Gastronomie nach dem Lockdown
Vernünftig und verhalten

Metelen -

Unter strengen Auflagen dürfen Restaurants wieder Kunden empfangen. Die Gastronomen in Metelen erleben ihre Besucher als vorsichtig - und berichten größtenteils von einem verhaltenen Start nach dem Lockdown.

Dienstag, 02.06.2020, 18:26 Uhr aktualisiert: 03.06.2020, 17:01 Uhr
„Die Leute möchten draußen sitzen“: Biergärten sind bei dem schönen Wetter gefragt.
„Die Leute möchten draußen sitzen“: Biergärten sind bei dem schönen Wetter gefragt. Foto: Anne Spill

Wochenlang mussten die Tische in den Speisegaststätten wegen der Corona-Pandemie leer bleiben. Seit dem 11. Mai dürfen die Restaurants unter strengen Auflagen wieder Gäste empfangen. Eine Umfrage unserer Zeitung unter Gastronomen in Metelen zeigt: Nach der Zwangspause läuft das Geschäft zwar wieder an – aber zumeist nur verhalten.

Abstand halten, auf dem Weg durch das Restaurant eine Maske tragen, Hände waschen oder desinfizieren und die Kontaktdaten da lassen: Wer Essen gehen möchte, muss dieser Tage einiges beachten. „Aber die Leute machen das schon ganz automatisch“, hat Heike Leuters von der gleichnamigen Gaststätte erfahren.

Ab und an vergesse mal jemand, den Mund-Nasen-Schutz beim Verlassen des Platzes aufzusetzen. Da genüge dann ein freundlicher Hinweis. Nur mit dem Ausfüllen der Besucherkarten, anhand derer das Gesundheitsamt im Falle eines Falles Infektionsketten nachvollziehen kann, tue sich mancher etwas schwer, berichtet Heike Leuters. „Aber das ist ja auch zum Eigenschutz.“ Insofern sei das eine sinnvolle Maßnahme.

Geärgert hat sich die Wirtin dagegen über die vorgesehene Senkung der Mehrwertsteuer, weil diese nur für Essen gelte. „Da muss von der Politik mehr kommen“, denkt Heike Leuters auch an die Kollegen, die hauptsächlich vom Getränkeverkauf leben.

Glück habe das Landhaus Leuters mit seinem großen Biergarten. „Das läuft bei dem Wetter natürlich“, freut sich die Gastronomin. Da die Tische weit genug auseinander stünden, könnten sie alle besetzt werden.

„Die Leute möchten bei dem Wetter draußen sitzen“, hat auch Heinrich Pieper von der Gaststätte Lampen-Pieper festgestellt. Der hauseigene Saal, der viel Platz bietet, helfe insofern nur bedingt weiter. Seine Gäste erlebt der Wirt als sehr verhalten, aber vernünftig.

Als verhalten würde auch Alfred Kock vom Altdeutschen Gasthaus Kock die Besucher beschreiben. Seine Gaststätte hat seit Samstag wieder geöffnet, bietet aber nur noch Essen à la Carte an. „Die Auflagen für Büffet-Angebote sind so streng, das funktioniert nicht.“

Die ersten beiden Tage seien ganz gut gelaufen, berichtet Kock. Aber am Pfingstmontag hätten nur wenige Kunden das Angebot von Kaffee, Kuchen und durchgehend warmer Küche genutzt. „Das wurde nicht angenommen. Ich weiß auch nicht, woran es lag.“

Ihm ist außerdem aufgefallen, dass viele Gäste es eiliger als sonst gehabt hätten und schon nach einer Viertelstunde wieder gegangen seien, wo sie früher noch gemütlich plauschten – „das war merkwürdig“. Er ist sich sicher: „Es wird eine ganze Weile dauern, bis die Leute wieder ihr normales Ausgehverhalten haben.“ Alfred Kock hofft, dass die Stammtische nun wiederkommen. „Die Leute sind alle noch ein bisschen vorsichtig“, hat auch Egon Tillack vom Marktgrill bemerkt.

Vor allem Jüngere trauten sich nun wieder auszugehen, ist Carlos Salems Eindruck. Aber es dürften mehr sein in seinem noch jungen Restaurant „La mas bonita“: „Wir kämpfen um jeden Cent.“ Der Gastronom musste zudem nach eigenen Angaben die enttäuschende Erfahrung machen, dass sich jemand bei der Gemeinde über ihn beschwerte, sein Lokal sei an Himmelfahrt überfüllt gewesen. „Das ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar“, ärgert sich Carlos Salem. Er habe an dem Tag nur zwei Gäste gehabt. „Und wir halten uns an alle Bestimmungen.“

Strenge Vorschriften

 

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