Wasserhaushalt immer noch nicht ausgeglichen
Erntebilanz: Der Boden entscheidet

Metelen -

Die Getreideernte ist fast abgeschlossen – Zeit für eine erste Bilanz mit Ortslandwirt Heiner Stauvermann. Der erläutert, dass der noch immer nicht ausgeglichene Wasserhaushalt der regionalen Böden entscheidenden Einfluss auf die Erträge gehabt habe.

Mittwoch, 05.08.2020, 14:54 Uhr aktualisiert: 10.08.2020, 15:36 Uhr
Endspurt der Getreideernte: Wie hier am Sievertweg werden in diesen Tagen die letzten Weizenfelder abgeerntet.
Endspurt der Getreideernte: Wie hier am Sievertweg werden in diesen Tagen die letzten Weizenfelder abgeerntet. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Durchwachsen fällt die Bilanz von Ortslandwirt Heiner Stauvermann zur diesjährigen Getreideernte aus. Zwar belasteten Rahmenbedingungen wie die extreme Trockenheit der vergangenen Jahre die Erträge nicht so stark, dennoch spielten Wetter und vor allem die örtlichen Bodenverhältnisse eine wesentliche Rolle.

„Wir sind hier auf unseren leichten Sandböden auf regelmäßige Niederschläge angewiesen“, machte Stauvermann die Besonderheit der Metelener Äcker deutlich. Das Wasserreservoire der örtlichen Böden weise durch die Vorjahre bedingt immer noch ein Defizit auf. Wasseraufnahme durch die Kapillarwirkung der Wurzeln sei durch solche Rahmenbedingungen nicht möglich.

Deshalb waren die Landwirte nach ergiebigen Niederschlägen im Februar und März auch optimistisch, hatten allerdings das Problem, dass sie für die erste Düngung die Äcker nicht befahren konnten. Und als die Böden dann das Befahren zuließen, dominierte die Sonne. „So wurde der Dünger für die Pflanzen nicht verfügbar“, erklärte Stauvermann die schlechten Startbedingungen.

Zu kämpfen hatte die Wintergerste überdies mit starken Nachtfrösten Anfang Mai. Die Regenschauer im Juni konnten an den absehbaren Mindererträgen auch nichts mehr ändern. Etwa 15 Prozent weniger als in durchschnittlichen Jahren lautet die Erntebilanz des Ortslandwirts für die Wintergerste.

Deutliche Unterschiede auf teils benachbarten Ackerflächen registrierte Stauvermann beim Weizen. „Da gibt es Flächen, auf denen lokale Schauer niedergingen, während andere Äcker leer ausgingen.“ Folge: extreme Schwankungen beim Ertrag. Und beim Vergleich mit schwereren Lehmböden, etwa im Bereich Horstmar, wird der Unterschied in der Weizenernte noch deutlicher: „Da gibt es Flächen, auf denen 100 Doppelzentner pro Hektar geerntet wurden, während es hier in Metelen nur 50 bis 60 Doppelzentner waren.“

Eine sehr gute Entwicklung registrierte der Milchviehhalter beim Grünland. Die Erträge stimmten, da regelmäßig Niederschläge für Wachstum sorgten. Dennoch: Die noch lange nicht wieder aufgefüllten Wasserreservoire in den örtlichen Böden verlangen ständigen Nachschub an Oberflächenwasser.

Nicht anders sieht es beim Mais aus. Die Niederschläge im späten Frühjahr lieferten perfekte Startbedingungen für die Futter- und Energiepflanze. „Der sieht derzeit optisch sehr gut aus“, so Stauvermann. Allerdings verdunsten die in voller Blätterpracht stehenden Pflanzen auch viel Wasser. Wenn gerade in dieser Zeit, in der sich die Kolben entwickeln, Wasser fehlt, leidet die Qualität des Mais. Der Niederschlag im August wird also zum Indikator dafür, wie die Maisernte ausfallen könnte.

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