Beisetzungen in Zeiten von Corona
Abschiednehmen nur im kleinsten Angehörigenkreis

Metelen -

Die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie machen auch vor Beerdigungen nicht Halt. Maximal 20 Personen dürfen derzeit teilnehmen – Pfarrer, Organist und Bestatter miteingeschlossen. Das bedeutet für Angehörige: Abschiednehmen nur im engsten Kreis.

Montag, 06.04.2020, 05:51 Uhr aktualisiert: 06.04.2020, 07:10 Uhr
Beerdigung sind aufgrund Corona-Pandemie derzeit nur im kleinesten Kreis möglich.
Beerdigung sind aufgrund Corona-Pandemie derzeit nur im kleinesten Kreis möglich. Foto: Patrick Seeger/dpa

Vieles macht aktuell eine Pause. Doch es gibt Bereiche, die dulden keinen Aufschub. Werden Hochzeiten oder Taufen verschoben, so gibt es dort, wo es einen Beginn gibt, irgendwann auch ein Ende: der Tod. Es ist der natürliche Lauf des Lebens. In Corona-Zeiten finden zwar Beerdigungen statt, doch auch sie unterliegen Restriktionen. Maximal 20 Menschen dürfen bei der Bestattung anwesend sein. „Der Pastor, die Organistin und ich werden dabei mitgezählt“, sagt Doris Kottig vom gleichnamigen Bestattungsunternehmen in Metelen. „Die Angehörigen zeigen dafür Verständnis und akzeptieren es. Die Familie klärt das unter sich.“

Doris Kottig hat die Vorgaben vom Ordnungsamt bekommen mit der Auflage, tunlichst auf deren Umsetzung zu achten. Wie anderswo auch werden Listen angefertigt mit den Personen, die an der Beerdigung teilgenommen haben. Damit kann im Falle des Falles rekonstruiert werden, mit wem ein mit dem Coronavirus Infizierter Kontakt hatte.

Das Abschiednehmen von dem Verstorbenen ist essenziell. Dies kann in kleinen Gruppen weiterhin in der Trauerhalle am Friedhof geschehen, wo der Leichnam aufgebahrt wird – sofern dieser nicht an dem Virus erkrankt war. Dann wäre ein letzter Gruß am offenen Sarg nicht möglich.

„Das persönliche Gespräch mit den Hinterbliebenen möchten und müssen wir wahrnehmen“, sagt Doris Kottig. Sicherlich würden digitale Hilfsmittel genutzt, doch das allein reiche nicht aus, um den Trauernden beizustehen.

Die heilige Messe entfällt, stattdessen gibt es einen Wortgottesdienst im engsten Familienkreis in der Friedhofskapelle. Solche Fälle habe es auch schon in der Vergangenheit gegeben. Ansonsten sei der Ablauf der Beerdigung gleich. „Die Enttäuschung ist im ersten Moment groß“, berichtet Pastor Thomas Stapper. „Aber die Menschen sind nicht verbittert, sondern haben ein Einsehen. Wir müssen uns fügen.“ Ein kleiner Trost könne das Sechs-Wochen-Seelenamt sein, um im größeren Kreis Abschied zu nehmen: „Es ist nicht auf sechs Wochen nach dem Todesdatum festgelegt, sondern kann verschoben werden.“ Das gleiche Prinzip wende auch die evangelische Kirchengemeinde an, ergänzt Pfarrerin Imke Philipps.

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