Totschlagfalle schnappte zu
Fischotter getötet: Staatsanwaltschaft eingeschaltet

Metelen/Kreis Steinfurt -

Die Staatsanwaltschaft Münster wurde jetzt vom Kreis Steinfurt eingeschaltet, da der Verdacht auf eine Straftat gegen

bestehende Naturschutzgesetze vorliegt. Grund ist ein toter Fischotter, der im Gemeindegebiet gefunden wurde. Laut

Untersuchungen wurde er durch eine sogenannte Totschlagfalle so sehr verletzt, dass er in der Folge verhungerte. Fischotter

sind streng geschützte Tiere.

Dienstag, 12.05.2020, 15:50 Uhr aktualisiert: 13.05.2020, 15:26 Uhr
Fischotter sind dabei, in der Aa und der Vechte wieder heimisch zu werden. Ein männliches Exemplar geriet jetzt in Metelen in eine sogenannte Totschlagfalle.
Fischotter sind dabei, in der Aa und der Vechte wieder heimisch zu werden. Ein männliches Exemplar geriet jetzt in Metelen in eine sogenannte Totschlagfalle. Foto: Pixabay

Lange galten sie bei uns als ausgestorben, aber eine kleine Population hat in den Kreis Steinfurt zurückgefunden: Fischotter. Seit mehr als zehn Jahren werden sie regelmäßig im Kreis Steinfurt nachgewiesen. Allerdings lauern hier auch Gefahren für das Tier. Kürzlich muss ein Exemplar in Metelen in eine Totschlagfalle geraten sein. Da der Fischotter europaweit streng geschützt ist, hat das Umwelt- und Planungsamt des Kreises Steinfurt den Fall zur weiteren Verfolgung an die Staatsanwaltschaft Münster gegeben.

 „Dem verendeten männlichen Fischotter fehlte der Unterkiefer, was darauf hindeutete, dass das Tier vermutlich in eine Totschlagfalle geraten war und infolgedessen verhungert ist“, erklärt Umwelt- und Planungsamtsleiter Heiner Bücker.

Das Chemische Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe hat laut der Presseinformation der Kreisverwaltung die Vermutung bestätigt. Deshalb habe der Kreis die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, sagt Bücker: „Die Vertreibung und die Tötung des Fischotters sind gesetzlich verboten. Das gilt auch für die versehentliche Tötung durch Totschlagfallen, wie sie etwa im Rahmen der Nutria- und Bisambekämpfung eingesetzt werden, aber nicht erlaubt sind. Sollten sie trotzdem eingesetzt werden, wird dies als Straftat geahndet.“ 

Weitere Gefahren für die gewünschte Ausbreitung der wendigen, schnellen Schwimmer, die nachts auch mal bis zu 30 Kilometer zurücklegen, seien Reusen, andere Fallen und der Straßenverkehr, sagt der Amtsleiter. Drei überfahrende Tiere seien in den vergangenen Jahren im Kreis aufgefunden worden, was die kleine Population im Kreis Steinfurt sehr instabil werden lasse. Bücker: „Schon einzelne Verluste, vor allem weiblicher Tiere, können das Überleben der Population gefährden. Sie ist sehr anfällig.“  Nach seiner Rückkehr in den Kreis Steinfurt war der aus der Familie der Mader stammende Fischotter zunächst im Gewässersystem der Aa in den nördlichen Kommunen festgestellt worden. Eine vom Kreis und der Biologischen Station des Kreises vergebene Studie weist ihn heute eher im Westen im Gewässersystem von Vechte und Steinfurter Aa nach.

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