Jäger müssen mit Corona-Einschränkungen leben
Kein Halali in Metelen

Metelen -

Die Jäger in Metelen bekommen auch die Pandemie zu spüren. Treibjagden gibt es nicht mehr, was Auswirkungen auf die Population haben könnte. Und auch die Wildbret-Liebhaber müssen sich einschränken.

Donnerstag, 17.12.2020, 14:24 Uhr aktualisiert: 18.12.2020, 13:25 Uhr
Gejagt werden darf nur in kleinen Gruppen. Das führt unter anderem dazu, dass nicht soviel Strecke wie sonst gemacht werden kann.
Gejagt werden darf nur in kleinen Gruppen. Das führt unter anderem dazu, dass nicht soviel Strecke wie sonst gemacht werden kann.

Corona schränkt auch den Radius der Jäger ein. Und das nicht zu knapp. Was die Waidmänner traurig stimmt, sorgt hingegen beim Niederwild für Hochgefühle. Hase, Fasan, Kaninchen, Taube, Gans oder Ente – sie alle werden derzeit weniger bejagt.

Zu Jagen ist zwar weiterhin erlaubt, doch durch die Hygiene-Regeln ist es in der herkömmlichen Form beschnitten. „Auf dem Einzelansitz oder in der Gruppe mit maximal vier Personen aus zwei Haushalten geht es noch, aber die klassischen Treibjagden sind verboten“, erklärt Mark Langhorst, der Metelener Hegeringsleiter.

Das wirkt sich teils nachhaltig auf die Population aus, denn die vierköpfigen Jagdgruppen – so genannte Klüngeljagden – können einfach nicht genügend erlegen. Das führt dazu, dass speziell bei den Fasanen ein Missverhältnis der Geschlechter entstehen kann. „Es gibt zu viele Hähne auf zu wenig Hennen. Daraus resultiert im Endeffekt, dass die Hennen nicht mehr ausreichend und in Ruhe brüten“, erklärt Lan­g­horst.

Auf der anderen Seite nimmt der Bestand anderer Arten zu. Wie zum Beispiel der der Tauben und Gänse. Davon würde es jetzt schon so viele geben, dass die Landwirte nicht begeistert seien, so Langhorst. „Und wenn wir da jetzt nicht richtig Strecke machen können, wird das mit der Bejagung im nächsten Jahr noch schwerer.“

Die zum Hochwild zählenden Wildschweine sind den Landwirte ein Dorn im Auge. Das hat mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu tun, die bislang vorwiegend in den neuen Bundesländern aufgetreten ist. Die müsse, darüber sind sich Politik und Waidmänner einig, unbedingt aufgehalten werden. Daher ist die Drückjagd (Gemeinschaftsjagd auf Hochwild) auf diese Exemplare, die hier als seltenes Wechselwild gelten, sogar von der Landesregierung erwünscht, aber teils auch untersagt.

Dass aktuell weniger geschossen wird, bekommt auch der Verbraucher zu spüren. Wildbret wird immer beliebter, weil es schmackhaft und gesund ist. „Aber so wie es jetzt läuft, können wir der Nachfrage nicht mehr gerecht werden“, weiß Langhorst, der sein eigenes Wildbret selbst verarbeitet.

Ähnlich wie bei vielen Vereinen gab es auch beim Metelener Hegering, dem insgesamt 126 Jäger angeschlossen sind, in diesem Jahr so gut wie kein gesellschaftliches Leben. „Jahreshauptversammlung, Übungsschießen, Sommerfahrt, Flintentraining, die großen Treibjagden – alles ist ausgefallen“, listet Langhorst auf, der sich gerne mal wieder ein Halali wünschen würde. Aber daran ist in Corona-Zeiten nicht zu denken, und so bleiben die Jagdhörner zuhause in ihren Futteralen.

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