Speichermedium für Stromversorgung
Wasserstofftechnik: Treibstoff der Zukunft - Großanlage in Metelen geplant

Metelen -

Metelen ist ganz vorne dabei, wenn es um einen Treibstoff der Zukunft geht. Wasserstoff hat das Zeug – wenn er denn mit Hilfe erneuerbarer Energien produziert wird –, ein Speichermedium für die Stromversorgung zu werden. Gleich zwei Projekte dafür sind in Metelen angesiedelt: Die smarte Betriebsstätte von Westnetz am Umspannwerk und eine große Elektrolyseanlage, die für 2025 geplant ist.

Donnerstag, 01.10.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 08:05 Uhr
Ins Westnetz-Umspannwerk wird viel Strom aus
Ins Westnetz-Umspannwerk wird viel Strom aus Foto: Dieter Huge sive Huwe

Der Kreis Steinfurt möchte Vorreiter werden bei der Erzeugung von Grünem Wasserstoff. Er bewirbt sich derzeit mit einem Konzept darum, Modellregion für die Wasserstoff-Mobilität in Nordrhein-Westfalen zu werden (s. „Modellregion“). Ein ganz wichtiger Baustein dieses Projekts ist in Metelen verortet.

Grüner Wasserstoff – damit ist die Herstellung des „Treibstoffs der Zukunft“ mit Strom aus Erneuerbaren Energien gemeint. Diesen Herstellungsprozess nennt man Elektrolyse (s. „Elektrolyse“). In der Gemeinde Metelen, die dank der ins örtlichen Umspannwerk eingespeisten Energie aus verschiedenen Windparks – unter anderem vom Schöppinger Berg – bereits jetzt energieautark ist, soll der größte Standort für Elektrolyse im gesamten Kreis entstehen.

Das Konzept für den Kreis steht, und selbst, wenn die hiesige Region im Wettbewerb nicht den Zuschlag erhält, soll es umgesetzt werden. Die Elektrolyse-Anlage in Metelen ist dabei die wichtigste Komponente auf der Hersteller-Seite.

Betreibergesellschaft wird gegründet

Der Windpark Schöppinger Berg, in dem sich über 60 Anteilseigner zusammengeschlossen haben und die Kreis-Tochter „Energieland2050“ zeichnen dabei gemeinsam verantwortlich für die Planung und Ausführung. Bis März 2022 soll eine Betreibergesellschaft gegründet, der Trassenverlauf des Stromkabels zum Standort des Elektrolyseurs geplant und im Laufe desselben Jahres die Planung aus juristischer und technischer Sicht erfolgen. Auch ein Businessplan für Banken und Fördergeber wird geschrieben. Dabei ist das sogenannte Repowering, also die Modernisierung der Windkraftanlagen auf dem Schöppinger Berg für die Darstellung der Wirtschaftlichkeit der Anlage wichtig.

Der Zeitplan des Jahres 2023 wird geprägt sein durch die Einholung der notwendigen Genehmigungen. Der Anlagenstandort wird in diesem Prozess exakt festgelegt. Im Jahr 2024 wird laut Feinplanung die Anlage gebaut und vermutlich im Dezember des Jahres erstmalig Wasserstoff produzieren.

Diese Produktion soll die größte in der Modellregion werden. Knapp 1500 Tonnen Wasserstoff sind bereits für das Jahr 2025 geplant, bis 2030 wird diese Leistung auf dann 1571 Tonnen jährlich gesteigert. Metelen ist damit Mitte dieses Jahrzehnts Vorreiter bei der Wasserstoff-Produktion, denn kreisweit sollen 2025 neben der Anlage vor Ort kreisweit lediglich 437 Tonnen erzeugt werden. Zwischen 15 000 und 16 000 Tonnen des Treibhausgases CO₂ soll die Anlage in Metelen jährlich einsparen.

Wasserstoff-Tankstelle angedacht

Zum Ende des Jahrzehnts wird sich der Schwerpunkt der Wasserstoff-Produktion im Kreis verlagern. Dann ist der Standort Steinfurt-Hollich fertiggestellt und liefert mit projektierten 3636 Tonnen für das Jahr 2030 das Groß der kreisweiten Wasserstoff-Produktion von dann gut 5747 Tonnen.

Der Metelener Energiewirt Heiner Konert, einer der Vorreiter im Bereich Erneuerbare Energien im Kreis Steinfurt, und Geschäftsführer der Windpark Schöppinger Berg GmbH & Co KG, engagiert sich nicht nur in der Erstellung der Elektrolyse-Anlage, sondern will auch Vorreiter sein in einem Teilbereich des Nutzungskonzepts des Projekts. Eine eigene Wasserstoff-Tankstelle ist auf der Hofstelle in Naendorf angedacht. Dort sollen auch hoffremde Fahrzeuge tanken können.

Konert will zunächst ein Fahrzeug der hofeigenen Trecker-Flotte mit einer Brennstoffzelle ausrüsten, welche Wasserstoff in Antriebsenergie umwandelt. Damit kann er Erfahrungen sammeln, von der nicht nur andere Landwirte des Ortes und der Region profitieren, sondern auch die Hersteller von landwirtschaftlichen Fahrzeugen.

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