Vater aus Metelen angeklagt
Missbrauch-Prozess: Plädoyers ohne Öffentlichkeit

Metelen/Münster -

Vor dem Landgericht ist der Prozess gegen einen 43-Jährige aus Metelen in seine Schlussphase getreten. Am Mittwoch wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit plädiert. Das Urteil soll am Donnerstag fallen.

Mittwoch, 12.02.2020, 15:50 Uhr aktualisiert: 12.02.2020, 16:24 Uhr
Landgericht Münster: Am Donnerstag soll das Urteil im Missbrauchs-Prozess fallen.
Landgericht Münster: Am Donnerstag soll das Urteil im Missbrauchs-Prozess fallen.

Keine psychiatrischen Störungen erkannte die Gutachterin bei dem 43 Jahre Mann aus Metelen, der des schweren sexuellen Missbrauchs an seiner leiblichen minderjährigen Tochter angeklagt ist. Vor der 21. Großen Strafkammer des Landgerichts Münster schilderte sie am Donnerstag den Angeklagten als emotional nicht beeinträchtigt. Auch sein Drogensuchtpotential sei trotz gelegentlichen Konsums von Marihuana nicht ausgeprägt. Er selbst habe sich in den Gesprächen mit der Gutachterin als Einzelgänger beschrieben, der in seinem Wohnort außerhalb der Familie kaum soziale Kontakte pflegte.

Im Fokus der Untersuchungen stand jedoch das Sexualverhalten des Angeklagten. In der Familie seiner Kindheit habe es keine Missbrauchshandlungen gegeben, führte die Gutachterin aus. Es seien jedoch gewisse Neigungen und Vorlieben erkennbar, wie zum Beispiel sexuelle Handlungen mit Hunden, die bei ihm eine besondere Erregung auslösten. Darauf ließen auch die auf verschiedenen Datenträgern sichergestellten Bilder und Videos schließen. Sex habe einen hohen Stellenwert in seinem Leben, berichtete die Sachverständige, wie es schon im Verlauf des Prozesses zur Sprache kam.

Gutachterin erkennt keine pädophilen Neigungen

In ihrem Bericht führte die Gutachterin aus, dass sie bei dem Angeklagten keine pädophilen Neigungen erkennen könne, wohl aber eine gewisse Neugier auch für kinderpornografische Bilder und Filme. Einige der angeklagten Vorwürfe habe der Metelener ihr gegenüber bestritten.

Abschließend stellte die Gutachterin fest, dass beim Angeklagten weder eine Bewusstseinsstörung vorliege noch ein auffälliges Suchtverhalten erkennbar sei. Die Notwendigkeit einer psychiatrischen Behandlung oder einer Sicherungsverwahrung könne sie ebenfalls nicht diagnostizieren, so ihre Aussage vor der Strafkammer.

Auf Antrag des Nebenklägers wurde die Öffentlichkeit während der Plädoyers von Staatsanwalt, Nebenkläger und Verteidigung sowie beim letzten Wort des Angeklagten von der Verhandlung ausgeschlossen. Das Urteil soll am heutigen Donnerstag gesprochen werden.

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