Wohnungsbauförderung
Geld vom Land auch für die Häuslebauer

Metelen -

Instrumente der Wohnungsbauförderung stellte jetzt ein Vertreter des Kreisbauamtes im Bau- und Planungsausschuss vor.

Donnerstag, 20.06.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 20.06.2019, 06:04 Uhr
Die Nachfrage nach Baugrundstücken im Ort – hier das Wohngebiet Hilbuskamp – ist ungebrochen. Dass nicht nur für den sozialen Wohnungsbau, sondern auch für Eigenheime interessante Finanzierungen über den Kreis Steinfurt möglich sind, darüber informierte Jürgen Blömker.
Die Nachfrage nach Baugrundstücken im Ort – hier das Wohngebiet Hilbuskamp – ist ungebrochen. Dass nicht nur für den sozialen Wohnungsbau, sondern auch für Eigenheime interessante Finanzierungen über den Kreis Steinfurt möglich sind, darüber informierte Jürgen Blömker. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Sozial geförderter Wohnraum ist eines der wenigen Korrektive für die galoppierenden Mieten und für viele Menschen die einzige Möglichkeit, eine bezahlbare Unterkunft zu finden. Das Bauamt des Kreises Steinfurt hat unter dem Motto „Gut Wohnen im Münsterland“ Maßnahmen erarbeitet, um gezielt Investoren anzusprechen – aber auch angehende Häuslebauer.

Jürgen Blömker erläuterte dem Fachausschuss der Gemeinde jetzt Instrumente der Förderung – vor dem Hintergrund der Metelener Zahlen.

Eine Studie hatte sich die Kommune genauer angeschaut. Der Wohnungsmarkt in der Gemeinde Metelen ist danach leicht angespannt. Die sich bei sinkendem Leerstand verschärfende Wohnungsknappheit zeigt, dass in der Gemeinde in den vergangenen Jahren zu wenige Wohnungen gebaut wurden. Während im Jahr 2011 in Metelen noch kein Wohnungsmangel vorlag, hat sich bis zum Jahr 2017 ein Defizit von 42 Wohnungen aufgebaut.

Ein besonderes Defizit gibt es bei Ein- und Zweiraumwohnungen für Singles, erläuterte Blömker und unterstrich dies mit statistischem Material: „Wir werden immer mehr kleinere Haushalte bekommen.“

Er fand lobende Worte für das Programm „Jung kauft Alt“ der Gemeinde („Hochattraktive Förderung“), bevor er Programme präsentierte, mit denen vor allem die landeseigene NRW.Bank über den Kreis Anreize zur Schaffung neuen Wohnraums setzen will. Dies sei vor allem vor dem Hintergrund, dass langfristig immer mehr sogenannte „Sozialwohnungen“ aus der Mietpreisbindung fielen, wichtig.

Blömker schickte seinen Modellrechnungen, in denen er geförderte Projekte mit frei finanzierten verglich, Zahlen zum Wohnberechtigungsschein (WBS) voraus. Dieser erlaubt die Bewerbung auf geförderten Wohnraum. „Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass sie einen WBS bekommen können“, schilderte Blömker. Ein Rentnerpaar dürfe bis zu 2545 Euro verdienen, um in den Genuss geförderten Wohnraums zu kommen, bei einem Vierpersonenhaushalt mit zwei Kindern sind es sogar 4550 Euro.

Um mehr Wohnraum zu schaffen, bietet die öffentliche Wohnraumförderung Investoren zinsgünstige Darlehen und Tilgungsnachlässe als Gegenleistung zur Mietpreis- und Belegungsbindung. Blömker rechnete auch vor, dass der Anteil der Mietausgaben an den Einkünften im öffentlich geförderten Wohnungsbau deutlich geringer sei, als in Wohnungen, die frei finanziert wurden. Basis der Modellrechnung war dabei ein aktueller durchschnittlicher Kaltmietpreis von 5,60 Euro pro Quadratmeter.

Doch auch die Häuslebauer oder Gebrauchtimmobilienkäufer profitierten von der Wohnbauförderung, mit der der Kreis Steinfurt im Land eine Spitzenposition einnehme. Um bis zu 200 Euro differiere etwa die monatliche Belastung bei einem Neubauprojekt – wieder im Vergleich einer freien Finanzierung zu einer öffentlichen Förderung.

Familien und Schwerbehinderte habe der Kreis bei diesem Förderinstrument besonders im Auge, schilderte Blömker. Detaillierte Darstellungen und Ansprechpartner im Kreishaus finden sich auf der Webseite des Kreises Steinfurt.

 

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