Landfrauen-Vorsitzende geht auf die Bauerndemos ein
Lanze für Landwirtschaft gebrochen

Metelen -

Hinter die demonstrierenden Bauern stellte sich jetzt die Vorsitzende der Landfrauen, Inge Issinghoff. Sie nutzte die Versammlung des Vereins, um Positionen der Landwirte darzustellen und warb um Verständnis. Während des Treffens wurden 19 Frauen aufgenommen.

Freitag, 24.01.2020, 06:00 Uhr
Inge Issinghoff, die Vorsitzende der Metelener Landfrauen (l.) begrüßte die neuen Mitglieder.
Inge Issinghoff, die Vorsitzende der Metelener Landfrauen (l.) begrüßte die neuen Mitglieder. Foto: Dorothee Zimmer

„Wir wollen mit den Demonstrationen nicht die tollen Trecker zeigen, sondern darauf aufmerksam machen, dass die Landwirte mit dem Rücken zur Wand stehen“, war es Inge Issinghoff am Mittwoch zu Beginn der Jahreshauptversammlung der Landfrauen ein Bedürfnis, zu den jüngsten Ereignissen Stellung zu nehmen. Die Vorsitzende hielt eine ausführliche Erklärung auch deshalb für angezeigt, „weil ja nicht alle unsere Mitglieder aus der Landwirtschaft kommen“.

Vor den gut 100 versammelten Frauen sagte sie unter anderem: „Vom Grundwasser über Insektensterben bis zum Klimawandel – ich habe das Gefühl, wenn irgendetwas schiefläuft, ist immer der Bauer schuld.“ So wies sie etwa auf den Gewässerbericht des Landes hin, nach dem die Nitratbelastung nicht zuletzt auch von den kommunalen Kläranlagen verursacht werde. „So einen Bericht liest nur leider keiner.“

Gegen das Insektensterben hätten Landwirte viele Hektar Blühstreifen und Stilllegungsflächen geschaffen – „aber nirgendwo ein Wort davon“. Gesetzesvorgaben seien teils widersprüchlich, so beispielsweise die Maßgabe, einerseits so viel Fläche zu bewirtschaften, dass die Hälfte des Futters selbst produziert werden könne, andererseits jedoch die dafür notwendige Menge an Stickstoff nicht ausbringen zu dürfen.

„Ohne erkennbare Sachkenntnis folgt eine Verordnung der anderen. Wir wollen gehört und bei Entscheidungen mit einbezogen werden.“ Fleisch, Milch und Brot seien stets im Überfluss verfügbar. „Stellt euch vor, es gäbe mal eine Zeit lang nichts davon zu kaufen – ein Aufschrei ginge durchs Land.“ Der Bauer sei ein Unternehmer mit rund 70 Arbeitsstunden in der Woche. „Dass er mit seiner Arbeit dann auch noch Geld verdienen will, ist für manche unfassbar.“

Ausgiebig hatten die Frauen im Anschluss Zeit für Gespräche, die sie mit Kaffee und Kuchen versüßten. Über den letztjährigen Verlauf sowie die Entwicklung der Finanzen informierten Sandra Wolbeck und Mia Lewing. Die Versammlung erteilte dem Vorstand einstimmig Entlastung. Beisitzerin Heike Behling stellte ihr Amt zur Verfügung, Nachfolgerin ist Sabine Enning. Mit der Aufnahme von 19 Frauen zählt der Verein derzeit 242 Mitglieder.

Finanziell unterstützten die Landfrauen gemeinsam mit LOV und Landjugend mit dem Erlös des Erntedankfestes das an der Grundschule durchgeführte Ernährungsprojekt „Wo kommt unser Essen her?“ Eine Neuauflage ist geplant.

Das Geld aus der Beteiligung am Fettmarkt sowie den jeweils bei HTG ausgerichteten Cafés beim Adventsmarkt und Frühlingsfest wurde dem Brustzentrum im St. Franziskus-Hospital in Münster gespendet. Die Chefärztin dieser Abteilung, Dr. Barbara Krause-Bergmann, referierte ausführlich und für Laien gut verständlich über Brustkrebs, Diagnosen und Therapien.

Neue Mitglieder bei den Landfrauen sind: Heike Berghaus, Dorothea Blome-Epping, Hanni Bodyn, Kornelia Denkler, Anja Enning, Kornelia Feldhues, Marianne Focke, Anja Foecker, Monika Gauxmann, Monika Heidrich, Antonia Herdering, Doris Jürgens, Doris Kottig, Steffi Laurenz, Yvonne Möllers, Bernadette Münstermann, Hildegard Rondiek, Andrea Schwering und Kristin Temme-Helker.

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