VHS-Gehirnjogging kommt gut an
Das Oberstübchen beweglich halten

Metelen -

Kurzweilig und unterhaltsam war ein VHS-Vortrag im Alten Amtshaus, der Übungen zur Stärkung der Oberstübchens vermittelte. Dass Gehirnjogging viel Spaß machen kann, erfuhren die Teilnehmer bei den Aufgaben, die ihnen die Lerncoach Barbara Schubert stellte. Die Erkenntnis, dass auch Jonglage die Bildung von Synapsen im Gehirn fördern kann, war nur ein, die der Abend brachte.

Freitag, 09.10.2020, 15:50 Uhr aktualisiert: 12.10.2020, 17:44 Uhr
Sieht einfacher aus als es ist: Aufgaben mit Jonglagebällen und Fingerübungen forderten die Teilnehmer des VHS-Vortrags.
Sieht einfacher aus als es ist: Aufgaben mit Jonglagebällen und Fingerübungen forderten die Teilnehmer des VHS-Vortrags. Foto: Irmgard Tappe

Soviel steht fest: Von einem mit trockenen Theorien gespickten Vortrag war dieser Abend der Volkshochschule weit entfernt. „Geh-Denkzeit“ lautete das Thema im Alten Amtshaus, das Lerncoach Barbara Schubert den Teilnehmern auf höchst erfrischende Art näher brachte. „Ich möchte Ihnen vermitteln, wie Sie leichter lernen können“, erklärte die Fachfrau für motiviertes Lernen.

Bewegung, betonte sie, habe nicht nur mit körperlicher Fitness, sondern auch mit Lernen zu tun. „Deshalb werden wir zwischendurch des Öfteren aufstehen. Die ganze Zeit sitzen ist mir zu langweilig“, gab sie gleich zu Beginn die Marschrichtung vor. „Aber es wird doch wohl nicht getanzt?“, meinte ein Teilnehmer. Auch die übrigen Frauen und Männer, die mit Corona-Sicherheitsabstand im großen Kreis saßen, waren gespannt auf das, was kommen würde.

Los ging es mit einer „Aufweckübung“ zur besseren Durchblutung von Ohr und Gehirn: „Finger hinter die Ohren und kräftig von oben nach unten am Ohr entlangstreichen.“ Nun waren alle hellwach.

In den folgenden 90 Minuten brachte die Lernberaterin aus Gronau die Gehirne der Teilnehmer in Schwung. Mit dem Ziel, neue Synapsen zu bilden. So heißen nämlich die Verbindungen zwischen den Nervenzellen im Gehirn. Starke Synapsen bezeichnete Barbara Schubert als „Öl auf der Schubladenleiste des Gedächtnisses“.

Zur Einstimmung standen simple Bewegungen auf dem Programm, die sich bestens in den Alltag einbauen lassen. Jeder solle allerdings seine Bewegungsabläufe anders gestalten als gewohnt, riet die Lerntrainerin. Warum? Weil dadurch neue Synapsen geschaffen werden.

Nun hieß es, „Alltagsmaske auf Mund und Nasen und aufstehen“, denn es war eine kombinierte Schritt-Zahlen-Übung angesagt, die alle Teilnehmer perfekt umsetzten. Eine weitere Herausforderung war es, zwei Bälle gerade in die Höhe zu werfen und die Bälle über Kreuz aufzufangen. Gar nicht so einfach, wie die Teilnehmer feststellten.

Im Laufe des Abends jonglierten die Frauen und Männer am laufenden Band mit Zahlen und Wörtern. Zum Beispiel zählten sie in Dreierschritten von Hundert rückwärts. Oder sie bildeten Sätze aus fünf Wörtern, wobei jedes Wort mit A beginnen musste. Dabei kamen viele lustige Sätze wie „Anton angelt am Abend Aale“ oder „Angela arbeitet am achten August“ zustande.

Eine andere Aufgabe kreiste um Buchstaben. Hier galt es, rückwärts zu lesen oder aus fünf Buchstaben verschiedene Wörter zu bilden. Viel Spaß hatten die Kursteilnehmer außerdem bei den Fingerspielen, die eine gewisse Feinmotorik erforderten. „Geschickte Finger“, betonte die Lerntrainerin, „bringen 20 bis 30 Prozent mehr Blut ins Gehirn.“

„Ich habe den Eindruck, dass Sie alle recht drahtig und sportlich sind“, fuhr sie fort und brachte die „Flamingoübung“ ins Spiel. Eine koordinative Übung, bei der man auf einem Bein steht und gleichzeitig eine Denkaufgabe löst. Das trainiere das harmonische Zusammenspiel der beiden Gehirnhälften, erklärte Schubert.

Meistens werde die logische Linke stärker gefordert als die kreative rechte Hälfte. „Durch Bewegung können wir versuchen, beide Hälften besser zu vernetzen“, erläuterte die Dozentin und forderte zu Schrittfolgen auf, die einem Tanz ähnelten. „Kreuz 2-3-4, gerade 2-3-4“.

Danach gab es eine Verschnaufpause für den Körper. Kopf und Hände aber waren weiter gefordert. Jetzt hieß es nämlich: von rechts nach links in Spiegelschrift schreiben. Die Lerntrainerin versorgte die Anwesenden im Alten Amtshaus mit vielen Tipps rund ums kreative Lernen.

„Jeden Tag ein paar Minuten Gehirnjogging sind effektiver als zwei Stunden pro Woche“, empfahl sie den Teilnehmern noch zum Schuss des Abends, bevor sich diese motiviert auf den Heimweg machten.

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