Katholische Christen können in der Kirche feiern
Eine große Herausforderung

Metelen -

Unter strengen Vorgaben dürfen die katholischen Christen in Metelen gemeinsam Weihnachtsmessen in der Kirche feiern. Im Vorfeld gab es dafür ein Anmeldeverfahren. Zudem wird vor der Kirche ein Zeltdach aufgebaut.

Montag, 21.12.2020, 06:18 Uhr aktualisiert: 21.12.2020, 06:20 Uhr
Auf dem Kirchvorplatz wird ein Zeltdach aufgebaut, unter dem 150 bis 180 Personen Platz finden.
Auf dem Kirchvorplatz wird ein Zeltdach aufgebaut, unter dem 150 bis 180 Personen Platz finden. Foto: Marc Brenzel

Selber Weihnachtslieder singen in der Kirche? Geht in diesem Jahr wegen Corona nicht. Aber sie anhören, das geht. Etwa zwei bis drei Lieder, schätzt Pastor Thomas Stapper, werden jeweils in den Gottesdiensten zu Weihnachten von einer CD eingespielt. Er weiß, dass viele Kirchenbesucher das Nichtsingendürfen bedauern und dass die Atmosphäre dann nicht dieselbe ist, wie wenn man gemeinschaftlich dem feierlichen Gefühl auf diese Weise Ausdruck verleiht. „Vielleicht kann man ja unter der Maske ein wenig mitsummen“, überlegt er. Das Orgelspiel bleibt von den Einschränkungen unberührt.

Dass es – selbstredend unter Einhaltung der strengen Vorgaben – überhaupt möglich ist, zum Weihnachtsfest Messen in der Pfarrkirche zu feiern, macht ihn gleichwohl froh. Eher ungern denkt er zurück an die Bedingungen zum Osterfest, als die Kirche geschlossen werden musste und nur eine Aufzeichnung mit ihm im Internet zu sehen war. „Ein Gottesdienst ist ein lebendiges Geschehen und es braucht Menschen, die daran teilnehmen.“ Um das realisieren zu können, gab es im Vorfeld ein Anmeldeverfahren, denn die Plätze in der Kirche sind begrenzt und einige Messen erfahrungsgemäß stark frequentiert. Die abgegebenen Zettel wurden entsprechend der zeitlichen Reihenfolge sowie unter Berücksichtigung des angegebenen Erst- oder Zweitwunsches zum Besuch einer Messe sortiert. Das Verfahren ist jetzt abgeschlossen, am Freitag sind die Mitteilungen in die Post gegangen. „Jeder bekommt einen Bescheid“, betont Stapper. Unter Umständen könne auch eine Absage dabei ein. Nämlich dann, wenn die Anmeldung zu spät und kein zweiter Termin als Alternative angegeben wurde. Eingelassene Besucher müssen sich unter anderem darauf einstellen, von Ordnern an ihren Platz gebracht zu werden, eine freie Wahl der Kirchenbank ist laut Stapper nicht möglich.

Weniger eingeschränkt sind Gläubige, die unter einem Zeltdach die Gottesdienste via Großbildschirm verfolgen wollen. Am heutigen Montag (21. Dezember) wird es vor der Brauttür aufgebaut. Stappers Angaben zufolge hat es Maße wie ein großes Festzelt, außerdem Beleuchtung, aber keine Seitenwände. Der Boden bleibt mit Rasen und Pflastersteinen unverändert. 150 bis 180 Personen finden hier entsprechend den aktuellen Vorschriften einen Stehplatz. Anmeldungen fürs Zelt sind nicht erforderlich.

„Ich bin dankbar, dass wir trotz allem das Weihnachtsfest feiern können“, sagt der Pastor und erzählt in diesem Zuge von vielen Helfern, die alle dazu beigetragen haben. Auch logistisch seien Vorbereitung und Durchführung eine große Herausforderung. „Weihnachten“, resümiert er abschließend, „ist ein sehr emotionales Fest. Und es ist gut, dass wir gerade in dieser Zeit den Menschen Kraft und Zuversicht schenken können.“

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