Offene Jugendarbeit im Ort
Das Chilly schließt zum Monatsende

Metelen -

Die Tage des örtlichen Jugendtreffs „Chilly“ sind gezählt. Zum Monatsende ist Schluss. Und danach?

Mittwoch, 10.06.2020, 06:00 Uhr
Seine Tage sind gezählt: Der Jugendtreff „Chilly“ im Obergeschoss des Bürgerhauses wird am Monatsende geschlossen.
Seine Tage sind gezählt: Der Jugendtreff „Chilly“ im Obergeschoss des Bürgerhauses wird am Monatsende geschlossen. Foto: Katharina Fiegl

Der örtliche Jugendtreff „Chilly“ hat nach Wochen, in denen er wegen der Coronakrise geschlossen war, wieder geöffnet – aber eben längst nicht für alle Interessierten. Stephanie Balsliemke, die den Treff betreut, erklärte auf Anfrage, dass die Einrichtung lediglich für die Stammgäste öffne. „Das Chilly schließt sowieso Ende Juni. Da macht es keinen Sinn, jetzt, nach der Corona-Schließung, noch junge Leute anzusprechen, die den Treff nach dem Ende des Schuljahrs eh nicht mehr nutzen können“, erläuterte sie den Hintergrund.

Simone Frahling, zuständige Amtsleiterin in der Gemeindeverwaltung, bestätigte die Schließung des Treffs zu den Sommerferien hin. Eine Perspektive, wann und wie es mit der offenen Jugendarbeit in Metelen weitergeht, konnte sie auf Anfrage nicht nennen, verwies aber auf Gespräche zur Übernahme der Trägerschaft einer offenen, sozialraumorientierten Kinder- und Jugendarbeit durch einen freien Träger.

Mit diesem Thema hatte sich zuletzt der Ausschuss für Jugend und Soziales im November des vergangenen Jahres beschäftigt, als er Vertreter von drei potenziellen Trägern öffentlich anhörte. Diese waren die evangelische Jugendhilfe, die in Metelen ja bereits eine Kita und ein Intensivwohngruppe betreibt, der Jugend- und Familiendienst (jfd) aus Rheine und der Verein „Kreisel“ aus Emsdetten. Während der Sitzung hatten Vertreter der drei potenziellen Träger ihre Konzepte vorgestellt.

Bürgermeister Gregor Krabbe, den unsere Zeitung zu dem Stillstand in dem Verfahren befragte, erläuterte, dass es noch juristische Fragen zu klären gelte. „Wir wollen einen klaren Schnitt“, umriss er dies. Klar sei – und das sei auch der erklärte Wille der Politik – dass es eine offene Jugendarbeit unter der Verantwortung der Gemeinde Metelen nicht länger geben werde.

Während es also noch kein klares Datum gibt, unter dem ein freier Träger in die Verantwortung tritt, zeichnet sich ab, dass der Jugend- und Familiendienst Rheine ein Konzept vertritt, welches auf große Zustimmung in Metelen gestoßen ist. Während der Präsentation war ein Ansatz deutlich geworden, in dem Kinder und Jugendliche miteinbezogen werden. Regelmäßig Befragungen der Nutzer und eine aktive Teilhabe der jungen Besucher des Treffs bei der Programmplanung hat sich der jfd auf seine Fahnen geschrieben. Auch ist ein Pool ehrenamtlicher Jugendlicher und junger Erwachsener geplant, welche Verantwortung im Jugendtreff übernehmen. Die pädagogischen Fachkräfte begleiten diese Entwicklung und deren Umsetzung, heißt es im Konzept des jfd, das er im November präsentiert hatte.

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