Blick in heimische Gärten
Grüne Oase mit vielen Zimmern

Metelen -

Sie lieben es, ständig neue Ideen umzusetzen: Silvia und Arnd Saxlehner haben in vielen Jahren einen Garten angelegt, der sich dem Besucher nicht auf den ersten Blick erschließt, sondern zum Verweilen einlädt. Wie Zimmer reihen sich die einzelnen Teile der grünen Oase aneinander. Verbindendes Element ist ein zentraler Weg. Doch schöner ist es, durch grüne Tore den Garten nach und nach zu erkunden.

Samstag, 27.06.2020, 06:00 Uhr
Begeisterte Freizeitgärtner: Silvia und Arnd Saxlehner haben die 700 Quadratmeter große Fläche hinter dem Haus in ein abwechslungsreiches, grünes Paradies verwandelt.
Begeisterte Freizeitgärtner: Silvia und Arnd Saxlehner haben die 700 Quadratmeter große Fläche hinter dem Haus in ein abwechslungsreiches, grünes Paradies verwandelt. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Ein Garten, der von der Terrasse aus komplett zu überblicken ist, vermag es, das Auge für ein paar Minuten zu erfreuen. Überraschungen bietet er hingegen kaum. Ganz anders der Garten der Eheleute Saxlehner: Wer vom Haus aus ins Grün schaut, wird schon nach wenigen Metern optisch gebremst – durch Rosen, Rhododendren, Hecken. Das grüne Paradies ist keines für den ersten Blick. Nur wer sich auf den Weg macht, entdeckt ihn. Und er erlebt zwei Gartenliebhaber, die mit Leib und Seele ihrem Hobby nachgehen.

Ein Garten aus lauter Zimmern

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  • Begeisterte Freizeit-Gärtner: Silvia und Arnd Saxlehner haben die 700 Quadratmeter große Fläche hinter dem Haus in ein abwechslungsreiches, grünes Paradies verwandelt.

    Foto: Dieter Huge sive Huwe
  • Schattiges Plätzchen: Unter dem Kirschbaum lässt es auch auch an drückendheißen Tagen gut aushalten.

    Foto: Dieter Huge sive Huwe
  • Der Fächerahorn und der Perückenstrauch (l.) liefern sich ein Rennen ums Licht -- und wachsen so gut, dass sie einen Durchgang zum nächsten Teil des Gartens erlauben.

    Foto: Dieter Huge sive Huwe
  • Rasen findet sich im Garten kaum. Hier trägt er dazu bei, die alte Zypressenhecke noch mehr in den Blick zu nehmen.

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  • Stockrosen verlängern die Hecke, welche diese verwunschenen Sitzplatz am Randes des Gartens rahmt.

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  • Wo Kies oft in Vorgärten dominiert, findet er bei den Saxlehners seine Funktion als das Auge beruhigende Element inmitten farbenfroher Stauden.

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  • Auch in der dichten Zypressenhecke gibt es einen Durchlass zum nächsten "Zimmer" des Gartens.

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  • Das kleine Teehaus wird von einer Ramblerrose erobert.

    Foto: Dieter Huge sive Huwe
  • In voller Blüte: der Tulpenbaum

    Foto: Dieter Huge sive Huwe
  • Bögen und Heckendurchlässe teilen den großen Garten auf in einzelne Bereiche, die jeweils ihre ganz eigene Anmutung haben.

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  • Der Cottagegarten wird eingerahmt durch niedrige Buchshecken.

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  • Hingucker: Digitalis überragt die anderen Pflanzen im Cottage-Garten.

    Foto: Dieter Huge sive Huwe
  • Die Rosen präsentieren sich in diesen Wochen in voller Blüte.

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  • Dreieckig sind die Beete des Cottage-Gartens angelegt.

    Foto: Dieter Huge sive Huwe
  • Ein Staketenzaun und Weidengeflecht geben dem Cottagegarten britische Anmutung.

    Foto: Dieter Huge sive Huwe
  • Das Gewächshaus, der Nutzgarten und die dahinter liegende kleine Obstbaumwiese -- nur selten erlaubt der Garten den Blick auf gleich drei seiner Teilbereiche.

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  • Der Staketenzaun gibt höheren Stauden den notwendigen Halt.

    Foto: Dieter Huge sive Huwe
  • Lilien am Wegesrand: Der Garten der Eheleute Saxlehner erschließt sich nicht auf den ersten Blick.

    Foto: Dieter Huge sive Huwe
  • Eine Skulptur am Ende des zentralen Erschließungsweges führt das Auge.

    Foto: Dieter Huge sive Huwe

Gute 700 Quadratmeter ansprechend zu gestalten war eine Herausforderung, welche die beiden nach und nach angingen, sich dabei viele Tipps und Tricks aneigneten und Rat ein holten. „Austausch mit anderen Gartenfreunden ist uns sehr wichtig“, beschreibt Arnd Saxlehner die Phase des Ideensammelns für neue Elemente. Die Teilnahme an der Gartentour der KIM gehört dazu, Gartentipps im TV aber auch das Öffnen des eigenen Gartens – was in diesem Jahr ausfallen musste.

Schattig ist es im vorderen Teil des Gartens, ein idealer Ort, um auch bei hochsommerlichen Temperaturen unter den Blättern des Kirschbaums zu sitzen. Ein Fächerahorn und ein Perückenstrauch liefern sich ein Rennen ums Licht, Efeu kühlt, Bauernhortensien warten in Kübeln auf ihren großen Auftritt. Das Entrée lässt nicht erahnen, was sich hinter dem Durchgang durch die Zypressenhecke zeigen wird.

Ein Tulpenbaum steht in voller Blütenpracht, harmoniert mit einer ebenso gelben Ramblerrose, die am Teehaus emporrankt. Ein Gingkobaum, vor 18 Jahren aus Samen gezogen, reckt seine Äste über dieses „Zimmer“ des Gartens, in dem einst die Sandkiste für den Nachwuchs stand. Der ist längst aus dem Haus und die Saxlehners haben die nötige Muße, um ihre Ideen umzusetzen.

Etwa im nächsten Teil, dem nächsten Zimmer, dessen Zugang unter knorrigen Weinreben erfolgt. „Wir nennen das hier Cottagegarten“, erklärte Arnd Saxlehner und seine Frau lacht: „Damit wir uns leichter finden“. In der Tat, wer den zentralen Weg durch den länglichen Garten geht, der muss schon rechts und links in die einzelnen Parzellen-Zimmer schauen, um die Saxlehners zu entdecken. Experimentieren, nicht gleich wegschmeißen – das ist Anspruch und auch nachhaltige Herangehensweise der Gartenfreunde. Ständig wird ausprobiert, werden Stauden getestet, Neues umgesetzt und bei Bedarf auch umgepflanzt.

Im Cottagegarten gibt Buchs dem Auge Halt. Über wunderbar weichen Rindenmulch gelangt der Besucher zu den dreieckigen Staudenbeeten mit Rosen, Digitalis, Salbei, aber auch mit Mispel und Wollziest. Ein Staketenzaun und eine geflochtene niedrige Umrandung bieten Kletterern Halt und geben diesem Part des Gartens britischen Charme.

Gleich dahinter wachsen Obstbäume, säulenförmig, denn dieser Teil ist eher die Randlage des Gartens. Er findet rechts vom zentralen Gang seinen Abschluss im klassischen Nutzgarten – inklusive Kartoffelanbau ausgewählter Sorten.

Das Gewächshaus ist als solches nicht gleich zu erkennen. Der Innenteil einer früheren Vogelvoliere hat ein transparentes Dach bekommen, unter dem diverse Tomatensorten bereits kräftig emporranken. Und im Winter werden hier empfindliche Pflanzen untergestellt. Altes neu zu nutzen – dieses Motto der Saxlehners hat auch hier funktioniert.

Drei Hochbeete, in denen diverse Kohlsorten und Salate prächtig gedeihen, sind ebenfalls selber gebaut. Sie stehen gleich vor der hinteren Ecke, den ein Geräteschuppen, verschiedene Baumaterialien und ein großer Pflanztisch dominieren. „Unser Betriebshof“, beschreibt Silvia Saxlehner das Ensemble. „So etwas braucht man“, wissen die beiden. Und sie kennen sich mit der Herstellung von Kompost aus – der vierte Schnellkomposter ist fest eingeplant.

Retour in Richtung Wohnhaus geht es in die gute Stube des Gartens, den Paradiesgarten. Edelrosen, Lavendel, barockes Gestühl, rankendes Geißblatt – hier darf und soll die Sonne ihre ganze Kraft entfalten.

Wie ist das alles zu schaffen? Auf gar keinen Fall, indem mit dem Zentimetermaß im Garten gearbeitet, sondern üppiger Wuchs geduldet wird. Arnd Saxlehner: „Wir wollen kein Sklaven des Gartens sein.“

Die Saxlehners betreiben auf Instagram den Gartenblog „tulpenbaum_und_gartendusche“.

 

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