Kalender 2020: Was benutzen die Metelener?
Begleiter für das neue Jahr

Metelen -

Haben gedruckte Kalender auch im Jahr 2020 noch Bestand? Nachfragen im örtlichen Buchhandel und im Rathaus ergaben: Beides hat seine Berechtigung – der gedruckte Kalender und auch die elektronische Terminführung via Smartphone-Programm. Und es gibt auch Mischformen. Doch auch die Edel-Variante des Kalenders, der teure Foto- oder Kunstkalender, hat noch seine Anhänger.  

Donnerstag, 02.01.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 03.01.2020, 16:44 Uhr
Bernhard Oskamp packt aus: In der Buchhandlung am Schilden trafen besonders in den vergangenen Monaten zahlreiche vorbestellte Jahresbegleiter, wie dieser prächtige Kunstkalender, ein.
Bernhard Oskamp packt aus: In der Buchhandlung am Schilden trafen besonders in den vergangenen Monaten zahlreiche vorbestellte Jahresbegleiter, wie dieser prächtige Kunstkalender, ein. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Sie hängen in fast jedem Haushalt, an den Wänden vieler Büros, zieren Hobbyräume, geben schlichten Schreibstuben Farbe und in ganz schlichter Form den Menschen einen schnellen Überblick über den Lauf der Woche, des Monats oder gar des Jahres. Kalender gibt es seit dem Altertum und doch sind sie in Gefahr, langsam auszusterben.

Weniger als dekorativer Wandschmuck, eher als funktionaler Planer. Die Digitalisierung macht eben auch vor noch so pfiffig ausgetüftelten Tisch- und Taschenkalendern nicht halt. Programme für den Computer und seit etlichen Jahren fürs Smartphone haben sie ersetzt oder sind mit ihren ausgefallenen Funktionen dabei, die Papiervorgänger zu verdrängen.

Oder doch nicht? Im Rathaus jedenfalls, dort, wo täglich viele Termine zu koordinieren sind, fährt man zweigleisig. Bürgermeister Gregor Krabbe, der aus seiner Technikbegeisterung keinen Hehl macht, erzählt, dass er schon seit Jahren auf elektronische Kalender setzt. Darin finden sich nicht nur die Termine, die er einhalten muss, sondern das System erlaubt auch, weitere Informationen hinzuzufügen, so dass diese auch außerhalb der Verwaltung – etwa bei Treffen mit Vertretern anderer Kommunen, im Kreis oder bei der Bezirksregierung zur Hand sind. Stichworte von Gesprächen, Notizen und Hinweise lassen sich einfügen und sind jederzeit abrufbar – teils auch von Kollegen. Das Vorzimmer hat Zugriff auf den Kalender – wichtig, um Termine zu blocken und zu bestätigen. „Auch die Fachbereichsleiter wissen, wo ich bin“, beschreibt Krabbe, dass der Austausch mit den Entscheidungsträgern in der Verwaltung so schnell möglich ist – vorausgesetzt, die Online-Verbindung steht.

Letzteres ist nur eine Tür weiter, nämlich im Vorzimmer, gewöhnlich kein Thema. Dort ist das elektrische Terminbuch des Chefs natürlich ebenfalls auf den Rechnern einsehbar. Dennoch schwört Claudia Lütke auf ihren analog geführten Bürokalender – als praktische Ergänzung und dank langjähriger Nutzung als rascher Überblick über alles, was anliegt, erledigt werden muss, wo es nachzufragen gilt oder auch, was welchem Fachbereich zugeordnet werden sollte. „Ich arbeite nach einem System namens Bullet-Journal. Das funktioniert mit wenigen Symbolen, so genannten Keys, und ist einfach super übersichtlich“, preist sie das System.

Abseits des Büros zählen vor allem drei Kriterien, berichtet Monika Ewering-Oskamp vom gleichnamigen Buch- und Schreibwarenladen. Da ist zum einen die Praxistauglichkeit – besonders gefragt bei der Bestellung von Familienplanern. Um dort alle Termine unter einen Hut zu bekommen, sind Spalten für jedes Familienmitglied beliebt. Zweiter Punkt ist die Größe. „Wir haben Kunden, die kommen mit den maximal möglichen Maßen und hätten gerne dafür einen Kalender“, sagt die Buchhändlerin. Sind zwischen Tür und Fensterlaibung nur 30 Zentimeter Platz, dann ist an einen großformatigen Fotokalender natürlich nicht zu denken.

Solche ordern Kunden, die sich durch den Wechsel der meist zwölf Kalenderblätter durchs Jahr begleiten lassen – gerne mit jahreszeitlichen Motiven, die auch schon mal einen VW-Bulli im Schnee zeigen oder die Frühlingswiese aus dem Atelier eines Impressionisten abbilden. Bei den Kunst- und Fotokalendern müssen die Nutzer bisweilen auch schon mal tief in die Tasche greifen, denn hochwertige Qualitäten kosten eben. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das den Menschen ein Kalender aber auch wert ist“, beschreibt Bernhard Oskamp und packt gerade einen prächtigen Kalender mit „Kunst-Geschichten“ aus.

Und der Bestseller? „Ganz klar der ,Lebensfreunde-Kalender“, weiß Monika Ewering-Oskamp. Kompakt, mit Fotos und Weisheiten für jeden Monat des neuen Jahres.

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