Bildhauerin aus Metelen
Die Kunst begleitet ihr Leben

Metelen -

Die großen Bronzeskulpturen der Künstlerin Anne Daubenspeck-Focke finden sich in zahlreichen Orten. Die 98-Jährige stammt aus Metelen – dort ist sie mit ihren Arbeiten jedoch nicht vertreten. Schon in früher Jugend beschäftigte sie sich in vielfältiger Weise mit der Kunst und mache sich überregional einen Namen. Zudem war sie Gründungsmitglied der Künstlervereinigung Welbergener Kreis.

Freitag, 31.07.2020, 15:06 Uhr
Die in Metelen geborene und heute in Emsdetten lebende Künstlerin Anne Daubenspeck-Focke hat sich verschiedenen Kunstformen gewidmet. Ihre großen Bronzeskulpturen finden sich in vielen Orten im Münsterland. Sie arbeitete auch für Kirchen und beschäftigte sich mit der Malerei. Der „Zeitungsleser“ ist im Kreislehrgarten in Steinfurt zu finden.
Die in Metelen geborene und heute in Emsdetten lebende Künstlerin Anne Daubenspeck-Focke hat sich verschiedenen Kunstformen gewidmet. Ihre großen Bronzeskulpturen finden sich in vielen Orten im Münsterland. Sie arbeitete auch für Kirchen und beschäftigte sich mit der Malerei. Der „Zeitungsleser“ ist im Kreislehrgarten in Steinfurt zu finden. Foto: Gesamtwerkverzeichnis Anne Daube

Im Kreislehrgarten in Steinfurt sitzt ein Zeitungsleser, in Ibbenbüren schwatzen Frauen nach einem Marktbesuch, in Emsdetten begegnen sich zwei Männer nach der Arbeit, in Mettingen treffen ein feiner Herr, eine Bäuerin und ein Bergmann aufeinander und in Neuenkirchen steht eine Ziegengruppe – die Bronzeskulpturen der Künstlerin Anne Daubenspeck-Focke sind in vielen Orten im Münsterland zu entdecken. Nur in ihrem Geburtsort Metelen sind keine Werke von ihr im öffentlichen Raum zu finden.

Ausbildung

Vielleicht liegt das daran, dass sie schon im Alter von fünf Jahren mit ihren Eltern nach Emsdetten gezogen ist. Geboren wurde die Mitbegründerin der Künstlervereinigung Welbergener Kreis am 18. April 1922. Das künstlerische Talent der heute 98-Jährigen sei bereits früh entdeckt worden, heißt es in ihrer Biografie. Dennoch habe sie nach der Schulzeit zunächst eine Ausbildung in einer Textilfabrik absolviert. 1942 belegte Anne Daubenspeck-Focke Abendkurse an der Kunstschule Münster, weil sie sich unbedingt künstlerisch fortbilden wollte. Dafür habe sie einiges auf sich genommen, denn Arbeitskräfte in der Industrie seien während des Krieges nicht freigestellt worden. Anschließend erhielt sie einen Studienplatz an der Werkkunstschule des Kirchenmalers Wilhelm Felix Schlüter in Heek-Nienborg.

Religiöse Themen

Doch mit dieser Art der Malerei habe sich die Künstlerin nicht anfreunden können, heißt es in einem Festschrift, die anlässlich ihres 80. Geburtstages ihren Werdegang in Wort und Bild zusammenfasst. Anschließend sei sie in ihr Elternhaus zurückgekehrt. Bis 1945 habe sie intensiv gearbeitet und vor allen Skulpturen zu religiösen Themen erstellt. Ihre vielseitigen Interessen führten die gebürtige Metelenerin 1947 in die Bildhauwerkstatt Kückenkötter in Oelde, wo sie auch mit Holz arbeitete. 1949 erhielt die damals 25-Jährige einen Studienplatz an der Werkkunstschule bei Prof. Kurt Schwippert. „Ihre Arbeiten gewannen an formaler Geschlossenheit und Gestaltung“, schreiben ihre Weggefährten.

Wettbewerbe

Als Studentin machte die Künstlerin schon mit Erfolgen in Wettbewerben auf sich aufmerksam. 1954 heiratete sie den Bildhauer Herbert Daubenspeck und zog mit ihm wieder nach Emsdetten. Die beiden bauten sich dort ein Atelier. Anne Daubenspeck-Focke fertigte Krippen für einige Kirchen. Sie widmete sich auch der Malerei. Das Paar bekam drei Kinder, zwei Töchter und einen Sohn, denen sich die Künstlerin vorrangig widmete. Der Sohn starb 1960 im Alter von zwei Jahren. Dieses Ereignis habe die Schaffenskraft des Künstlerpaares gelähmt, ist in der Biografie zu lesen.

Plastiken

Als die beiden anderen Kinder heranwuchsen, nahm sich Anne Daubenspeck-Focke ab 1965 wieder mehr Zeit für die künstlerische Arbeit. Es entstanden viele Skulpturen für den Kirchenraum und Plastiken zu unterschiedlichen Themen. „Der Zeitungsleser“ für den Kreislehrgarten in Steinfurt wurde 1985 ihre erste lebensgroße Bronzeskulptur. Es folgten viele weitere Figuren, die heute in zahlreichen Städten und Gemeinden die Menschen immer wieder erfreuen.

Mit ihrem Mann lebt die Künstlerin bis heute in Emsdetten.

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