TV-Schaltung, Diskussion und Minigolf
Jens Spahn zu Gast: Bahn frei für den Bundesminister

Metelen -

Nach einem TV-Liveinterview im ZDF-Morgenmagazin und der Diskussionsrunde auf der Terrasse der Seniorenwohnanlage „Metelen Land“ griff Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Donnerstagmorgen bei der Stippvisite auf der Minigolfanlage auch noch zum Schläger.

Donnerstag, 13.08.2020, 12:02 Uhr aktualisiert: 13.08.2020, 14:09 Uhr
Drei auf einen Streich: Nach dem TV-Liveinterview im ZDF-Morgenmagazin und der Diskussionsrunde griff Minister Jens Spahn bei der Stippvisite auf der Minigolfanlage zum Schläger. Drei Schläge brauchte er für Bahn zwei.
Drei auf einen Streich: Nach dem TV-Liveinterview im ZDF-Morgenmagazin und der Diskussionsrunde griff Minister Jens Spahn bei der Stippvisite auf der Minigolfanlage zum Schläger. Drei Schläge brauchte er für Bahn zwei. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Für den Bundesgesundheitsminister war der Termin am frühen Morgen ein klassisches Heimspiel. Als direkt gewählter Abgeordneter für den Bundestag kennt er die Kommunen seines Wahlkreises und natürlich auch viele Akteure vor Ort. Am Donnerstagmorgen ging es zum einen um die Unterstützung der CDU für die Kommunalwahl, aber auch um die Themen Corona und Digitalisierung im Gesundheitswesen. Eingeladen hatte der CDU-Ortsverband, Gastgeber in der Seniorenwohnanlage „Metelen Land“ war der Pflegedienst Leusbrock.

Doch vor dem Start in die Veranstaltung war der Bundesminister gefordert. Zum Live-Interview waren die Gäste der Fragerunde so mucksmäuschenstill, dass allein der krähende Hahn in der Nachbarschaft mit über den Sender ging – und natürlich der Minister, der sich aktuellen Fragen zur Corona-Pandemie stellte.

Keine Impfpflicht gegen das Coronavirus

Das machte er auch während des Termins im schattigen Garten der Seniorenresidenz. „Jens, wir haben ein Problem in Heinsberg“, hatte NRW-Ministerkollege Karl-Josef Laumann am Telefon gemeldet – und damit ausgerechnet am Karnevalsdienstag das Signal geliefert für die in der bundesrepublikanischen Geschichte einmaligen Einschränkungen des Alltags.

Jens Spahns Blick zurück schloss sich eine Einschätzung der Maßnahmen im Zusammenhang mit der Bekämpfung des Virus an. Sein Fazit: „Wir haben viel erreicht.“ Und das sei ihm auch aus dem Ausland gespiegelt worden. Die Balance im Alltag zu finden, zugleich aber auch Prioritäten zu setzen, sei nicht immer einfach gewesen. Zum Thema Maske sagte Spahn: „Wir tragen durch das Tragen auch Verantwortung für andere.“ Der Kritik an kostenlosen Tests für Urlaubsrückkehrer begegnete er damit, dass es doch gerade das Ziel sein müsse, möglichst viele Menschen, die aus Risikogebieten zurückkehrten, zu checken. „Wenn die Menschen die Tests selber bezahlen müssen, überlegen sich viele, ob sie die 60 bis 70 Euro zahlen.“

„Wir werden so schnell einen Impfstoff haben, wie noch nie“, ist sich Spahn angesichts der weltweiten Forschung sicher. Wichtig sei, dass dieser Impfstoff ausreichend getestet werde, erklärte er mit Blick auf das Vorpreschen Russlands. Denn: „Wir impfen schließlich Millionen, vielleicht Milliarden Menschen.“ Spahn stellte klar, dass es keine Impfpflicht gegen das Virus geben werde.

Bahn frei für den Bundesminister

Die kritische Anmerkung Philipp Leusbrocks vom Pflegedienst, dass Pflegekräfte nicht regelmäßig getestet würden, begegnete Spahn mit dem Hinweis, dass dies grundsätzlich dort geschehe, wo die Gesundheitsämter dies für angezeigt hielten – angepasst an die Lage. Gleichwohl wolle er das Thema mit seinen Ministerkollegen in den Ländern ansprechen. „Gelernt“ hat Spahn auch, dass Entscheidungen mitunter die Dienste überforderten – etwa bei der kurzfristig gelockerten Besuchsregelung zum Muttertag, die Leusbrock hier beispielhaft ansprach.

Aus der Praxis berichten die Ärztinnen Annette und Louise Weritz. Letztere beklagte, dass Praxen als „Verteilzentralen“ für das Virus dienen könnten, weil Patienten – beispielsweise für ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung – gezwungen seien, den Arzt persönlich zu kontaktieren. Jens Spahn konstatierte, dass durch Digitalisierung, etwa Videosprechstunden, Optimierungsmöglichkeiten bestünden. Corona habe in dem Bereich einen Schub gebracht.

Als Spahn zum Ende der Fragerunde von der örtlichen CDU-Vorsitzenden Veronika Lücking einen Minigolfball geschenkt bekam, nahm er den Ball auf, und entschloss sich zum Spontanbesuch der neuen Anlage in der Heide. Dort wirbelten die beiden Berliner Karossen für den Minister und die Sicherheitsleute auf der Zufahrt viel Staub auf. Egon Tillack und Franz Bock empfingen den Minister, erklärten kurz das Engagement des Marketingvereins und überreichten ihm sodann einen Schläger: Bahn frei für den Bundesminister.

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