Täter zündeln im Waggon
Schon wieder Einbrecher im Bahnmuseum

Metelen -

Erneut hatten Metelens Freizeit-Eisenbahner ungebetene Gäste in ihrem Bahnmuseum Metelen-Land. Diesmal drangen Unbekannte in einen abgestellten Waggon ein, zerstörten Fensterschreiben und zündelten mit einer Papierrolle. Das Feuer griff allerdings nicht auf die Inneneinrichtung über. Im Vorjahr war hoher Sachschaden im Museumsgebäude entstanden , als Jugendliche eine Uniformpuppe in Brand setzten.

Dienstag, 07.05.2019, 20:00 Uhr
In diesen vor dem Bahnmuseum abgestellten Eisenbahnwaggon der EIG drangen am Wochenende Unbekannte ein.
In diesen vor dem Bahnmuseum abgestellten Eisenbahnwaggon der EIG drangen am Wochenende Unbekannte ein. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Der Schock über seine Entdeckung sitzt Horst Pitlinski auch am Tag darauf noch in den Knochen: Am Wochenende war das Bahnmuseum Metelen-Land Ziel von Einbrechern geworden. Diesmal hatten die Täter einen der abgestellten Bahnwaggons im Visier.

„Als ich am Montagmorgen nach dem Rechten sehen wollte, habe ich entdeckt, dass eines der Fenster am Waggon offen stand“, berichtet der Vorsitzende der Eisenbahninteressengemeinschaft (EIG) vor Ort. Pitlinski öffnete den mit einem Vorhängeschloss und einem großen Vierkant gesicherten Einstieg zu dem alten Waggon und sah gleich die Spuren, welche die ungebetenen Gäste in dem Fahrzeug hinterlassen hatten.

Das wird nicht einfach, hier Ersatz zu bekommen.

Horst Pitlinski

„Die Scheibe in der Tür, welche die beiden Räume des Wagens trennt, war zerbrochen“, schildert der EIG-Vorsitzende. Auch im hinteren Einstieg wüteten die Täter, zerschmissen zwei Fensterscheiben der Türen oberhalb der Tritte. „Das wird nicht einfach, hier Ersatz zu bekommen“, weiß Pitlinski und erläutert die Schwierigkeiten, die Rundungen des Fensterglases in den Türen nachzuarbeiten.

Einbruch zwischen Freitag 16 Uhr und Montag 10 Uhr

Die EIG hat bei der Polizei Anzeige erstattet und grenzt den Zeitraum des Einbruchs zwischen Freitag um 16 Uhr und Montag um 10 Uhr ein. Eingedrungen waren die Ungekannten vermutlich über eines der Seitenfenster des Eisenbahnwagens. „Darunter sind noch die Schleifspuren von den Schuhen zu erkennen“, weist Pitlinski auf die Stelle. Vermutlich per „Räuberleiter“ verschafften sich die Täter so Zugang zum Inneren.

Dort versuchten sie auch, ein Feuer zu entzünden. Auf dem Hitzeschutzblech vor dem Ofen gleich rechts neben der Eingangstür steckten die Einbrecher eine Papierrolle in Brand. „Die Asche ist ja sogar noch zu erkennen“, mag sich Horst Pitlinski gar nicht ausmalen, was alles hätte passieren können. „Wenn der Waggon einmal Feuer fängt, brennt der komplett aus“, ist er sich sicher. Sitzpolster auf den Bänken und auch die Innenverkleidung des Wagens hätten den Flammen schnell Nahrung geliefert.

Instandsetzung belastetet Mitglieder

Doch anders als beim Zündeln Jugendlicher im Vorjahr im Bahnmuseum entstand diesmal kein größerer Schaden. Dennoch: Ärgerlich ist der neue Fall von Vandalismus in ihrem Museum für die Eisenbahner allemal und die Instandsetzung belastetet die Mitglieder und die Kasse des Vereins.

Dabei haben Metelens Freizeit-Eisenbahner durchaus noch eine andere große Baustelle gleich nebenan vor der Brust. Nach der Beseitigung der Brandschäden im Museumsgebäude legte am Dienstag der Maler letzte Hand an. Die verrußten Innenräume sind wieder nutzbar, müssen jetzt mit den geborgenen Exponaten neu bestückt werden. Viel Arbeit für die EIG-Aktiven, gilt es doch, teils sehr schwere Ausstellungsstücke zurück ins Museum zu wuchten. Wann dieses wieder eröffnet wird, konnte Vorsitzender Pitlinski noch nicht exakt sagen.

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