Seit zehn Jahren werden in Metelen Parksünder verwarnt
„Es geht nicht um Geldmacherei“

Metelen -

Wer in Metelen falsch oder zu lange parkt, muss damit rechnen, ein Knöllchen zu bekommen – wie in allen andern Orten auch. Seit zehn Jahren wird regelmäßig kontrolliert. Davor bleiben die Autofahrer im Ort von derartigen Bußgeldern eine längere Zeit verschont.

Sonntag, 02.08.2020, 15:46 Uhr aktualisiert: 03.08.2020, 16:33 Uhr
An Parkge- und -verbote sollten sich Autofahrer in Metelen halten. Der ruhende Verkehr wird regelmäßig überwacht.
An Parkge- und -verbote sollten sich Autofahrer in Metelen halten. Der ruhende Verkehr wird regelmäßig überwacht. Foto: mfe/ohw

„Schonzeit für Parksünder vorbei“ war vor fast genau zehn Jahren in einem Artikel unserer Zeitung zu lesen. Die Gemeinde Metelen hatte angekündigt, ab dem 1. September 2010 den ruhenden Verkehr überwachen zu wollen. Das bedeutete, es sollten ab sofort wieder Knöllchen an Parksünder verteilt werden. Dem damaligen Leiter des Ordnungsamtes, Theo Stücker, war klar, dass diese Entscheidung nicht bei jedermann auf Begeisterung stoßen werde. Aber, so betonte er seinerzeit: „Gewisse Regeln müssen eingehalten werden.“ Vor allem im Ortskern sollte genauer kontrolliert werden.

Freie Hand

Insgesamt fünf Jahre hatte die Gemeinde ihren Bürgern und Gästen freie Hand in Sachen Parken gelassen. Wegen der Bauarbeiten für die neue Ortsdurchfahrt waren Kontrollen durch die Verwaltung damals ausgesetzt worden,, weil sie Anwohner und Gewerbetreibende nicht noch mehr belasten wollte. Die Freiheiten hatten die Autofahrer offensichtlich ausgenutzt. Es hätten sich „gewisse Dinge wieder eingeschlichen“, wird Theo Stücker seinerzeit in dem Zeitungsbericht zitiert.

Fehlende Technik

Doch es gab noch ein Problem: Die Technik, mit der die Kontrolleure losgeschickt werden sollten, war veraltet. Eine Neuanschaffung des Equipments hätte damals das Budget der Gemeinde gesprengt. 10 000 bis 15 000 Euro hätte die Gemeinde dafür berappen müssen, um alles auf den neuesten Stand zu bringen. Und so schloss die Gemeinde eine Kooperation mit der Stadt Ochtrup. Einer der Kontrolleure aus der Töpferstadt wurde beauftragt, an zwei Tagen pro Woche auch in Metelen zu kontrollieren - und gegebenenfalls auch Bußgelder zu verhängen.

Amtshilfe

Schon damals versicherte der Leiter des Ordnungsamtes, dass es nicht um „Geldmacherei“ gehe. „Ein Plus werden wir damit ohnehin nicht erwirtschaften können. Das gelingt selbst großen Städten selten.“

Das gilt bis heute, wie Simone Frahling, derzeitige Leiterin des Ordnungsamtes der Gemeinde, berichtet. Damit sei nicht viel zu verdienen und das sei auch nicht Sinn der Sache.

Wir versuchen, das Dauerparken vor dem Rathaus zu unterbinden.

Simone Frahling

Es gebe immer wieder einmal Situationen, in denen es zu Problemen mit dem ruhenden Verkehr komme. Deshalb sei es auch wichtig, Parksünder zu verwarnen. Mittlerweile haben die Gemeinde dafür einen eigenen Mitarbeiter und sei nicht mehr auf Amtshilfe aus dem Nachbarort angewiesen.

Beschwerden

Kontrolliert werde vor allem vor dem Rathaus. Dort ist das Parken für zwei Stunden erlaubt. „Wir versuchen, das Dauerparken in diesem Bereich zu unterbinden“, erklärt die Ordnungsamtsleiterin. Das sei im Sinne der örtlichen Geschäftsleute. Doch auch wenn Wohnstraßen zugeparkt werden, so dass ein Durchkommen für Fußgänger oder Rettungswagen kaum noch möglich ist , werde eingeschritten. „Dort schauen wir vor allem nach, wenn uns Beschwerden erreichen“, sagt die Ordnungsamtsleiterin. „Die Verwarnung der Autofahrer dient allein der Sicherheit“, stellt sie noch einmal ausdrücklich klar.

Hinweis

Eine Weile sei auch das Parken am Sportplatz ein Problem gewesen, doch dort sei die Situation mittlerweile wieder ein wenig entschärft. Simone Frahling weiß, dass sich Betroffene sehr darüber ärgern, wenn sie ein Knöllchen hinter dem Scheibenwischer vorfinden. Als vor Kurzem der neue Bußgeldkatalog in Kraft getreten ist – der mittlerweile ja bereits wieder für ungültig erklärt wurde – , hätte die Gemeinde die deutlich höheren Verwarngelder nicht sofort kassiert, sondern Parksündern lediglich einen Hinweis gegeben, dass fehlerhaftes Parken deutlich teurer geworden ist. Jetzt gelten wieder die alten Gebühren, und die kurze Schonfrist ist wieder vorbei.

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