Wann startet der Fahrbetrieb wieder?
Corona bremst den Bürgerbus aus

Metelen -

Metelens Bürgerbus parkt derzeit auf dem Betriebshof der Verkehrsbetriebe Veelker. Der Trägerverein hat den Betrieb wegen der Corona-Regelungen einstellen müssen und kann auch jetzt noch keinen Termin nennen, an dem wieder Fahrgäste befördert werden. Bürgerbusvereins-Vorsitzender Gregor Hinkelammert kann jedoch für die Zeit nach dem Neustart schon jetzt ein zusätzliches Angebot anbieten.

Dienstag, 19.05.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 19.05.2020, 09:14 Uhr
Der Vorsitzende des Bürgerbusvereins, Gregor Hinkelammert (r.), und Fahrer Josef Wesseler wissen noch nicht, wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann.
Der Vorsitzende des Bürgerbusvereins, Gregor Hinkelammert (r.), und Fahrer Josef Wesseler wissen noch nicht, wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Eigentlich wollte er den 20 000. Gast begrüßen, doch daraus wurde nichts: Metelens Bürgerbusverein musste kurz vor dem Jubiläum seinen Betrieb einstellen – wegen der Einschränkungen im Rahmen der Corona-Pandemie. Und auch heute noch steht der rote Bus auf dem Betriebshof der Verkehrsbetriebe Veelker und wartet darauf, dass es wieder losgeht.

Wie auch die Vereinsmitglieder. „Wir haben die Zeit genutzt, um anstehende Reparaturen durchzuführen“, berichtet Bürgerbusvereins-Vorsitzender Gregor Hinkelammert, dass das Fahrzeug top in Schuss ist. Indes: Corona bremst den Bus immer noch aus. Zwei Gründe verhindern derzeit, dass der Betrieb wieder anläuft: Die Altersstruktur der Fahrer und Fahrgäste und der Bus selber. Letzterer ist bekanntlich ein Kleinbus. Diesen so einzurichten, dass die bestehenden Regelungen eingehalten werden können, mache keinen Sinn, so Hinkelammert. Das Fahrzeug sei nicht groß genug, um das Abstandsgebot sinnvoll umzusetzen.

Doch vor allem sind es die Fahrer und auch die Kunden des Bürgerbusses, die gegen eine rasche Wiederinbetriebnahme sprechen. Hinkelammert: „Wir haben 22 Fahrer und die allermeisten sind in einem Alter, in der sie selber zur Risikogruppe gehören.“ Auch ohne die Einschränkungen durch Corona sei die Diensteinteilung der Fahrer nicht immer einfach gewesen, berichtet er. So habe es immer wieder gesundheitlich bedingte Ausfällte gegeben, die von anderen aus der engagierten Seniorentruppe aufgefangen werden mussten. Grundsätzlich, so Hinkelammert weiter, sei es schwierig für den ehrenamtlichen Fahrdienst Nachwuchs zu gewinnen. „Wir sprechen immer wieder Menschen an, die gerade in den Ruhestand gehen, und über entsprechende Zeit verfügen“, berichtet er. Allerdings würde oftmals abgewunken.

Und da ist dann noch etwas, was den Vorsitzenden des Bürgerbusvereins umtreibt: „Die lange Pause durch Corona macht mir Sorge. Ich befürchte, dass der ein oder andere sich möglicherweise nicht wieder hinters Lenkrad setzen wird.“

Die Fahrgäste indes warten teils schon ungeduldig darauf, dass der Betrieb weitergeht. „Ja, da habe ich schon Anrufe bekommen“, berichtet Hinkelammert. Auf der anderen Seite sind es vornehmlich ältere Menschen, welche den Bus nutzen. Auch diese gehören zur Risikogruppe. Der Verein steckt also aktuell in einem Dilemma.

Dennoch schauen die Metelener nach vorne, auf einen neuen Bürgerbus. Das jetzige Fahrzeug ist nämlich in die Jahre gekommen. Seit sieben Jahren ist er schon auf Metelens Straßen und darüber hinaus unterwegs. 220 000 Kilometer hat er auf dem Tacho und seine Dienste eigentlich geleistet.

„Wir haben einen Antrag über den Konzessionspartner bei der Bezirksregierung für ein neues Fahrzeug gestellt“, erläuterte Gregor Hinkelammert, dass dieser Aussicht auf Erfolg habe, weil die Lebensdauer des Vorgängerfahrzeugs erreicht sei. Auch von der Gemeinde Metelen sei der Zuschuss im Etat eingestellt, weiß der Bürgerbus-Vorsitzende.

Beim Nachfolgemodell werde der Verein allerdings wohl wiederum auf einen konventionellen Antrieb setzen. „In dieser Fahrzeugsparte gibt es einfach ein zu geringes Angebot“, hatten sich der Betreiberverein schlau gemacht. Also wird es wohl wieder auf einen Diesel hinauslaufen. „Ich denke, dass in der dann folgenden Fahrzeuggeneration ein alternativer Elektroantrieb zum Zuge kommen könnte“, blickte Hinkelammert weit voraus.

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