Mädchen und Jungen sammeln für Kinder in der Ukraine
Sternsinger klopfen diesmal nicht an

Metelen -

Die Kostüme, Kronen und auch der Stern zu Bethlehem bleiben in diesem Jahr im Schrank. Dennoch ziehen Mädchen und Jungen von Tür zu Tür, um dort den Segen der Sternsinger und ein Begleitschreiben in die Briefkästen zu werfen. Sie sammeln in diesem Jahr vornehmlich für Kinder in der Ukraine. Diese müssen oft allein aufwachsen, da die Eltern im Ausland arbeiten.

Mittwoch, 06.01.2021, 06:00 Uhr
An diesem Haus sind die Sternsinger willkommen. Die Segenswünsche der vergangenen sieben Jahre sind am Eingang aufgeklebt. Fine und Lena sind diesmal allerdings nicht als Sternsinger verkleidet unterwegs, sondern werfen lediglich den Segen und ein Begleitschreiben der Gemeinde in die Briefkästen.
An diesem Haus sind die Sternsinger willkommen. Die Segenswünsche der vergangenen sieben Jahre sind am Eingang aufgeklebt. Fine und Lena sind diesmal allerdings nicht als Sternsinger verkleidet unterwegs, sondern werfen lediglich den Segen und ein Begleitschreiben der Gemeinde in die Briefkästen. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Gleich zwei Aussendungsgottesdienste standen am Beginn der sicherlich ungewöhnlichste Sternsingeraktion aller Zeiten im Ort. Aufgrund der Corona-Bestimmungen hatte die katholische Kirchengemeinde die Schar der insgesamt 67 Sternsinger diesmal aufgeteilt. Pastoralreferentin Ruth Bentler schickte die Kinder aus, um in diesem Jahr vor allem für Kinder in der Ukraine zu sammeln.

„Als Jesus gelebt hat, galten Kinder nicht viel“, erläuterte Bentler in ihren einführenden Worten und schlug so den Bogen zum Matthäusevangelium. Dass auch auf dieser Welt viele Kinder nicht so behütet aufwachsen, wie in den allermeisten Familien des Ortes, schilderte die Pastoralreferentin mit Blick auf das Beispielland der diesjährigen Aktion, die Ukraine.

In dem osteuropäischen Land sind viele Eltern aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, die Kinder zu verlassen, um im Ausland den Lebensunterhalt für die Familie zu verdienen. „Viele Kinder werden dort ohne Eltern groß“, beschrieb Bentler die Situation. „Väter und Mütter sind nicht da und so wachsen die Mädchen und Jungen bei Großeltern, Verwandten, Nachbarn auf – oder sie bleiben auch ganz sich selber überlassen.“

Mit der Sternsingeraktion sollen deshalb auch Einrichtungen unterstützt werden, die den Kindern in der schweren Zeit eine Zuflucht bieten, wo sie sich treffen, Essen bekommen, wo sie auch spielen können. „Macht euch auf den Weg für die Kinder in der Ukraine!“, rief Bentler den Sternsingern zu, die vielfach mit ihren Eltern in die Pfarrkirche gekommen waren.

Nachdem die Briefe und vor allem die Segenssprüche mit der bekannten Formel 20*C+M+B+21 (Christus mansionem benedicat, Christus segne jenes Haus) gesegnet worden waren, wurden diese an die Mädchen und Jungen verteilt, die sich sogleich auf den Weg machten.

Fine und Lena etwa hatten einen Bezirk ganz in der Nähe der elterlichen Hauses bekommen. In den Vorjahren waren die beiden heute Zehnjährigen stets verkleidet unterwegs – als die drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar plus einem weiteren Kind, das den Stern trug. Das war alle Jahre zuvor so, doch bei der ersten Sternsinger-Aktion unter Corona-Vorzeichen ist das Klopfen an den Türen des Ortes eben nicht erlaubt und Singen schon mal gar nicht.

Es ist ein stummes Sternsingen in diesem Jahr, doch Fine und Lena sind dicke Freundinnen, besuchen die gleiche Klasse in der gleichen Schule und machen sich mit Freude auf die Tour. „Na ja, Süßigkeiten wird es in diesem Jahr wohl keine geben“, blicken die beiden Mädchen mit Sehnsucht auf die Vorjahre zurück. „Da sind wir mit einem Bollerwagen umhergezogen und der war am Ende des Tages voll“, erzählt Fine und Lena ergänzt, dass im Anschluss immer getauscht wurde – Lakritze etwa, die sie gar nicht gerne mag gegen andere Süßigkeiten, die die drei Weisen aus dem Morgenland und der Sternträger von ihrem Besuch an der Türen des Ortes mit zurück brachten.

„Vielleicht ist das auch ein Grund, warum wir in diesem Jahr nur 67 Sternsinger haben“, sinniert Ruth Bentler über die Resonanz auf den Aufruf der Kirchengemeinde. „In den Vorjahren waren es immer hundert Kinder.“

Sie hofft darauf, dass sich die Menschen des Ortes auch ohne die persönliche Ansprache der Sternsinger für die Aktion erwärmen und auf das Konto der katholischen Kirchengemeinde mit der IBAN-Nummer DE26 4016  4024  4300  1484 00 spenden, Stichwort: Sternsinger.

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