Auftakt des Kinkerlitzchen-Festivals
Bunt gemischtes Kurzfilm-Quartett

metelen -

Bevor es beim Kinkerlitzchen an Plagemanns Mühle etwas auf die Ohren gibt, kommen Filmfreunde in ihren Genuss. Eröffnet wird das zweitägige Festival am Freitag (9. August) wieder mit einem Kinoabend in besonderer Atmosphäre. Für einen unterhaltsamen Auftakt des Kinkerlitzchens vier ausgewählte Kurzfilme – alle mit gewissem Anspruch, aber zum Teil auch mit Humor gewürzt.

Dienstag, 06.08.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 06.08.2019, 11:10 Uhr
Viermal kurzweiligen Filmspaß gibt es zum Kinkerlitzchen-Auftakt, unter anderem wird „Different Bayern“ (Foto) gezeigt.
Viermal kurzweiligen Filmspaß gibt es zum Kinkerlitzchen-Auftakt, unter anderem wird „Different Bayern“ (Foto) gezeigt. Foto: Fabian Beyer

Als Student an der Filmakademie Ludwigsburg hat Marius Brüning unzählige Kurzfilme gesehen. Sei es zu Hause, direkt in der Uni oder bei großen Festivals. Auch für die letzte Auflage des Kinkerlitzchens an Plagemanns Mühle hat der Mitorganisator des Vereins Klangkultur Metelen vier seiner persönlichen Favoriten ausgewählt, mit denen das zweitägige Festival am Freitag (9. August) eröffnet werden soll, bevor am Samstag der deutlich turbulentere Tag mit neun musikalischen Live-Acts ansteht.

Wie immer war es ihm dabei wichtig, eine Mischung aus ernsten und humorvollen Streifen auf die Leinwand zu bringen. „Mindestens zwei Filme sollten einfach zum Lachen sein“, erklärt Marius Brüning. Dabei sei die Wahl auf die Werke „Different Bayern“ und „Freibadsinfonie“ gefallen.

Schmierige Machenschaften

Erstgenannter stammt von der Hamburg Media School, von der das Publikum bereits in den vergangenen Jahren einige Kurzfilme zu sehen bekam. Im Mittelpunkt steht ein ghanaischer Fußballprofi, der nach Europa verkauft wird und denkt, dass er zum großen FC Bayern München wechselt. Doch über schmierige Machenschaften lokaler Vereinsbosse landet er in einem bayerischen Kleinod, in dem es außer Kühen nur einen fünftklassigen Fußballverein gibt.

Mit „Freibadsinfonie“ steht außerdem ein Schwarz-Weiß-Film auf dem Programm, in dem die Filmemacherin Sinje Köhler die Figuren in diesem Soziotop beobachtet und auch die Architektur dieses besonderen Landschaftsbildes beleuchtet. „Im Prinzip geht es um einen ganz normalen Tag im Freibad“, erklärt Marius Brüning. „Aber obwohl es ein Schwarz-Weiß-Film ist, besticht er durch seine besondere Ästhetik. Man spürt die ganze Zeit den Sommer und die warme Temperatur“, so der Filmexperte. Nicht umsonst wurde der Streifen im vergangenen Jahr mit dem Deutschen Kamerapreis ausgezeichnet.

Gesellschaftskritik

Mit „Kippa“ bekommt das Publikum außerdem einen gesellschaftskritischen und hochaktuellen Film zu sehen, in dessen Mittelpunkt der 14-jährige Oskar steht. Er ist beliebt bei seinen Mitschülern, spielt mit ihnen nachmittags am liebsten Fußball. Bis seine Klassenkameraden erfahren, dass er Jude ist. Von diesem Moment an sieht er sich einem immer brutaleren Mobbing ausgesetzt, selbst sein bester Freund wendet sich von ihm ab. „Der Regisseur hat für diesen Film selber lange recherchiert. Er beruht also auf wahren Begebenheiten“, erzählt Marius Brüning. „Er handelt vom Alltags-Antisemitismus im Jahr 2019.“

Komplettiert wird das Kurzfilm-Quartett durch ein Werk, dessen Ausstrahlungsrechte sich erst vor wenigen Tagen final gesichert hat. „Die Erledigung einer Sache“ handelt von dem jungen Mann Jakob Adler, der von Ludwig Trepte („Deutschland 83“) verkörpert wird. Um dem letzten Willen seiner Mutter nachzukommen, muss er seinen leiblichen Vater aufsuchen, dem er zuvor noch nie begegnet ist und der wegen des Mordes an seinem eigenen Bruder seit mehr als 25 Jahren in der geschlossenen Psychiatrie sitzt. Doch bevor es zu der schicksalhaften Begegnung kommt, möchte Jakob den behandelnden Arzt konsultieren, um ihm das wahre Ausmaß der Familientragödie zu offenbaren.

„Bei so einem Open-Air-Festival ist die Atmosphäre natürlich ganz anders als im Kino“, so Marius Brüning. Deshalb lege er bei der Auswahl der Filme Wert darauf, dass man ihnen auch noch folgen kann, wenn man zwischendurch mal eine Minute verpasst hat. „Trotzdem haben sie alle irgendwie Anspruch“, so der Film-Experte.

Der Einlass für den Filmabend am Freitag (9. August) beginnt bereits um 19 Uhr; die Filme starten allerdings erst mit Einbruch der Dunkelheit gegen 21.15 Uhr. „Vorher spielt schon ein DJ, sodass die Besucher die Möglichkeit haben, noch gemütlich einen Wein oder ein Bier zu trinken“, so Brüning.

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