Amprion stellt neue Variante vor
Stromautobahn wieder  dichter an  Metelen-Land

Metelen -

Seit Mittwoch liegt die Planung für die Höchstspannungstrasse von Amprion unter anderem im Metelener Rathaus aus.

Beim Blick in die Unterlagen wird deutlich, dass der Netzbetreiber nach wie vor eine kleinere Verschwenkung der Trasse

um die Bahnhofssiedlung herum favorisiert. Um die Natur zu schonen, rücken die Masten in einer modifizierten

Planvariante jedoch wieder näher an Metelen-Land heran.

Donnerstag, 05.03.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 17:08 Uhr
Wo werden die Masten für die neue Höchstspannungsleitung gebaut? Der Netzbetreiber Amprion brachte jetzt eine neue, abgewandelte Variante für die Trassenführung ins Verfahren ein.
Wo werden die Masten für die neue Höchstspannungsleitung gebaut? Der Netzbetreiber Amprion brachte jetzt eine neue, abgewandelte Variante für die Trassenführung ins Verfahren ein. Foto: dpa

Mit Spannung erwartet worden war in der Gemeindeverwaltung und bei den betroffenen Anliegern die erneute Offenlage im Verfahren um den Bau einer neuen 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung. Im Rahmen eines Erörterungsverfahrens bei der Bezirksregierung im Herbst 2019 waren Bedenken zu den bisher vorgeschlagenen beiden Trassenvarianten deutlich geworden.

Amprion hatte im Anschluss weitere Freileitungs- und Erdkabelvarianten geprüft. „Unter Berücksichtigung aller Schutzgüter, der technischen Machbarkeit und des Effizienzgebotes konnte eine Variante gefunden werden, welche den bestmöglichen Kompromiss zwischen allen abwägungsrelevanten Belangen ermöglicht“, beschreibt der Netzbetreiber seinen Lösungsansatz, der seit gestern und noch bis zum 3. April unter anderem im Rathaus Metelen offenliegt.

Das Ergebnis ist ein modifizierter Verlauf der Verschwenkung um die Siedlung Metelen-Land herum. Die Trasse rückt wieder dichter an die vorhandene Bebauung heran – in einem Fall sogar bis auf auf 106 Meter – umgeht die Siedlung aber weiterhin südlich (s. Grafik). Die Verschwenkung bleibt zwar bestehen, doch wird das Waldgebiet nicht so stark tangiert wie beim zunächst auch von Amprion favorisierten Verlauf. „Die geänderte Trasse verläuft im Vergleich zur Antragstrasse auf kürzerer Strecke durch Waldflächen, hier vor allem Kiefernwald, dafür auf längerer Strecke über Ackerflächen“, beschreibt Amprion den neuen Verlauf.

Die Anpassung dürfte folglich eine Folge der Einwände beim Erörterungstermin sein. Fakt ist, dass die Variante II mit noch stärkerer Verschwenkung nach Süden deutlich stärkere Eingriffe in den Waldbestand der Metelener Heide bedeuten würde. Diese Option war vom Rat der Gemeinde, aber auch von etlichen Anliegern ausdrücklich gefordert worden.

Würde nach der Offenlage die jetzt vorgestellte, modifizierte Variante genehmigt, gibt es bereits die Ankündigung eines Anliegers, gegen den Trassenverlauf zu klagen.

Eine aufschiebende Wirkung hätte der Weg zum Verwaltungsgericht allerdings nicht. Amprion hatte zuletzt angedeutet, dass ein Start der Bauphase schnell erfolgen soll, wenn zuvor Planungssicherheit herrsche. Diese könnte nun bis zum Sommer erreicht sein.

 

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