. Anne Holzhinrich trommelte kurzerhand die Helferinnen-Clique zusammen – und zehn Frauen quartierten sich für ein Wochenende wieder im Münsterland ein. „Wir sind dann mit den Ponys und den Großpferden durch das Gelände galoppiert, die beiden Kameramänner hinter oder auch vor uns her. Auf einem Pkw war ebenfalls eine Kamera installiert. Es war ein spannender und abwechslungsreicher Tag“, schwärmt sie.

Den neuen Streifen hat auch sie übrigens noch nicht im Kino angeschaut: „Ich hab’s aber vor.“ Vielleicht gemeinsam mit ihrer Tochter. Die muss übrigens noch vier Jahre warten, rechnet Anne Heyn nach, bevor sie das Ferienfeeling in Westfalen genießen darf.

Aber auch dann wird es noch da sein: das Immenhof-Seehof-Universum, in dem der Geruch von Pferdeäpfeln angenehmer durch die Nase zieht als jedes Parfüm, in dem Handys nicht nur wegen des abwechslungsreichen Programm zweitrangig sind und in dem Glück über ein kuscheliges Fell mit vier langen Beinen und Hufen als Abschluss definiert wird.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6410354?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686835%2F
Nachrichten-Ticker