Rat: Vorschläge zur Energieeinsparung und zum Vergabeverfahren
Ideenschmiede für neue Baugebiete

Metelen -

Gedanken über die ökologische Gestaltung künftiger Baugebiete machten sich im Zusammenhang mit den Etatberatungen die Fraktionen im Gemeinderat. Auch das Vergabeverfahren für kommunale Bauplätze soll nach dem Willen von UWG und Grünen geändert werden.

Mittwoch, 24.02.2021, 06:00 Uhr
Aktuelles Baugebiet in Metelen ist „Am Schützenwald“. Für die Planung und die Vergabe kommunaler Grundstücke in künftigen Gebieten gaben die Fraktionen im Gemeinderat jetzt unterschiedliche Anregungen. Beschlossen ist bereits, dass der Anteil an Mietwohnungen künftig mindestens zehn Prozent betragen soll.
Aktuelles Baugebiet in Metelen ist „Am Schützenwald“. Für die Planung und die Vergabe kommunaler Grundstücke in künftigen Gebieten gaben die Fraktionen im Gemeinderat jetzt unterschiedliche Anregungen. Beschlossen ist bereits, dass der Anteil an Mietwohnungen künftig mindestens zehn Prozent betragen soll. Foto: Dieter Huge sive Huwe

In einem Punkt sind sich die Fraktionen im Gemeinderat einig: Eine Erhöhung der Zahl der Einwohner soll den Ort nicht nur mittelfristig attraktiv halten, sondern auch die Finanzen der Kommune stärken. Über die Wege, mehr Menschen in den Ort zu holen, gibt es allerdings durchaus unterschiedliche Ansichten. Bei der Baulandplanung wurden sie im Rahmen der Haushaltsplanberatungen deutlich. Hier präsentierten die einzelnen Fraktionen durchaus unterschiedliche Ansätze.

Die Sozialdemokraten machten den Vorschlag, bei der künftigen Ausweisung von Baugebieten grundsätzlich einen Anteil von zehn Prozent für Mietwohnungen vorzusehen. Die SPD argumentiert, dass es schwierig sei, in Metelen eine Wohnung zu finden. Insbesondere junge Menschen, die von Daheim auszögen, fänden vor Ort keine Bleibe und wichen in die Nachbarkommunen aus. Aber auch Senioren, die noch im eigenen Haus wohnten, wünschten sich solche Angebote. Der Gemeinderat schloss sich dem Vorschlag der SPD an. Ausnahmen von der ab sofort geltenden Zehn-Prozent-Regelung sind demnächst zu begründen.

Die Bündnisgrünen haben speziell das in Planung befindliche Baugebiet an der Wettringener Straße im Auge. Im Bebauungsplan sollte ihrer Ansicht nach festgeschrieben werden, dass die Dachflächen so ausgerichtet werden, dass sie optimal zur Nutzung von Solarenergie geeignet ist. Flachdach-Häuser sollten begrünt werden und generell gelte es auf eine kompakte Bauweise zu achten. Für die Vergabe der Kaufverträge schlagen die Grünen ein Punktesystem vor. Grobe Richtung: Je mehr Energieeinsparung mit dem neuen Haus möglich ist, um so mehr Punkte werden vergeben. Ab einer festgelegten Punktzahl bestünde demnach ein Anrecht auf den normalen Kaufpreis des Grundstücks. Wird das Punkteziel hingegen verfehlt, steigt der Preis.

Da diese Regelung das bestehende Vergabeverfahren für Baugrundstücke grundlegend verändern würde, ist das Thema ein wenig in die Zeit gesetzt worden. Es soll im dritten Sitzungslauf des Jahres erneut auf den Tisch des Rates kommen.

Dann will sich der Rat auch nochmals mit einem Antrag der UWG beschäftigen, der sich ebenfalls mit der Vergabe von kommunalen Baugrundstücken beschäftigt. Die Wählergemeinschaft will das bislang gültige Windhundprinzip, nach dem derjenige, der sich als Erster bei der Kommune um ein Grundstück bewirbt, auch als Erster den Zuschlag bekommt, aufbrechen.

Die Methode an sich stellt die UWG nicht in Frage, allerdings möchte sie das Verfahren modifizieren. Familiengründer und Familien, die ihr erstes Eigenheim errichten möchten, sollen bevorzugt werden gegenüber Investoren, bei denen die Rendite im Vordergrund steht. Gleichzeitig sollen diese Investoren, so führt die UWG aus, nicht vergrault werden. Dennoch soll die Bevölkerungsgruppe bevorzugt werden, die noch keine Immobilie besitzt.

Die Wählergemeinschaft will die Interessentenliste, welche die Gemeinde führt, unterteilen. Im ersten Teil sollen Bewerber aufgeführt werden, die noch keine Immobilie besitzen, im Teil zwei die übrigen potenziellen Käufer. Zunächst soll bei der Bauplatzvergabe die ersten Liste abgearbeitet werden, erst danach – wenn dann noch Grundstücke frei sind – kämen auch die anderen Bewerber zum Zuge.

Die CDU-Fraktion hatte bereits zum Haushalt des vergangenen Jahres Anträge zum Themenkomplex CO -Reduktion gestellt. Darin hatte sie sich unter anderem auch mit künftigen Baugebieten beschäftigt und gefordert, die Förderung von „Mini-Blockheizkraftwerken“ zu prüfen. Generell sollten nach Ansicht der Union künftige Baugebiete klimagerechter geplant werden. Bereits im Vorfeld müssten mögliche regenerative Energiemodelle geprüft werden. Mit der Thematik beschäftigt sich aktuell die Klimaschutzmanagerin.

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