Abriss des markanten Gebäudes
Hotel Brink ist endgültig Geschichte

Metelen -

Mehr als 100 Jahre gehörte es zum Ort, das Hotel Brink, das zunächst als Gastwirtschaft gebaut wurde. In dieser Woche

Mittwoch, 27.02.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 27.02.2019, 10:38 Uhr
Ein Abrissbagger gräbt sich seit Tagen vom Düwelshook aus durch die Zimmer des ehemaligen Hotels Brink.   
Ein Abrissbagger gräbt sich seit Tagen vom Düwelshook aus durch die Zimmer des ehemaligen Hotels Brink.    Foto: Dieter Huge sive Huwe

Eine markante Änderung erfährt derzeit der Sendplatz. Das Hotel Brink, seit einem Jahrhundert Blickfang zwischen dem zentralen Platz des Ortes und dem Vitustor, wird in diesen Tagen dem Erdboden gleichgemacht. Damit endet ein Stück Gastronomiegeschichte im Ort. Bereits mit Beginn des Vorjahres hatte das Haus, in welchem sich über die Jahre ein erheblicher Investitionsstau gebildet hatte, geschlossen. Im Frühjahr 2018 war zunächst eine Zwangsversteigerung anberaumt worden, der Verkauf sei dann aber letztlich ohne Einbeziehung des Gerichts erfolgt, wie Vorbesitzer Peter Brink erläuterte.

Begonnen hatte die Historie des späteren Hotels als Gastwirtschaft. Franz Brink hatte im Stil des Zeitgeistes ein Gebäude errichtet, in dem zugleich eine Bäckerei und Konditorei und ein Verkauf von „Colonialwaren“ untergebracht war. Diese Kombination im Angebot war seinerzeit nicht untypisch für Metelener Gewerbebetriebe, fand sich auch an anderen Stellen im Ort.

Brink verfügte aber über eine her­ausgehobene Lage am zentralen Platz des Ortes, über den auch die Hauptverbindungsstraße Metelens lief. Die Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten führte zum Bau des Hotels. Später – in den goldenen Jahren des Kinos – wurden auch Filme im großen Saal des Hauses gezeigt, der sich im hinteren Teil des Erdgeschosses befand.

Genau dort stand am Anfang dieser Woche der Radbagger eines Metelener Unternehmens auf dem großen Haufen bereits abgerissenen Mauerwerks. Von hinten, also von der Durchfahrt zum Düwelshook aus, wurde das Gebäude Stück für Stück abgerissen.

Eine staubige Angelegenheit, die – zumindest am Montagmittag – auch nicht durch den Spühnebel aus einem leistungsstarken Wasserschlauch gemildert wurde. Anlieger hatten auf diesen Umstand hingewiesen, doch dem bauausführenden Unternehmer war keine Stellungnahme zu seinem Vorgehen zu entlocken. Auch zum Sendplatz hin staubte es mächtig. Dessen Kopfsteinpflaster war von einem weiß-grauen Belag überzogen.

Die nicht ungefährliche Baustelle ist noch bis zum Ende der Arbeiten zum Sendplatz hin durch zwei Container, die vor dem ehemaligen Hotel stehen, abgesichert. Der Verkehr wird durch eine Baustellenampel geregelt, Fußgänger müssen den gegenüberliegenden Gehweg nutzen.

Erhebliche Einschränkungen bringt der Abriss mitten im Ortskern auch für die Anlieger des Düwelshooks mit sich. Dieser ist im vorderen Bereich für den Autoverkehr gänzlich gesperrt, da hier das Abrissmaterial abgefahren wird. Lediglich der Fußgängerweg auf der linken Seite ist nutzbar.

Nach Auskunft der Gemeindeverwaltung sollen die Abrissarbeiten voraussichtlich bis zum Ende dieser Woche dauern. Was genau an die Stelle des ehemaligen Hotels gebaut werden soll, ist noch offen. Ein Bauantrag liegt der Gemeinde noch nicht vor. Das benachbarte, nicht genutzte Eckgebäude Vitustor/Düwelshook, in dem früher ein Optiker- und Uhrmachergeschäft beheimatet war, ist von den aktuellen Abrissarbeiten übrigens nicht betroffen.

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