Blühstreifen im Ort
Bienensommer an alter Bahntrasse

Metelen -

Auf mehr als 1600 Quadratmetern Fläche hat Thomas Wolbeck im Auftrag der Gemeinde in diesem Jahr Blühstreifen und -flächen angelegt. Verwaltung und Lohnunternehmer zogen jetzt eine positive Bilanz der Aktion. Besonders die Blühstreifen auf dem Radweg neben der ehemaligen Bahntrasse Steinfurt-Heek ziehen nicht nur viele Insekten an, sondern erfreuen auch Radler und Spaziergänger.

Montag, 10.08.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 10.08.2020, 15:36 Uhr
Die Anlage bienen- und insektenfreundlicher Blühflächen mit einer rationellen Sämethode hat funktioniert
Die Anlage bienen- und insektenfreundlicher Blühflächen mit einer rationellen Sämethode hat funktioniert Foto: Dieter Huge sive Huwe

„Bienensommer“ heißt die Mischung, die Thomas Wolbeck im Frühjahr mit einer selbst entwickelten Maschine in den Boden neben dem Radweg auf der alten Bahntrasse eingebracht hat (wir berichteten. Immer nur ein paar Gramm pro Quadratmeter wurden gesät. Das Ergebnis der Arbeit des Metelener Lohnunternehmers im Auftrag der Gemeindeverwaltung trägt jetzt Blüten: Üppig gedeihen Wildblumen neben dem Weg.

1655 Quadratmeter bienen- und insektenfreundliche Flächen hatte Wolbeck insgesamt mit dem Anbaugerät seines Traktors beackert, das Gros davon, nämlich 1200 Quadratmeter waren die Randstreifen der Radwege Metelen-Heek und Metelen-Steinfurt. An letzterem trafen sich jetzt der Lohnunternehmer, Frank Timmermeester aus dem Bauamt der Gemeindeverwaltung und Bürgermeister Gregor Krabbe.

Und angesichts der üppigen Blütenpracht ließen die beiden Gemeindevertreter bereits durchblicken, dass das wohl nicht die letzte Aktion dieser Art gewesen ist. Dabei ist der Blühstreifen, der Insekten Nahrung bietet und den Radlern und Joggern auf dem Weg eine Augenweide, noch gar nicht gänzlich erblüht.

„Da fehlen noch die Sonnenblumen, die kommen noch“, weiß Thomas Wolbeck, der sich intensiv mit dem Thema beschäftigt hat und auch für die Nachbarkommune Heek Blühstreifen anlegt.

Diese sorgen zum einen dafür, dass Insekten in der vielfach monotonen Kulturlandschaft die notwendigen Nahrungspflanzen finden. Blühstreifen können auch als Erosionsschutzstreifen angelegt werden – angesichts trockener Sommer und in Kombination mit starken Winden ein von der Landwirtschaft nicht zu unterschätzender Faktor. Blühstreifen sind ferner geeignet, Biotope untereinander zu vernetzten, für Insekten also als Verbindungskorridore zwischen Naturflächen zu dienen.

Bei der in Metelen verwendeten Mischung handelt es sich ausschließlich um einjährige Pflanzen. Drachenkopf, Schleierkraut, Goldmohn, Kornblume oder Schmuckkörbchen blühen nur ein Jahr und benötigen keine Dünung. Wasser indes ist wichtig, damit die Blütenpracht zur vollen Entfaltung kommt. Thomas Wolbeck hat als Lohnunternehmer das notwendige Equipment, um die von ihm im Frühjahr angelegten Streifen regelmäßig zu wässern – das gehört eben dazu.

Die Erfahrung mit der Mischung aus einer kleinen Manufaktur, die im Örtchen Mössingen auf der Schwäbischen Alb liegt, sind durchweg positiv. Gut möglich also, dass die 35 Arten im Mix mit dem Titel „Felgers Bienensommer“ auch im kommenden Jahr wieder mit der großen Maschine gesät werden – Gramm für Gramm.

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