Kommunalwahl 2020 in Metelen
Absolute CDU-Mehrheit ist gekippt

Metelen -

Mit nur noch 41 Prozent der Stimmen büßte die CDU bei der Wahl zum Gemeinderat ihre absolute Mehrheit ein. Gewinner des Urnengangs sind die Grünen, die wieder antraten und fast 23 Prozent holten. Die SPD ist trotz starker Stimmenverluste mit fünf Ratsmandaten weiter zweitstärkste Kraft im Rat, wenn auch mit denkbar knappem Vorsprung vor den Grünen.

Sonntag, 13.09.2020, 21:26 Uhr aktualisiert: 14.09.2020, 17:38 Uhr
Kommunalwahl 2020 in Metelen: Absolute CDU-Mehrheit ist gekippt
Was von der Tribüne ausschaute wie ein Irrgarten, war auf der Augenhöhe des Sporthallenparketts exakt ausgeknobelt. Die Gemeindeverwaltung hatte es geschafft, gleich vier Wahllokale in nur einem großen Raum, nämlich besagter Turnhalle, unterzubringen. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Die Dominanz der Christdemokraten im Metelener Gemeinderat, da sie über die absolute Mehrheit der Mandate verfügten, sind vorbei: SPD, UWG und vor allem die Bündnisgrünen machten der Union die Stimmen streitig. Union und SPD verloren beide jeweils gut zehn Prozent der Stimmen.

Deutlicher Gewinner des Urnengangs sind die Grünen . Sie traten nach zwei Wahlperioden, in denen sie nicht im Gemeinderat präsent waren, wieder an, holten 22,9 Prozent und damit vier Sitze im Gemeinderat, darunter mit Wilhelm Rieps sogar ein Direktmandat. Die UWG als vierte Kraft im Rat verschlechterte sich leicht von 16,1 auf nunmehr 13,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,9 Prozent.

„Das Ergebnis war auf jeden Fall überraschend für uns. Damit haben wir nicht gerechnet“, freute sich der Vorsitzende der Bündnisgrünen, Moritz van Goer. Er betonte, dass die Parteifreunde, die sich in einem privaten Garten getroffen hatten, stolz seien auf das Resultat. Jetzt gelte es, die Verantwortung im Rat umzusetzen. Besonders glücklich war Wilhelm Rieps, der das Direktmandat für die Grünen holte.

Einen Glückwunsch an die Grünen als Wahlgewinner des Abends schickte SPD-Ortsvereinsvorsitzender Tom van Goer seinem Statement zur Gemeinderatswahl voraus. „Wir haben unser Ziel, gemeinsam mit den Grünen und der UWG die absolute Mehrheit der CDU zu brechen, erreicht“, erklärte er danach. Sicherlich hätte sich die SPD ein wenig mehr erhofft, doch sei den Sozialdemokraten auch schon vor der Wahl klar gewesen, dass sie Einbußen haben würden.

Drei Prozent verlor auch die UWG – für Christian Edler als deren Vorsitzenden aber kein Beinbruch: „Wir sind immer noch mit drei Sitzen im Rat vertreten, haben aber vor allen Dingen unser Ziel, gemeinsam mit SPD und Grünen die absolute Mehrheit der CDU zu brechen, erreicht.“ Edler freute sich darauf, dass die UWG nicht mehr reine Opposition in der Bürgervertretung sei. Es gelt nun, in Diskussionen zu Vorhaben jeweils Mehrheiten zu suchen.

„Ich bin in die Wahl ganz realistisch hineingegangen“, erklärte Veronika Lücking, Vorsitzende der Metelener CDU, dass beim Wiederantreten der Grünen alle anderen Parteien Federn lassen mussten. Das Ergebnis sei für die Union ein Arbeitsauftrag der Wähler, durchaus kontrovers in der Sache, aber im fairen Umgang miteinander in der Bürgervertretung nach Lösungen für den Ort zu suchen. Es gelte, im Sinne der Bürger zu arbeiten.

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