Schonfristen laufen aus
Gesetzgeber hat alte Kaminöfen im Visier

Metelen -

Bis zum Ende dieses Jahres müssen Kaminöfen, die vor 1995 errichtet wurden, und die nicht den strengen Abgasnormen

Samstag, 18.01.2020, 06:00 Uhr
Christoph Klassert ist bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger in Metelen. Er kennt die Vorschriften für alte Holzfeuerungen ganz genau. Dieser moderne Ofen ersetzt seit einigen Wochen eine alte Feuerstelle in einem Haus im Ortskern.
Christoph Klassert ist bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger in Metelen. Er kennt die Vorschriften für alte Holzfeuerungen ganz genau. Dieser moderne Ofen ersetzt seit einigen Wochen eine alte Feuerstelle in einem Haus im Ortskern. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Der steinerne Fußboden deutet es noch an: der Ofen steht hier noch nicht lange. „Erst seit ein paar Wochen“, erklärt der Besitzer des Hauses. Ein moderner Ofen, einer, der eine gute Heizleistung mit sparsamem Verbrauch kombiniert. „Mit dem Korb voll Holz dort kommen wir den ganzen Tag hin“, erklärt der Eigentümer und: „Früher haben wir das Holz Schubkarrenweise verheizt.“

Früher, das war zu der Zeit, als der große Kamin, dessen Brennstelle mit zwei Scheiben abgeschlossen wurde, gerade mal das kleine Esszimmer mit Wärme versorgte. Wenig effizient und längst nicht mehr up to date. Christoph Klassert ist bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger im Ort und hat die Modernisierung der Feuerstelle begleitet. Der Schornstein hat einen Edelstahleinsatz bekommen und der Ofen wurde getauscht. Rein rechtlich hätte der Vorgänger sogar noch betrieben werden dürfen – anders als bei anderen Brennstellen.

Für etliche von denen läuft Ende dieses Jahres eine Frist ab. Kaminöfen, Kachelöfen und Heizkamine, die zwischen 1985 und vor dem Jahr 1995 errichtet wurden, müssen Grenzwerte für Staub- und Kohlenmonoxidemissionen einhalten. „Mein Vorgänger Alfred Isfort hat die betreffenden Eigentümer solcher Altanlagen in den zurückliegenden Jahren über die Neuerung informiert“, erläutert Klassert, dass auch dies zur Aufgabe der Schornsteinfeger gehört. Über das Typenschild oder die Herstellerbescheinigung ist der Nachweis zu erbringen, dass der betreffende Ofen die Grenzwerte einhält. Liegt beides nicht vor, kann eine Messung helfen. Die ist jedoch mit etwa 125 Euro Netto nicht ganz billig und muss möglicherweise wiederholt werden, wenn die Werte zu hoch sind.

Aus seiner Erfahrung weiß Klassert, dass sich in den allermeisten Fällen eine Sanierung der Anlage, etwa durch den Einbau eines Filters, nicht rechnet: „Das macht eigentlich nur dann Sinn, wenn es sich um besondere Kamine handelt wie etwa eigens gebaute Kachelöfen.“ Solche Nachrüstungen gehen ins Geld, können bis zu 2000 Euro kosten. Die Alternative für Öfen, die im fraglichen Zeitraum aufgestellt wurden, aber die Normen nicht erfüllen? „Der Austausch gegen moderne Geräte ist in den meisten Fällen die beste Lösung. Auf jeden Fall müssen die Altanlagen abgebaut werden“, erläutert Klassert. Einfach stehen lassen und nicht mehr benutzen geht nicht. „Es ist nicht sichergestellt, dass so ein Ofen nicht doch betrieben wird“, erklärt Klassert die Absicht des Gesetzgebers.

Als Schornsteinfeger misst und kontrolliert er nicht nur Heizungen und Öfen, sondern gibt auf Nachfrage auch Tipps für das richtige Betreiben von Öfen. Selbst moderne Öfen können nämlich bei falscher Bedienung viele Schadstoffe emittieren. Zwei Aspekte hebt Klassert hervor. „Zum einen sollte das Holz möglichst getrocknet sein. Gut abgelagertes Holz enthält dennoch eine Restfeuchte von gut 16 Prozent. Steigt der Anteil, etwa wenn zu frisches Holz verfeuert wird, verpufft viel Energie.“ Auch sollte der Brennraum moderner Öfen nicht zu voll gepackt werden. Als Faustregel nennt Klassert Scheite von insgesamt zwei bis zweieinhalb Kilo Gewicht pro Stunde – bei einem Ofen, der eine Leistung von acht Kilowatt erbringt. Wird der Brennraum zu voll gepackt, ist dies zum einen kontraproduktiv im Sinne eines sparsamen Umgangs mit dem Brennstoff und außerdem drohen Schäden am Ofen selber. Bei Kaminen sollten die Besitzer grundsätzlich darauf achten, dass sie nicht beschädigt sind – beispielsweise die Dichtungen an den Türen.

Für alle Öfen übrigens, die erst nach 1995 aber noch vor der Novellierung der Verordnung im Jahr 2010 aufgestellt wurden, gibt es eine Übergangsfrist, die am 31. Dezember 2024 endet. „Die Besitzer solcher Öfen sind alle informiert“, erklärt Klassert und, dass überschlägig 15 Häuser in Metelen von dieser Regelung betroffen seien.

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