Liveübertragung der Festgottesdienste unters Zeltdach
Froh, Weihnachten feiern zu können

Metelen -

Die katholische Kirchengemeinde feierte die Weihnachtsgottesdienst mit wenigen Gläubigen in der Kirche und einer Freiluft-Übertragung auf dem Kirchenvorplatz unter einem Zeltdach. Metelens Pfarrer Thomas Stapper zeigte sich froh darüber, Weihnachten feiern zu dürfen.

Montag, 28.12.2020, 06:00 Uhr
Nur wenige Gläubige nutzten am ersten Weihnachtag die Gelegenheit, unter dem Zeltdach auf dem Kirchenvorplatz den Festgottesdienst auf den beiden Großbildschirmen live zu verfolgen.
Nur wenige Gläubige nutzten am ersten Weihnachtag die Gelegenheit, unter dem Zeltdach auf dem Kirchenvorplatz den Festgottesdienst auf den beiden Großbildschirmen live zu verfolgen. Foto: Dorothee Zimmer

Es ist kalt am ersten Weihnachtstag. Die Sonne steht am blauen Himmel, in der Nacht hat es gefroren. Wer an diesem Morgen um 10.30 Uhr den Festgottesdienst in der Pfarrkirche besuchen will und keine Platzkarte in einer Kirchenbank hat, dem bleibt immer noch die Option, sich – warm eingepackt und natürlich auch hier: mit Maske, Abstand sowie erfolgter Händedesinfektion – unter das auf dem Kirchenvorplatz aufgebaute Zeltdach zu stellen.

Über einen der beiden dort installierten Großbildschirme haben die Gläubigen einen guten Blick auf den Altarraum. Die Sicht ist ungefähr so, als säße man in Höhe der fünften Bankreihe, also relativ weit vorne. Vom Sitzen kann draußen keine Rede sein. Zwölf Männer und Frauen haben sich großflächig verteilt – alle stehen. Niemand hat eine Sitzgelegenheit mitgebracht. Vermutlich wäre diese auch gar nicht erlaubt.

Neben der optischen Übertragung ist die akustische genauso hervorragend. Pastor Thomas Stapper sagt zur Begrüßung: „Wir sind froh und dankbar, dass wir Weihnachten feiern können.“ Dann zitiert er einen Spruch, der Anfang des Jahres die Runde machte: „Lieber Gott, kannst du bitte 2020 löschen? Es hat einen Virus.“ Der Pastor wirbt für Achtsamkeit und Mitgefühl untereinander und erzählt von der weihnachtlichen Botschaft. „Die Geburt Jesu“, so resümiert er schließlich, „ist die Neuinstallation unseres Verhältnisses zu Gott.“

Gelegentlich kommen Passanten über die Kirchstraße, darunter eine Frau mit einem Hund. Beide hocken sich hin, verweilen einen Moment mit Blick auf den Bildschirm, dann gehen sie ihrer Wege. Kurze Zeit später fährt ein kleiner Transporter vor eines der Häuser. Autotüren werden geöffnet und wieder zugeworfen. Kann man rasch ausblenden. Und statt dessen besondere Klänge genießen: Die Musik aus der Kirche fördert die weihnachtliche Stimmung – gespielt von Orgel und weiteren Instrumenten sowie Liedern von einer CD.

Pastoralreferentin Ruth Bentler bezieht sich auf eine Umfrage zum Thema „Wie sieht ein perfektes Weihnachtsfest aus?“ Gutes Essen in harmonischer Gemeinschaft und das Zusammensein mit der Familie waren offenbar vielen Gefragten wichtig. Häufig genannt wurde auch der Wunsch, Gottesdienste mitzufeiern, einen geschmückten Tannenbaum zu haben und Weihnachten mit Schnee zu erleben. Beim Vergleich mit dem Weihnachtsfest 2020, bei dem es wegen Corona nun viele Einschränkungen gebe und dem ersten, als Jesus in ganz armselige Umstände hineingeboren wurde, schnitt Bentlers Ausführungen zufolge das diesjährige deutlich besser ab. „Und doch war das erste das beste. Denn da begann die Liebesgeschichte zwischen Gott und den Menschen. Und daran schreibt Gott immer noch.“ Eine schöne Vorstellung, die auch dann anrührt, wenn man „nur“ unter einem Zeltdach steht.

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