Aktion „Maria 2.0“
Flagge zeigen für Erneuerung in der Kirche

Metelen -

„Maria 2.0“ nennt sich ein Protestwoche, in der Frauen aus und in der katholischen Kirche gegen bestehende

Dienstag, 07.05.2019, 06:00 Uhr
Bücherei-Teamleiterin Evelyn Beck hängte den Streikhinweis der Bücherei für Sonntag (12. Mai) in den Schaukasten an der Oase.
Bücherei-Teamleiterin Evelyn Beck hängte den Streikhinweis der Bücherei für Sonntag (12. Mai) in den Schaukasten an der Oase. Foto: Dorothee Zimmer

Mir ist lieber, Frauen tun ihren Unmut kund, als dass sie der Kirche lautlos den Rücken kehren“, stellte sich Pastor Thomas Stapper am Montagmorgen hinter einen Kreis aus Metelener Frauen, die einen Kirchenstreik mit der Bezeichnung „Maria 2.0“ in Teilen unterstützen wollen.

Aufgerufen dazu hat eine Fraueninitiative aus der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Münster. Sie prangert mehrere Missstände in der Kirche an und fordert unter anderem, Frauen zu allen Ämtern in der Kirche zuzulassen, den Pflichtzölibat aufzuheben und Täter von Missbrauchsfällen vor ein weltliches Gericht zu stellen. Die Frauengruppe hat dem Papst in einem Brief die verschiedenen Punkte mitgeteilt und bittet bundesweit die Gemeinden um Unterstützung für ihr Anliegen.

Grundsätzlich stehen zahlreiche Frauen vor Ort, vor allem solche, die sich ehrenamtlich in der Kirche engagieren, der Initiative wohlwollend gegenüber. Auch Pastoralreferentin Ruth Bentler sprach im Gottesdienst der Frauengemeinschaft das Thema an. Insgesamt sei die Situation der Frauen in der Kirche unbefriedigend und es gebe vieles, woran Menschen heute Anstoß nähmen. Darunter Machtstrukturen, deren Abschaffung nicht in Sicht seien: „Da ist es dann manchmal schwer, anderen zu vermitteln, warum man immer noch dabei ist.“

Vorschläge aus Münster, mit welchen Möglichkeiten sich Frauen zu Maria 2.0 bekennen können, gibt es mehrere. Einer lautet, in der Streikwoche keine Kirche zu betreten und keinen Dienst zu versehen. Die örtlichen Sprecherinnen katholischer Institutionen wollen soweit nicht gehen, aber dennoch mit kleinen Abweichungen vom Gewohnten Flagge für die Aktion zeigen. Ein weiterhin gutes Einvernehmen mit Andersdenkenden soll davon unbenommen bleiben: „Wir wollen niemanden verprellen oder irgendetwas vorschreiben“, betonen Evelyn Beck vom Team der Bücherei, Elke Meiring vom Pfarreirat und Ulla Langehaneberg von der Frauengemeinschaft.

Ein Symbol für das Fehlen der Frauen in der Kirche könnte ein leerer Stuhl sein, den man vor die Kirchentür stellt, sann Pfarrer Stapper auch über Möglichkeiten der visuellen Darstellung nach. Zur Bedeutung der Frauen im kirchlichen Leben sagte er: „Wenn Frauen der Kirche fernbleiben, dann fehlt ihr etwas. Ich bin überzeugt, dass viele von ihnen hoffen und erwarten, dass sich endlich was tut.“

Der Kirchenstreik „Maria 2.0“ hat in Metelen zur Folge, dass Frauen, die den Streik unterstützen wollen, am Samstag (11. Mai) das Eingangslied der Vorabendmesse zunächst draußen abwarten und erst dann in die Kirche gehen. Solidarisch erklären kann man sich weiterhin, in dem man vor und nach der Abendmesse Blumen am Metallkreuz neben dem Brautportal niederlegt oder weiße Tücher mit darauf schriftlich formulierten, persönlichen Wünschen zur Entwicklung der Kirche daran befestigt. Die Bücherei bleibt wegen des Streiks am Sonntag geschlossen. Wer Bücher zurückgeben möchte, kann sie am Eingang in bereitgestellte Kisten legen.

Weitere Informationen und Möglichkeiten zum Kontakt gibt es auch im Internet unter www.mariazweipunktnull.de sowie per E-Mail an mariazweipunktnull@gmx.de.

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