KIM-Konzertabend mit Burkhard Wolk
Von Bach bis zum Amazonas

Metelen -

Sehr persönlich geprägt war der Auftritt des Gitarristen Burkhard Wolk im Rahmen eines KIM-Konzerts im Alten

Amtshaus. Der Künstler präsentierte nicht nur Gitarrenmusik aus Lateinamerika, sondern nahm eine Zuhörer auch mit auf

einen Streifzug durch die wechselvolle Historie Lateinamerikas. Wolk schlug den Bogen dabei von Kolumbus bis zum

amtierenden Präsidenten Brasiliens.

Montag, 02.03.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 15:58 Uhr
Seiner Gitarre und der wechselvollen Historie des lateinamerikanischen Kontinents verbunden präsentierte Burkhard Wolk seinen Zuhörern im Alten Amtshaus einen Mix aus musikalischen Darbietungen und teils persönlich gefärbten Anmerkungen.
Seiner Gitarre und der wechselvollen Historie des lateinamerikanischen Kontinents verbunden präsentierte Burkhard Wolk seinen Zuhörern im Alten Amtshaus einen Mix aus musikalischen Darbietungen und teils persönlich gefärbten Anmerkungen. Foto: Martin Fahlbusch

Der geschenkte Samstagabend im Alten Amtshaus im Februar 2020, also der 29. Tag dieses wechselvollen Monats, war ebenso reichhaltig wie verwirrend. Ein Abend mit zumeist schnellen Gitarrenfingern, bunten Bildern und einen Füllhorn an Assoziationen „Von Bach bis zum Amazonas“.

Auf Einladung der Kulturinitiative Metelen (KIM) war erneut - wie schon 2014 - Burkhard Wolk mit Gitarre, Laptop und Beamer nach Metelen gekommen, um Überraschendes zwischen skurrilen Entdeckungsreisen eines Christoph Kolumbus und dem amtierenden brasilianischen Staatspräsidenten Jair Messias Bolsonaro zu erzählen. Nord- oder Südamerika her oder Indien und Europa hin – letztlich war dabei noch viel Raum für vielfältige und bunte Musik auf der bemerkenswert von Burkhard Wolk beherrschten Gitarre mit Werken beispielsweise von Johann Sebastian Bach, Scott Joplin, Astor Piazolla und Isaac Albeniz.

Insofern konnte man auch die Begrüßungsworte von Jockel Fontaine deuten, der die Aria Nr. 4 aus Bachs Kantate (BWV 42) „Verzage nicht, Du Häuflein klein“ zitierte. Burkhard Wolk stellte sie an den Beginn seines von Anekdoten und eigenen Sichtweisen geschichtlicher und musikalischer Abläufe getränktem Programm.

Das C-Dur Präludium aus dem „wohltemperiertem Klavier“ versuchte dabei auch ein wenig vergessen zu machen, dass eine defekte Heizung im Alten Amtshaus eher fröstelnde Konzentration erforderte. Neben der Darlegung der „Geschichten hinter“ der europäischen Entdeckungsgeschichte zwischen Portugal, Spanien sowie Westindien und Nord- wie Südamerika erstaunte der musikalische Moderator mit quergedachten Informationen und eher überraschenden Einsichten über Gott, die Welt und die Menschen.

Diese reichten von Betrachtungen zur Verteufelung des Rhythmus‘ in der Kirchenmusik bis hin zu den von Anibal Arias in Noten gegossenen Stimmungsbildern zur „Einsamkeit des Mannes“. Immer wieder war Burkhard Wolk bemüht, neben die kulturellen Errungenschaften Europas auch die Vielfalt der alten Kulturen des amerikanischen Kontinents anerkennend herauszustellen.

Von ihm war auch ein kleines Klagelied des Gitarristen zu hören: „Hätten Bach, Beethoven oder Mozart nur mehr für unser schönes Saiteninstrument komponiert – wir Spieler und die Gitarre wären mehr als ein kleiner Nebenarm in der großen Musikgeschichte geworden.“

Die wackere Zuhörerschaft bedankte sich am Ende des vielschichtigen Abends mit warmen Applaus.

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