Corona-Impftermin: Alle Bewohner über 80 Jahren behandelt
Große Erleichterung im St.-Ida-Haus

Donnerstag, 07.01.2021, 06:00 Uhr
Im St.-Ida-Haus wurden am Mittwoch Bewohner und Mitarbeiter des Hauses gegen das Coronavirus geimpft.
Im St.-Ida-Haus wurden am Mittwoch Bewohner und Mitarbeiter des Hauses gegen das Coronavirus geimpft. Foto: Johannes Oetz

Luise Weritz aus der gleichnamigen Praxis nahm zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen am Nachmittag die Impfungen vor. Besucher waren nicht im Haus zugelassen, auch die Presse musste draußen bleiben. Auf Nachfrage erläuterte die Leiterin des Hauses, Petra Brauckmann, dass in diversen Räumlichkeiten des St.-Ida-Hauses geimpft werde. Die Aufteilung sei auch deshalb gewählt worden, um verschiedene Gruppen auseinanderhalten zu können. Behandelt wurde auch auf den Bewohnerzimmern des Hauses.

Die im zweiten Obergeschoss des Hauses untergebrachte Ergotherapie war der Bereich, in dem der Impfstoff gelagert wurde. Der Inhalt der Impfampullen wurde für die Injektion portioniert. „In der Ergotherapie gibt es einen Raum mit einem für die Impfung nutzbaren Kühlschrank“, berichtete Petra Brauckmann.

Die Anlieferung des raren Impfstoffs war dem Haus für die Zeit zwischen neun und zehn Uhr angekündigt worden. Geliefert wurde mit nur leichter Verspätung um 10.19 Uhr, notierte die Hausleiterin. „Ich persönlich musste die Lieferung (ein Karton mit Spritzen und Zubehör und eine Kühlbox mit den Impfstoff-Fläschchen) entgegennehmen und dann den Lieferanten bis zum Kühlschrank begleiten. Dort wurden die verplombte Kühlbox in meinem Beisein geöffnet, die Temperatur kontrolliert (5° C), alle Kühlteile und Verpackungsmaterial entfernt und dann musste ich die Impfstofffläschen aus der Box nehmen, kontrollieren und sofort in den Kühlschrank stellen.“

Eine genau festgelegte Prozedur also, die mit der Dokumentation und der Unterschrift unter die Begleitpapiere endete. Das St.-Ida-Haus war impfklar – nicht zuletzt auch nach einem letzten Corona-Check. „Wir haben vor dem Impfen alle Bewohner und Mitarbeiter nochmals schnell getestet“, meldete die Heimleitung. Am Nachmittag kam dann das Impfteam um Luise Weritz ins Haus und bereitete alles vor.

Petra Brauckmann selber ging mit gutem Beispiel für die Mitarbeiter des Hauses voran und ließ sich impfen. Immerhin 76 Prozent des Personals – genau 47 von 62 Mitarbeitern – ließen sich ebenfalls die Spritze verabreichen. „Das ist super!“, so Petra Brauckmann, die bedauerte, dass fünf Mitarbeiter gesundheitsbedingt nicht geimpft werden konnten.

Auch unter den Bewohnern des Hauses gab es am Mittwoch drei Personen, die nicht geimpft werden durften. Sie befanden sich in der Schlussphase der Quarantäne aufgrund einer Corona-Infektion. Für diese und auch für die Mitarbeiter, die den Termin nicht wahrnehmen konnten, soll nun nach einem neuen Sammeltermin gesucht werden.

Ansonsten habe es unter den Bewohnern eine große Impfbereitschaft gegeben, berichtete Petra Brauckmann. Als erster ließ sich Werner Paßlick vom Bewohnerbeirat die Injektion verabreichen. 27 weitere Bewohner des Hauses erhielten demnach am Mittwoch die erste von zwei Injektionen gegen das Coronavirus – unter ihnen auch als ältester der 102-jährige August Wessling. Geimpft wurden allerdings nur diejenigen Bewohner, die 80 Jahre und älter sind. Neben den Bewohnern der Einrichtung nutzten auch elf Mieter aus dem Betreuten Wohnen die Gelegenheit, sich gegen das Virus behandeln zu lassen.

Abgesehen von den drei noch Corona-Positiven Bewohnern des Hauses und Bewohnern, die sich derzeit im Krankenhaus befänden, gebe es eine 100-prozentige Impfquote im Haus, zeigte sich Petra Brauckmann erleichtert.

Mit den „überzähligen“ Wirkstoff-Dosen, so Brauckmann weiter, sollten auch Mitarbeiter des ambulanten Betreuungsdienstes des Hauses wie Rettungssanitäter des Kreises Steinfurt behandelt werden. Diese Personen wurden – wie auch die Mieter des Betreuten Wohnens – im Speisesaal des Hauses geimpft, der sich gleich im Eingangsbereich befindet – ein Teil der Strategie des Impftages im St.-Ida-Haus, um Kontakte zu vermeiden.

Im Gespräch war Petra Brauckmann die Erleichterung über den Beginn der Impfaktion deutlich anzumerken – gerade auch vor dem Hintergrund der schlimmen Erfahrungen, die das Haus im Vorjahr mit dem Coronavirus machen musste, als elf Bewohner an den Folgen der Erkrankung starben. Die Leiterin des Seniorenzentrums appellierte: „Lasst euch impfen!“

Während die NRW-Landesregierung auch am Mittwoch noch keine Angaben darüber machen konnte, wann sich Menschen der Risikogruppe für einen Termin in den Impfzentren anmelden können (www.land.nrw/de/corona/impfung), gibt es für die Mitarbeiter und Bewohner des St.-Ida-Hauses bereits ein Datum für die zweite Impfung, die dann von Ärzten der Gemeinschaftspraxis am Schilden in der Einrichtung durchgeführt wird – in genau drei Wochen, am 27. Januar.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7754430?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686835%2F
Nachrichten-Ticker