Petra Weßling scheidet aus dem Dienst der Gemeinde aus
„Mutter der Partnerschaft“

Metelen -

Château-Renard und die Offene Ganztagsschule – das sind die Steckenpferde von Petra Weßling. Beiden widmet sich die Metelenerin mit viel Herzblut. Und auf beide wird sie auch nach dem 31. Dezember ein Auge werfen. Denn dann scheidet die Vorzimmerdame des Bürgermeisters aus dem Dienst der Gemeinde aus.

Montag, 14.12.2020, 16:52 Uhr aktualisiert: 15.12.2020, 14:30 Uhr
Im Sitzungssaal des Metelener Rathauses hängen die Urkunden, die die Partnerschaft zwischen Château-Renard und Metelen bezeugen. Eine Partnerschaft, die Petra Weßling sehr viel bedeutet.
Im Sitzungssaal des Metelener Rathauses hängen die Urkunden, die die Partnerschaft zwischen Château-Renard und Metelen bezeugen. Eine Partnerschaft, die Petra Weßling sehr viel bedeutet. Foto: Marc Brenzel

„Ich hatte den besten Platz im ganzen Rathaus“, schwärmt Petra Weßling von ihrem Traumjob. Seit 1991 arbeitet Weßling für die Gemeinde Metelen, seit 1998 im Vorzimmer der Bürgermeister. „Ich bin kommunikativ und organisiere gerne. Daher war diese Tätigkeit genau meine.“

Zum 31. Dezember scheidet die 63-Jährige aus dem Dienst aus. Obwohl das nur bedingt stimmt, denn bis Ende des laufenden Schuljahres kümmert sich die Metelenerin noch an einem Tag in der Woche um die Offene Ganztagsschule (OGS). „Bis diese einen neuen Träger bekommt begleite ich den Prozess. Mir ist sehr daran gelegen, dass die OGS in sehr gute Hände kommt“, konkretisiert Weßling.

Die OGS und die Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Château-Renard – das waren und sind die beiden großen Themen, denen sich Weßling widmete und die sie als „meine Steckenpferde“ bezeichnet.

Château-Renard und Petra Weßling – das ist seit 1984 eine innige Verbindung, in der enorm viel Herzblut steckt und aus der zahlreiche Freundschaften entsprungen sind. So gehörten die Besuche in Frankreich und die Gegenbesuche im Münsterland auch immer zu den Höhepunkten im Berufsleben der Metelenerin. Der Sprache mächtig fungierte Weßling dabei regelmäßig als Brücke zwischen beiden Kulturen. Die Wertschätzung wird am besten dadurch deutlich, dass sie von den jungen Franzosen gerne als „Mama Jumelage“ tituliert wird, also frei übersetzt als „Mutter der Partnerschaft“.

Nach Frankreich soll es für Weßling im Herbst wieder gehen. Erst in die Bretagne, dann in die Champagne zu Verwandten. „Mein Mann und ich haben einen Wohnwagen, der uns sehr flexibel macht“, freut sich die angehende Ruheständlerin schon.

Mit einem Glas Pastis oder bei einem guten Stück Käse an der Atlantikküste zu sitzen – vielleicht denkt Weßling dann auch noch an ihre Zeit im Metelener Rathaus zurück. Eine Zeit, die vor allem von großer Kollegialität geprägt war. „Wir sind hier ein tolles Team, in dem jeder für jeden da ist. Das wird mir fehlen“, betont die vierfache Großmutter.

Von sich selbst sagt Weßling, dass Sprache genau ihr Ding sei. Da liegt es nahe, sich im Winterhalbjahr in der OGS zu engagieren. „Als Vorleseoma“, schmunzelt die ausscheidende Gemeindemitarbeiterin. „Wie gesagt, ich bin halt kommunikativ und gerne unter Leuten.“

Seit 1998 leitet Weßling auch die Theatergruppe der kfd, die alle zwei Jahre einen bunten Sketchabend plant und durchführt. „Wir sind Frauen zwischen 30 und 80 Jahren. Eine starke Truppe“, findet Weßling, die bei den Veranstaltungen als Moderatorin durch den bunten Abend führt.

In dieser Woche arbeitet Petra Weßling noch, bevor sie sich in den Urlaub und Ende des Jahres in die Rente verabschiedet. Und das ohne großen Bahnhof, denn Corona lässt nichts anderes zu. „Aber vielleicht holen wir das im Sommer nach. Wer weiß, wie sich die Lage bis dahin entwickelt hat?“, versprüht Weßling Optimismus. Einen Optimismus, der in diesen Zeiten richtig ansteckend ist.

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