Projekt für den alten Grundschulstandort
Senioren-WG auf dem Schulgelände

Metelen -

Schon recht konkret sind die Pläne, die der Pflegedienst Leusbrock für einen Teil des ehemaligen Grundschulgeländes hat.

Er möchte dort gerne ein Gebäude für zwei Wohngemeinschaften demenzkranker Menschen errichten und überdies eine

Tagespflegeeinrichtung für 14 Senioren. Die Pläne wurden jetzt gemeinsam mit der Bewerbung um das Grundstück dem

Bauausschuss der Gemeinde vorgestellt.

Mittwoch, 04.03.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 15:50 Uhr
Auf der Zeichnung sind links das WG-Objekt und rechts das Gebäude der Tagespflege vom Stüvvenweg aus dargestellt. Zum Vergleich ist mit gestrichelten Linien die Dimension des Altbaus der bisherigen Grundschule hinzugefügt. Philipp Leusbrock (kl. Foto l.) erläuterte das Konzept der Anlage, Architekt Johannes Ehling seinen ersten Entwurf für dessen planerische Umsetzung.
Auf der Zeichnung sind links das WG-Objekt und rechts das Gebäude der Tagespflege vom Stüvvenweg aus dargestellt. Zum Vergleich ist mit gestrichelten Linien die Dimension des Altbaus der bisherigen Grundschule hinzugefügt. Philipp Leusbrock (kl. Foto l.) erläuterte das Konzept der Anlage, Architekt Johannes Ehling seinen ersten Entwurf für dessen planerische Umsetzung.

Wo früher in den Pausen Grundschüler um­her­tobten, und für gut ein Jahr noch die Mädchen und Jungen der evangelischen Kita ein und aus gehen, könnten künftig Menschen wohnen, die gleich zwei Generationen älter sind. Der Pflegedienst Leusbrock bewirbt sich um etwa die Hälfte der Fläche der ehemaligen Grundschule an der Schulstraße.

Entstehen sollen hier zum einen eine Tagespflegeeinrichtung mit 14 Plätzen und daneben ein Haus für zwei Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz mit 24 Plätzen. Hinzu kommen bis zu sieben weitere Wohnungen. Philipp Leusbrock stellte ein erstes Konzept für eine mögliche Bebauung vor: „Wir haben unsere Wurzeln in Metelen und suchen schon länger nach einem Grundstück, um auch hier vor Ort den Menschen Angebote machen zu können.“ Es gebe viele Nachfragen von Menschen aus dem Ort, die auch im Alter in Metelen bleiben wollten.

Die Tagespflegeeinrichtung sei da ein Baustein. Maximal 14 betreute Menschen erlebten dort einen strukturierten Tagesablauf der nicht nur eine Abwechslung vom Alltag biete, sondern darüber hinaus auch der Vereinsamung vorbeuge. Pflegende Angehörige würden durch das Betreuungsangebot, das von Montag bis Freitag zwischen 8 und 16.30 Uhr bestehe, entlastet. Senioren könnten so letztlich länger zuhause leben.

Zentraler Punkt im Haus sei ein großer Gemeinschaftsbereich mit angrenzender Küche. Geplant sind aber auch Ruheräume für das Mittagsschläfchen und ein Pflegebad. In den beiden oberen Stockwerken sollen fünf Wohnungen entstehen, die sich an Senioren richten. „Der Vorteil ist, dass die Strukturen genutzt werden können“, so Leusbrock.

Er spielte damit auf das zweite Objekt an: ein Haus, in dem zwei Wohngemeinschaften mit jeweils zwölf Menschen leben sollen. Da hier in erster Linie Menschen mit einer demenziellen Erkrankung wohnen werden, wird es eine 24-Stunden-Betreuung geben – tagsüber mit zwei Kräften pro WG, in der Nacht mit einer Betreuungsperson für das ganze Haus. Hinzu komme die professionelle Pflege des Dienstes Leusbrock.

Die Philosophie der Einrichtung bestehe darin, den Alltag in den Mittelpunkt zu stellen. „Wir wollen keine künstlichen Ereignisse schaffen, sondern das Leben der Menschen möglichst fortführen. Ein abwechslungsreich gestalteter Außenbereich mit Sinnesanregungen ist ebenso wesentlicher Bestandteil des Projekts wie die Einbindung der Betroffenen und deren Angehörigen. Die Bewohner sind unsere Mieter“, brachte Philipp Leusbrock den Ansatz auf den Punkt.

Um die architektonische Umsetzung dieses Konzepts soll sich das Büro Ehling aus Ochtrup kümmern, das bereits die neue Grundschule mit plante. Johannes Ehling stellte erste Ideen vor, die nicht zuletzt auch auf den Erfahrungen des Pflegedienstes mit einem vergleichbaren Objekt in Wettringen fußten. Im Objekt der beiden Wohngemeinschaften nimmt dabei der zentrale, gemeinsame Bereich eine wichtige, kommunikative Funktion ein. Die zentrale Lage des Grundstücks, um das sich der Pflegedienst bewerbe, komme dem Ansatz, die künftigen Bewohner ins Geschehen im Ort einzubinden, sehr entgegen.

Im Bauausschuss wurde nach der Präsentation angemerkt, dass sich die Politik mit dem gesamten Quartier beschäftigen müsse.

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