Potenzialanalyse soll naturnahen Tourismus nach dem Sandabbau ausloten
Karibikflair im Strönfeld

Heek -

Was passiert im Bereich des Heeker Strönfelds, wenn die seit rund 30 Jahren laufenden Entsandungsmaßnahmen beendet sind? Die entstehenden Seen, die im Endzustand eine Gesamtgröße von 55 Hektar umfassen werden und damit größer als der Aasee in Münster sind, könnten touristisch genutzt werden.

Sonntag, 13.12.2020, 17:58 Uhr
Noch dürfen die Ufer der Strönfeldseen
Noch dürfen die Ufer der Strönfeldseen Foto: Markus Gehring

Das werden sie an schönen Sommertagen auch jetzt schon – allerdings illegal. Die weißen Sandstrände inmitten der idyllischen Natur ziehen Scharen von Besuchern an, die die aufgestellten Verbotsschilder geflissentlich ignorieren. Diese Strandausflüge sollen demnächst legalisiert werden.

Dafür soll eine Potenzialanalyse erstellt werden, auf die sich drei Büros beworben haben. Im September wurden Verhandlungsgespräche geführt, die derzeit ausgewertet werden, in Kürze soll die Vergabe erfolgen. Auf dieser Grundlage ist beabsichtigt, einen Leader-Förderantrag zu stellen. Die Analyse wird zwischen 30 000 und 40 000 Euro kosten, der Eigenanteil der Gemeinde wird bei rund 15 000 Euro liegen.

Vorschläge gibt es schon

Einige Vorschläge hat die Gemeinde bereits in der Ausschreibung formuliert, zum Teil sind sie sogar schon in einem im vergangenen Jahr beschlossenen Bebauungsplan festgeschrieben.

Eine Möglichkeit wäre etwa, den zwischen den beiden Seen verlaufenden Wirtschaftsweg „Buschen Erben“ zu beseitigen, um sie zu vereinen. Der jetzige Sandabladeplatz unmittelbar neben der B 70 könnte zum Parkplatz für das Naherholungsgebiet werden. In dessen Nähe soll eine Badebucht in südwestlicher Richtung eingerichtet werden, die zwischendurch geplante Badebucht auf der Landzunge würde in dieser Planung gemeinsam mit dem Wirtschaftsweg weggebaggert.

Umsetzung dauert noch

Einwände der Grundstückseigner befürchtet die Gemeinde nicht: Große Teile der Flächen gehören den Kirchengemeinden Heilig Kreuz Heek und Ss. Cornelius und Cyprianus Metelen, weitere sind zwar noch in Privatbesitz, die Besitzer haben aber schon Bereitschaft signalisiert, die gegen andere Flächen zu tauschen.

Darüber hinaus habe sich die Gemeinde vertraglich ein weitgehendes Bestimmungsrecht hinsichtlich der Nachnutzung des Geländes gesichert. Die Potenzialanalyse soll im ersten Halbjahr 2021 erstellt werden.

Bis es mit der Umsetzung losgehen kann, wird es noch etwas dauern: Unter Berücksichtigung der zusätzlichen Abbaumengen von 400 000 Kubikmetern könne davon ausgegangen werden, dass bei einem jährlichen Verkauf von etwa 100 000 Kubikmetern Sand die Abgrabungsfläche noch mindestens drei bis vier Jahre genutzt werden kann.

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