Metelener feiern das Weihnachtsfest im kleineren Rahmen
Alles ist ein bisschen anders

Metelen -

Corona sorgt dafür, dass Weihnachten in der Vechtegemeinde in diesem Jahr ein wenig anders gefeiert wird als sonst. Aber von dem Virus wollen sich die Metelener nicht kleinkriegen lassen. Sie lassen es sich vielmehr in kleinem Kreise gut gehen: Mit den engsten Familienangehörigen, mit Rehkeule oder mit schlesischen Würstchen mit Püree und Kraut.

Mittwoch, 16.12.2020, 17:18 Uhr aktualisiert: 17.12.2020, 14:24 Uhr
Festlich geschmückt ist Metelen. Damit symbolisiert die Vechtegemeinde, dass sie sich von Corona nicht die Feiertage verderben lässt.
Festlich geschmückt ist Metelen. Damit symbolisiert die Vechtegemeinde, dass sie sich von Corona nicht die Feiertage verderben lässt. Foto: Irmgard Tappe

Der Christbaum auf dem Sendplatz ist festlich geschmückt, die roten und goldenen Kugeln leuchten in den regnerischen Dezembertag hinein. Auch einige Einzelhändler haben ihre Schaufenster weihnachtlich dekoriert. In der Kirche ist die Krippe bereits aufgebaut. Hirten und Schafe haben Position bezogen. Sie warten darauf, dass die heilige Familie ihr Quartier bezieht. Ja, auf den ersten Blick wirkt in der Vechtegemeinde alles wie jedes Jahr zur Vorweihnachtszeit. Doch diese Coronaweihnacht 2020 wird gewiss ruhiger ablaufen als die Weihnachtfeste zuvor, wie WN-Mitarbeiterin Irmgard Tappe erfuhr.

„Mein Mann und ich sind mit unserer Tochter und unserem Enkelkind allein. Die anderen beiden Töchter wohnen in Berlin und in Greifswald. Die werden diesmal nicht kommen“, erzählt Sigrid Wesseler. Das weihnachtliche Familientreffen würden sie im Sommer nachholen, sofern es bis dahin wieder möglich sei. „Hauptsache, wir bleiben alle gesund“, formuliert die Metelenerin ihren Weihnachtswunsch.

Bei Maria und Alfons Speckblanke sitzen am zweiten Weihnachtstag normalerweise 18 Personen am Frühstückstisch. Dann kamen in den vergangenen Jahren stets die sechs Söhne mit ihren Frauen und die vier Enkelkinder zu den Eltern, um gemeinsam im großen Familienkreis Weihnachten zu feiern. „In diesem Jahr fällt das natürlich alles flach. 18 Personen aus sieben verschiedenen Haushalten, das würde ja gegen alle Coronaregeln verstoßen“, sagt Maria Speckblanke. Die Kinder würden deshalb während der drei Feiertage abwechselnd zu einem kurzen Besuch kommen. „Dieses Jahr ist nun mal alles anders“, nimmt sie es gelassen.

Auf alle gewohnten Weihnachtstraditionen müssen die Metelner aber trotz Kontakteinschränkungen und Abstandsregeln nicht verzichten. Peter Scholz hat den Christbaum bereits aufgestellt und freut sich schon auf die schlesische Weißwurst mit Sauerkraut und Püree am Heiligen Abend. An diesem Ritual hält der gebürtige Schlesier fest. „Ansonsten feiern wir Weihnachten in diesem Jahr sehr bescheiden im kleinen Familienkreis. Da wir zur Risikogruppe zählen, sind wir äußerst vorsichtig“, sagt der Metelener.

Franz Laurenz und seine Frau blicken ebenfalls einem besinnlichen Fest entgegen. „Angela und ich werden gemeinsam eine Rehkeule zubereiten. Wir kochen nämlich beide gerne“, verrät Laurenz. An einem der Feiertage werde ihr Sohn mit seiner Partnerin kommen. Ansonsten seien sie allein. Für das Ehepaar Laurenz gehört auch ein Gottesdienst zum Weihnachtsfest. „Wir haben uns rechtzeitig dazu angemeldet. Denn damit die Abstandsregeln eingehalten werden können, ist die Zahl der Plätze in der Kirche begrenzt“, sagt Laurenz.

Sehr vorsichtig verhalten sich Hans Hoffmeister und seine Frau Carmen. Deshalb werden sie den Heiligen Abend allein verbringen und sich wie jedes Jahr den „Kleinen Lord“ im Fernsehen ansehen. Auf eine weihnachtlich geschmückte Wohnung möchten die Hoffmeisters jedoch nicht verzichten. Hoffmeister erzählt von seinem mit roten Kugeln geschmückten Christbaum sowie von der handgeschnitzten Pyramide und von der Spieluhr, aus der klassische Weihnachtslieder erklingen. „Meine Frau freut sich jetzt schon auf das Dekorieren“, bemerkt der pensionierte Lehrer. Am ersten Weihnachtstag würden sie eine alleinstehende Bekannte einladen, deren Angehörige verstorben seien. „Damit sie an Weihnachten nicht einsam sein muss. Wir werden die Abstandsregeln einhalten und eine Maske tragen. Zusätzlich haben wir ein Luftfiltergerät, was wir einschalten“, sagt Hoffmeister, dem die Corona-bedingten Maßnahmen nichts ausmachen. „Gemessen an den Problemen in Afrika und anderen Ländern weltweit“, bemerkt Hoffmeister, „können wir uns doch glücklich schätzen. Wir haben genügend zu essen und leben in Frieden.“

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