15 Bewohner und Mitarbeiter infiziert
St.-Ida-Haus unter Quarantäne

Metelen -

Zehn Bewohner und fünf Mitarbeiter des St.-Ida-Hauses sind mit dem Corona-Virus infiziert. Dies bestätigte jetzt die

Betreiberin des Seniorenheims. Für die Einrichtung gilt ein striktes Betretungsverbot. Bereits am Mittwoch der Vorwoche

war eine erste Bewohnerin positiv getestet worden. Seit Sonntag gehen alle Mitarbeitenden des Hauses nach der Arbeit in

häusliche Quarantäne, so die Domus Caritas.

Montag, 06.04.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 15:50 Uhr
Für das St.-Ida-Haus gilt derzeit ein striktes Betretungsverbot. Im Haus sind allein zehn Bewohner mit dem Virus infiziert.
Für das St.-Ida-Haus gilt derzeit ein striktes Betretungsverbot. Im Haus sind allein zehn Bewohner mit dem Virus infiziert. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Der Handwerker, der vor dem St.-Ida-Haus parkt, legt eine Schutzmaske an, zwei Mitarbeiter des Hauses bedeuten ihm durch das Fenster des Speiseraumes, den Seiteneingang zu nutzen. Auch sie tragen Schutzmasken und sogar einen Schutzanzug. Das Seniorenheim erlebt in diesen Tagen die Krise im größtmöglichen Ausmaß: Zehn Bewohner sind infiziert und auch fünf Mitarbeiter des Hauses wurden positiv auf das Virus getestet.

Dies erklärte der Geschäftsführer von Domus Caritas, Burkhard Baumann. Die gemeinnützige GmbH betreibt unter anderem das Haus in Metelen. Baumann ergänzte: „Seit Sonntag (5. April) gehen alle Mitarbeitenden nach der Arbeit in häusliche Quarantäne. Darüber hinaus sind einige Mitarbeitende auf behördliche Anordnung zuvor schon in Quarantäne gewesen, die derzeit noch nicht wieder arbeiten dürfen. Die fünf Mitarbeitenden, die positiv auf den Corona-Virus getestet sind, bleiben in häuslicher Quarantäne.“ Ehrenamtliche Helfer der Einrichtung seien nicht von einer Infizierung betroffen.

Alle Senioren aus dem Hauses blieben schon seit dem vergangenen Mittwoch, als bei einer Bewohnerin erstmals eine Infizierung festgestellt wurde, auf ihren Zimmern. Gruppenveranstaltungen fänden derzeit nicht statt, so Baumann.

„Nach Bekanntgabe der ersten Infektion ist das St. Ida-Haus auf Anordnung des Kreises umgehend geschlossen worden, so dass ein einfacher Zugang oder Ausgang seitdem nicht mehr möglich ist. Zudem ist für die Kontaktpersonen der mit dem Virus infizierten Person häusliche Quarantäne angeordnet worden“, schildert er die vergangenen Tage in der Einrichtung.

Nicht zum Tragen gekommen sei ein von der Gemeinde Metelen entwickelter Plan, nach dem sich nicht infizierte Mitarbeiter des Hauses in eine freiwillige Quarantäne begeben sollten, um so ein Weiterverbreitungsrisiko bei einer potenziellen Ansteckung gering zu halten.

Wie Bürgermeister Gregor Krabbe auf Anfrage dieser Zeitung hin mitteilte, habe die Kommune Hotelbesitzer, aber auch Ferienwohnungsbetreiber auf ein solches Szenario hin angesprochen. „Wir haben praktisch vor der Lage gedacht und gehandelt“, fasst Krabbe den Plan zusammen. Erst am Sonntag habe sich dann herausgestellt, dass dieser nicht umzusetzen war.

Vom Betreiber des Hauses gab es dennoch großes Lob für das Engagement der Gemeinde und auch für die enge Zusammenarbeit – übrigens auch mit dem Kreis Steinfurt. Die Domus Caritas muss nun denn Alltag im Haus unter den erschwerten Bedingungen organisieren. Baumann: „Die Versorgung der Bewohner mit Speisen ist nicht eingeschränkt und läuft wie gehabt, allerdings für alle einzeln auf ihren Zimmern. Pflege-Hilfsmittel sind im eigenen Lager in Teilen noch vorhanden oder werden mit den anderen Einrichtungen im Verbund der Domus Caritas ausgetauscht. Zudem ist die Verwaltung der Domus Caritas mit dem Kreis Steinfurt im laufenden Kontakt, um zusätzliche Pflege-Hilfsmittel wie Schutzanzüge und Atemmasken zu beschaffen.“

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