Metelener Darts-Team „Scharfe Spitzen“ startet bei WM in Spanien
Konzentrationssport im Irrenhaus

Metelen -

Darts hat dank großer Medienpräsenz den Ruf des Kneipensports längst hinter sich gelassen. Dabei macht das gemeinsame Spiel mit den drei Pfeilen auf die Scheibe in gemütlicher Runde viel Spaß. Das Team „Scharfe Spitzen“ aus Metelen tritt dafür den Beweis an.

Mittwoch, 03.04.2019, 06:00 Uhr
Die Dart-Spieler des Teams „Scharfe Spitzen“ (v.l.): Markus Harjans, Dennis Laurenz, Gitti Sönksen, Sebastian Rücker-Laurenz, Rachel Booth, Marvin Bonenberg, Martin Veldscholten, und Andre Wittenberg.
Die Dart-Spieler des Teams „Scharfe Spitzen“ (v.l.): Markus Harjans, Dennis Laurenz, Gitti Sönksen, Sebastian Rücker-Laurenz, Rachel Booth, Marvin Bonenberg, Martin Veldscholten, und Andre Wittenberg. Foto: Nele Scheipers

„Das ist Konzentrationssport im Irrenhaus“ antwortet Andre Wittenberg lachend, als es um die Frage geht: Ist Darts nun eine Sportart oder nicht? „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch Darts olympisch wird“, ist Teamkollege Markus Harjans überzeugt: „Wenn selbst das Sackhüpfen schon einmal zu den Olympia-Sportarten gehört hat.“ Das Team der „Scharfen Spitzen“, das seine Spielstätte im Irrlicht hat, ist sich einig: Darts ist ein Geschicklichkeits- und Präzisionssport.

Immer mehr Menschen begeistern sich für das Spiel auf die runde Scheibe mit drei kleinen Pfeilen. In den letzten Jahren hat sich der Kneipensport zu einem Kult-Event gemausert. Das bezeugt nicht nur ein Millionenpublikum vor den Bildschirmen, wenn die Darts-WM am Ende des Jahres ausgestrahlt wird. Zahlreiche Fans, die mittlerweile ganze Arenen füllen, lassen es sich nicht nehmen, ihre Darts-Idole wie Van Gerwen, Wright, Anderson und Co. live und vor Ort zu unterstützen.

„Die Leute haben halt immer gerne etwas zu feiern“, stellt Team-Captain Dennis Laurenz schmunzelnd fest und erklärt sich damit unter anderem den Hype um den Darts-Sport. Wer die Bilder aus dem Fernsehen kennt weiß: Auf den großen Turnieren mit den Stars geht ordentlich die Post ab. In ausgefallenen Outfits, verkleidet als Milchkuh oder auch als Superheld, werden die Dart-Sportler gefeiert. Auf den Kneipensport bezogen fügt Dennis Laurenz noch hinzu: „Es ist ein Sport, den jeder machen kann. Ob jung, ob alt, auch Menschen mit Behinderungen können darten – und das ist toll.“

Auf die Frage, warum das Team denn „Die scharfen Spitzen“ heißt, antwortet ein Spieler, während er gerade ein paar Pfeile auf die Scheibe wirft: „Na ja, weil sich die spitzen Schafe nun mal nicht anhört“. Die versammelte Mannschaft lacht und auch der nächste Lacher lässt nicht lang auf sich warten.

„Das Team ist gut drauf“, erzählt Neuzugang Martin Veldscholten, der seit Februar in Metelen dartet. Die Gemeinschaft und der Zusammenhalt machen für ihn die Mannschaft aus. „Darts ist ein Teamsport – auch wenn die meisten das nicht verstehen“, ergänzt der Teamkapitän lächelnd. „Wir fühlen uns super wohl hier bei Gitti“, lobt Rachel Booth die Wirtin Gitti Sönksen, die selbst natürlich auch Teil des Teams ist. „Neben dem Darts können wir hier nämlich im Training und bei den Spielen immer super essen und trinken“.

Die Leidenschaft zu Darten hat die Wirtin bereits vor 30 Jahren gepackt. „Das ‚Irrlicht’ feiert dieses Jahr sein dreijähriges Bestehen – so lange gibt es auch schon Darts-Automaten in meiner Wirtschaft“, erklärt Gitti Sönksen. Am Anfang habe man auf Steel-Dartscheiben gespielt, bis es dann endgültig auf Elektronik- oder Online Darts hinauslief.

„Seit der letzten Saison spielt unser Team in der MüTeGE-Liga(Münsterland-Tecklenburg-Graf-Ems), die der Automatenaufsteller Georg Heming gegründet hat“, erklärt Dennis Laurenz. Die Liga sei eine Begegnungsliga, das bedeutet, man treffe sich mit den anderen Teams vor Ort. „Radikal Darts ist das Online-Spielsystem, über das man jede Woche, ja sogar jeden Tag verschiedene Turniere spielen kann“, erläutert Markus Harjans weiter.

Selbst jemand aus den USA habe ihm per Kamerazuschaltung schon gegenübergestanden. In einer gleichnamigen App könne man dank Statistiken jede Spielsteigerung online verfolgen. In Fachkreisen ist aber nicht die Rede von der Spielstärke, sondern es dreht sich alles um die sogenannten PPD (points per dart), um die Punkte pro Pfeil.

Die PPD sorgen für ordentlich Ehrgeiz und Ansporn bei den „Scharfen Spitzen“, denn so kann direkt verglichen werden, wer wie gut dartet und wie weit der Weg hin zum Spiel auf dem Niveau der Profis ist.

Als Belohnung für den Ehrgeiz gewann das Team bei einem Turnier zum Saisonabschluss eine viertägige Reise nach Lloret de Mar in Spanien. Mit neuen Trikots im Gepäck, gesponsert von Gitti Sönksen und Georg Heming, geht es am morgigen Donnerstag los zur Weltmeisterschaft von Radikal Darts – vielleicht kehren sie sogar als Weltmeister zurück.

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