Fünfte Filmwerkstatt
Wann sind Nachbarn Nachbarn?

Metelen -

Ein Nachbar ist noch lange kein echter Nachbar. Wie das überhaupt zusammenhängt, versuchen die Teilnehmer einer Filmwerkstatt herauszufinden. Das Ergebnis soll auf einem Nachbarschaftsfest vorgestellt werden.

Donnerstag, 01.08.2019, 07:00 Uhr
Eine gestellte Szene, Juna (r.) und Merle interviewen Elias (r.) und Julian. Die Erfahrung der Teilnehmer bei der Filmwerkstatt ist, dass es einfacher ist, Leute vor der Kamera zu interviewen, zu denen es einen persönlichen Kontakt gibt..
Eine gestellte Szene, Juna (r.) und Merle interviewen Elias (r.) und Julian. Die Erfahrung der Teilnehmer bei der Filmwerkstatt ist, dass es einfacher ist, Leute vor der Kamera zu interviewen, zu denen es einen persönlichen Kontakt gibt.. Foto: Erhard Kurlemann

„Geheimes auf der Nachbarschaftsbank“ – so ist die 5. Filmwerkstatt überschrieben, für die neun Kinder und Jugendliche in dieser Woche in der Gemeinde Menschen interviewen. „Das Ergebnis soll auf dem Nachbarschaftsfest am 24. August (Samstag) vorgestellt werden“, erläutert Clara Beutler, die das Projekt der Kulturinitiative Metelen (KIM) betreut. Das Nachbarschaftsfest habe einen echten Hintergrund: „KIM besteht 20 Jahre und wir sind mit unserer Kultur-Etage seit zwei Jahren in dem Gebäude an der Wettringener Straße 2“. Da werde es Zeit, den Einstand in der Nachbarschaft im „Dicken End“ zu geben – und darüber hinaus alle einzuladen, die sich für die Arbeit der Kulturinitiative interessieren oder sich das Ergebnis des Filmprojekts anschauen wollen. Los geht‘s jedenfalls um 15 Uhr.

Der Drehplan hängt an einem Schrank. Dort ist vermerkt, welche der vier Gruppen wann Filmsequenzen schneiden kann, eine Kamera benötigt oder einen Computer, um etwa Texte zu schreiben.

„Wir haben das Thema Nachbarschaft vorgegeben, weil wir über ein Spendenportal bei der Volksbank insgesamt sechs künstlerisch gestaltete Nachbarschaftsbänke aufstellen wollen.“ Da sei es natürlich „spannend“ zu beobachten, was mit so einer Bank in einer Nachbarschaft auf lange Sicht passiere

In verschiedenen Teams sind die Teilnehmer des Projekts losgezogen, um Menschen in Metelen zum großen Thema „Nachbarschaft“ zu interviewen. „Es war einfacher, als es einen persönlichen Kontakt gab“, erzählt Luc. Viele ältere Menschen erzählten, wie früher Nach barschaft gelebt wurde. „Und es gibt ganz unterschiedliche Nachbarschaften - mal sind es jeweils drei Häuser rechts und links, manchmal sind es ganze Straßen, die zu einer Nachbarschaft gehören“, hat Jesko erlebt. Elias ergänzt: „Und dann haben wir gefragt, was passiert, wenn Leute zuziehen oder evangelisch sind“.

Wie und ob sich die Tradition der Nachbarschaft wandelt, dazu werde der Film eine Antwort versuchen, fügt Clara Beutler hinzu. Es gebe auch Nachbarschaften, da gehörten die Mieter nicht dazu. Oder es gebe feste Regeln, welche Gelder zu welchem Anlass neben dem obligatorischen Monatsbeitrag entrichtet werden müssten.

Eine Gruppe befasse sich mit Traditionen in der Nachbarschaft generell, eine andere mit besonderen Leuten in einer Nachbarschaft. Eine dritte Gruppe hat den geheimnisvollen Ort in einer Nachbarschaft entdeckt, die vierte suche nach Menschen, die untypisch für solche Nachbarschaften sind – für Clara Beutler interessante Themen, um das Arbeitsfeld zu beleuchten.

„Dazu stellen die Kinder fest, dass es durchaus anstrengend ist, erst zu drehen und hinterher am Computer auszuwählen, welche Szenen denn verwendet werden sollen“, beobachtet Clara Beutler. Die Teams seien in Metelen unterwegs, um mit Kamera und Ton Geheimnisse zu entdecken.

 

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