Höchstspannungsleitung: Bezirksregierung hat entschieden
Süd-Variante II ist vom Tisch

Metelen -

Die Bezirksregierung Münster hat den Planfeststellungsbeschluss für den Bau der neuen Höchstspannungsleitung gefasst. Danach wird eine nur im Bereich Metelen-Land leicht modifizierte Variante des Netzbetreibers Amprion gebaut. Die sowohl von Anliegern als auch von der Gemeinde favorisierte südlichere Trassenführung wurde verworfen. Beide untersuchen derzeit, ob sie gegen den Beschluss klagen wollen.

Dienstag, 10.11.2020, 06:00 Uhr
Mit der Variante I (rot), die die Siedlung Metelen-Land umschwenkt, war Amprion ins Verfahren gegangen. Diese wurde im Laufe des Verfahrens leicht modifiziert (schwarz). Diese Version ist von der Bezirksregierung beschlossen worden.
Mit der Variante I (rot), die die Siedlung Metelen-Land umschwenkt, war Amprion ins Verfahren gegangen. Diese wurde im Laufe des Verfahrens leicht modifiziert (schwarz). Diese Version ist von der Bezirksregierung beschlossen worden. Foto: Grafik: Amprion

Die Entscheidung der Bezirksregierung ist gefallen. Im Planfeststellungsbeschluss über den Neubau der Höchstspannungs-Stromleitung südwestlich des Ortskerns und weiter an Metelen-Land vorbei hat die Behörde bis auf marginale Anmerkungen dem vom Versorgungsunternehmen Amprion vorgeschlagenen Trassenverlauf zugestimmt.

Sowohl Anlieger als auch die Gemeinde Metelen, welche eine weiter südlich gelegene Trassenführung vorgeschlagen hatten, konnten sich mit ihren Argumenten nicht durchsetzen. Diese wurden abschlägig beschieden.

Jonas Knoop ist Projektsprecher bei Amprion für das Vorhaben. Das jahrelange Tauziehen um den Trassenverlauf im Bereich Metelen sei einer der größten Knackpunkte für die Realisierung der 380-Kilovolt-Leitung von Wesel nach Meppen gewesen, zeigte er sich über die Entscheidung der Bezirksregierung erleichtert. „Sie hat unter Berücksichtigung aller Belange eine gute Lösung und den besten Kompromiss gefunden“, so Knoop. Für das Gesamtprojekt sei das eine „wichtiger Meilenstein“.

Die Möglichkeit, den Beschluss der Bezirksregierung binnen Monatsfrist (bis zum 9. Dezember 2020) rechtlich anzufechten, habe man im Blick, so Knoop. Deshalb werde man in dieser Zeit auch keine Fakten schaffen. Gleichwohl ist Amprion bereits dabei, vorbereitende Untersuchungen für den Trassen-Neubau durchzuführen. So würden beispielsweise Flächen gesucht, auf denen Baumaterialien gelagert würden. Auch Zuwegungen zu den künftigen Maststandorten würden erkundet. Beim Versorgungsunternehmen ist der 1. Februar 2021 als offizieller Baubeginn vorgesehen. Die Bauzeit für Abschnitt Asbeck bis zur niedersächsischen Landesgrenze, in den auch Metelen fällt, ist bis Ende 2022 geplant.

Bei Amprion wartet man in diesen Tagen auf eine weitere Entscheidung vom Domplatz in Münster. Die Bezirksregierung hat auch noch über den Abschnitt Nordvelen bis Legden-Süd zu befinden. Im Bereich der Erdverkabelungstrasse Asbeck laufen die Schachtarbeiten.

Enttäuscht von der Entscheidung der Bezirksregierung zeigte sich im Gespräch mit dieser Zeitung Johannes Fedeler. Er ist, wie auch andere Mitglieder der Familie und weitere Anlieger in einer Interessengemeinschaft, die sich für die sogenannte Variante II stark gemacht hatte. Diese wäre weit südlicher als die nun beschlossene Strom-Tangente verlaufen und wäre durch di Wolder und die Herderinger Mark sowie auf neuem Weg durch die Metelener verlaufen. „Wir beraten uns und lassen überprüfen, wie die Chancen für eine Klage stehen“, so Fedeler. Die IG habe juristischen Beistand.

Auch die Gemeinde Metelen hatte Fachjuristen damit beauftragt, ihre Argumentation in dem Verfahren zum Trassenverlauf juristisch zu untermauern – letztlich vergeblich. Die Ansicht, dass der Gemeinde durch den Verlauf der Stromleitung weitgehend parallel zur B 70 Entwicklungschancen genommen würden, sah die Bezirksregierung in ihrem 415 Seiten umfassenden Beschluss nicht.

Bürgermeister Gregor Krabbe bezeichnete die Entscheidung der Bezirksregierung als „bedauerlich“. Der von der Gemeinde beauftragte Anwalt prüfe nun, ob eine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss Aussicht auf Erfolg habe. Die Fraktionen würden einbezogen.

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