Thema Thermographie
Dämmlücken sichtbar gemacht

Metelen -

Wie gut sind Wohnhäuser eigentlich gedämmt? – eine wichtige Frage, gerade und auch in Zeiten des Klimaschutzes. Viele Metelener informierten sich bei einem Thermographie-Spaziergang durch die Gemeinde.

Mittwoch, 05.02.2020, 18:29 Uhr
Bei einem Thermographie-Spaziergang haben sich Metelener Bürger begleitet von Fachleuten mit einer Wärmebildkamera über Möglichkeiten der Baudämmung informiert. Jana Gutzat erläuterte das „Farbenspiel“ der Aufnahmen.
Bei einem Thermographie-Spaziergang haben sich Metelener Bürger begleitet von Fachleuten mit einer Wärmebildkamera über Möglichkeiten der Baudämmung informiert. Jana Gutzat erläuterte das „Farbenspiel“ der Aufnahmen. Foto: Martin Fahlbusch

Nein, Selfies machte diese Gruppe, die am Dienstagabend im Dunkeln durch Metelen spazierte, nun wirklich nicht. Wiewohl die rund 15-köpfige Truppe immer wieder stehenblieb, jemand ein smartphone-artiges Gerät in die Höhe reckte und alle interessiert auf den vermeintlichen Bildschirm blickten. Es ging aber nicht um die Mit-Spaziergänger, sondern um die mit dem Gerät erfassten Gebäude, die zumeist gegenüber von den Betrachtern standen. Die Gemeinde hatte zu einem „Thermographie-Spaziergang“ eingeladen und interessierte Bürger konnten sich einen ersten Eindruck über etwaige Wärme- und Dämmungsverluste ihrer Häu­ser im wahren Sinne ein Bild machen.

„Dieses kleine Gerät vermittelt einen ersten Eindruck, ist zwar nicht mit den hochqualitativen Kameras der kreisweiten Thermographie-Aktion zu vergleichen, bei der aussagepräzisere Aufnahmen mit einer umfassenden Infomappe erstellt werden“, erläuterte „Smartphone-Bedienerin“ Jana Gutzat. Sie ist Mitarbeiterin der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, arbeitet in einer Tochtergesellschaft, dem Zentrum für Umweltkommunikation, und kümmert sich dort vorrangig um Modernisierungsfragen. bis zu seinem Wohnhaus spazierte Bürgermeister Gregor Krabbe mit, denn dieses Informationsangebot wird von der Gemeinde im Rahmen des Quartierförderungsprojektes „Haus im Glück“ angeschoben.

„Wichtig ist, ob Alt- oder Neubau oder gar historisches Gebäude, dass man den Bau- und Ausbauplan der Objekte unbedingt mit zu Rate zieht, damit man die Bildinformationen richtig deuten und einschätzen kann“, erläuterte der „mitlaufende“ Energieberater des Kreises Steinfurt, Franz Wennemann. Er hob zudem hervor, dass die gerade gemachten Aufnahmen nur erste Hinweise enthalten könnten. Wennemann betonte auch in der anschließenden Auswertungs- und Gesprächsrunde im Alten Amtshaus, dass Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit von Energie-Dämmmaßnahmen natürlich präzise zu betrachten und zu beurteilen seien. „Die Außendämmung ist in der Regel sinnvoll und richtet den Blick auf Hohlräume, Verblendmaterialien und Kältebrücken. Da kann man eine Menge ausrichten“ ermunterte der Fachmann. Bei einer Innendämmung stellen sich zumeist technisch kompliziertere Probleme. Und wenn die nicht professionell angegangen würden (Stichwort lückenlose Dampfsperren), hole man sich die Probleme erst ins Haus. Wennemann bot Interessierten an, sich bei ihm eingehender über geeignete weitere Schritte und Maßnahmen sowie Förderungsmöglichkeiten zu informieren. Die farbprächtigen Thermoaufnahmen sollen die Spaziergänger demnächst über die Gemeinde verwaltung erhalten können.

Zum Thema

Ansprechpartner beim Kreis Stein­furt: Franz.Wennemann@kreis-steinfurt.de.

...
Mehr zum Thema
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7241040?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686835%2F
Nachrichten-Ticker