Gutachterausschuss untersuchte den Markt
Baulandpreise im Ort sind stabil

Metelen -

Der Gutachterausschuss des Kreises Steinfurt hat die Aufgabe, regelmäßig die Entwicklung der Baulandpreise und anderer

Donnerstag, 07.03.2019, 06:00 Uhr

Erst vor wenigen Tagen waren Bagger und Forstarbeiter unterwegs, um vorbereitende Arbeiten für das neue Baugebiet am Schützenwald durchzuführen. Baugrundstücke sind gefragt im Ort – allerdings schlägt sich diese Nachfrage nicht in der Preisentwicklung nieder. Ablesbar ist dies im noch druckfrischen Bericht des Gutachterausschusses für den Kreis Steinfurt. Darin bildet die Kommune kreisweit beinah das Schlusslicht.

Lediglich um 0,4 Prozent kletterten die Preise für Wohnbauland im Vorjahr im Ort. Nur für Ladbergen und Laer registrierten die Gutachter eine noch geringere Entwicklung. Zum Vergleich: In der Nachbarkommune Wettringen zogen die Kosten um knapp elf Prozent an, in Neuenkirchen gar um mehr als 14 Prozent.

Während diese Zahlen die potenziellen Häuslebauer freuen dürften, schauen Grundbesitzer weniger glücklich auf die Entwicklung. Ihr Grund und Boden – so er denn Wohnbauland ist oder wird – gewann zumindest im Vorjahr nur minimal an Wert.

Zwischen 60 und 85 Euro kostete der Quadratmeter Bauland in Metelen im Jahr 2013 – vier Jahre später zwischen 60 und 100 Euro. Für eine mittlere Lage beziffert der Ausschuss den durchschnittlichen Wohnbaulandrichtwert im Ort mit 95 Euro (Stand Januar 2018).

Über vier Jahre hinweg beobachtete der Gutachter­ausschuss die Kaufpreise für Immobilien. Grundlage waren 27 Kauffälle von Ein- und Zweifamilienhäusern im Ort. Die mittlere Grundstücksfläche dieser veräußerten Objekte betrug 593 Quadratmeter, die Wohnfläche 158 Quadratmeter. 970 Euro kostete jeder Quadratmeter Wohnfläche in den Altobjekten Metelens – der niedrigste Wert im Kreis Steinfurt. Zum Vergleich: In Altenberge, das zum Speckgürtel Münsters gehört, zahlen Immobilienkäufer mit 1868 Euro fast das Doppelte. Berücksichtigt werden muss in diesem Teil der Statistik allerdings auch, dass der niedrige Preis von nur 146 500 Euro für die Durchschnitts-Gebrauchtimmobilie einhergeht mit einem Durchschnittsbaujahr 1970. Auch hier der Vergleich zu Altenberge, in der die veräußerten Immobilien im Schnitt 313 200 Euro kosteten, aber auch ein Baujahr von im Mittel 1986 hatten.

Überschlägig berechnet wurden ferner die durchschnittlichen Mieten in Wohnungen. Sie betragen für Metelener Wohnungen zwischen 30 und 60 Quadratmeter 5,30 Euro/m², für Wohnungen zwischen 61 und 90 Quadratmeter 4,60 Euro/m² und für größere Wohnungen 4 Euro/m². Der Gutachterausschuss weist darauf hin, dass es sich um Näherungswerte handele, die nicht als örtlicher Mietspiegel zu begreifen seien.

Gewerbebauland wird in der statischen Übersicht zum gleichen Stichtag mit 19 Euro für den Quadratmeter angegeben. Zum Vergleich: In Kommunen mit Lage nahe der Autobahnen wie Lotte (35 Euro/m²) oder Greven (40 Euro/m²) ist Gewerbegrund teils doppelt so teuer.

Ebenfalls im Visier haben die Gutachter die Kaufpreise für Grundstücke im Außenbereich. Hier beträgt der aktuelle Richtwert 40 Euro pro Quadratmeter. Die Gutachter rechneten daneben aus, dass die Preise für Ackerland in Metelen zwischen 2010 und 2017 um 150 Prozent geklettert sind. Der Durchschnittspreis der Bodenrichtwerte für Ackerland betrug mit Stand 2017 8,50 Euro für den Quadratmeter, für Grünland lag er bei 3,50 Euro pro Quadratmeter.

Zum Thema

Sämtliche Zahlen für Grundstückswerte im Kreis Steinfurt finden sich im zentralen Informationssystem über den NRW-Immobilienmarkt unter www.boris.nrw. Der Gutachterausschuss im Kreis Steinfurt ist im Netz erreichbar unter www.gaa-kreis-steinfurt.de

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