Was macht Metelens großer Verein während der Pandemie?
Heimatfreunde trotz Corona aktiv

Metelen -

Auch wenn die Türen des Ackerbürgerhauses und von Plagemanns Mühle seit über einem Jahr fast immer geschlossen sind, ruht die Arbeit des Heimatvereins keineswegs. Der Vorstand und aktive Mitglieder kümmern sich um die Vereinsgeschäfte und halten die Gebäude auf Vordermann. Aus den Reihen der Mitglieder wird immer wieder nach einem Neustart gefragt, doch der muss wegen Corona noch warten.

Donnerstag, 08.04.2021, 06:00 Uhr
Das Ackerbürgerhaus (unser Bild) und Plagemanns Mühle, die beiden Aushängeschilder des Heimatvereins, sind zwar nicht verwaist, aber derzeit wegen der Vorgaben der Öffentlichkeit nicht zugänglich
Das Ackerbürgerhaus (unser Bild) und Plagemanns Mühle, die beiden Aushängeschilder des Heimatvereins, sind zwar nicht verwaist, aber derzeit wegen der Vorgaben der Öffentlichkeit nicht zugänglich Foto: HV Metelen

Mehr als ein Jahr mit Lockdowns und Corona-Beschränkungen – das belastet die Arbeit der Vereine. Der örtliche Heimatverein mit seinen mehr als 800 Mitgliedern ist, abgesehen von einzelnen, kleinen Aktionen wie etwa dem Online-Palmstockbasteln, in der Öffentlichkeit nicht mehr präsent. Dass hinter den Kulissen dennoch die Vereinsarbeit weiterläuft, berichtete Heimatvereins-Vorsitzender Bernhard Iking im Gespräch mit Redakteur Dieter Huge sive Huwe.

 

Der Heimatverein hat viele Mitglieder, die aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe gehören. Ist auch das ein Grund, die Aktivitäten auf Sparflamme zu setzten?

 

Bernhard Iking: Sicherlich haben wir etliche Heimatfreunde, die durchaus betagt sind. Doch gibt es auch viele Menschen, die so im Alter von 50 bis 60 Jahren zu uns finden. Und die vermissen unsere Angebot sehr. Wir werden von vielen angesprochen, die fragen „Wann geht es endlich wieder los?“ Aber das können wir nicht bestimmen, das bestimmt Corona.

Was wird besonders angefragt?

Iking: Das Interesse an Pättkesfahrten wird immer stärker. Aber auch Aktivitäten wie Boule sind nachgefragt. Wir haben beispielsweise jetzt eine zweite Boule-Gruppe. Bereits im Vorjahr hat sich eine erste Gruppe von Spielern zusammengefunden, die regelmäßig am Donnerstag aktiv ist. Die Nachfrage ist so groß geworden, dass wir nun eine zweite Gruppe gegründet haben – denn mit 15 Menschen zu spielen macht einfach keinen Sinn. Bevor es wieder losgeht, müssen wir natürlich checken, wie die Rahmenbedingungen sind. Aber Sport im Freien ist unter bestimmten Voraussetzungen ja erlaubt.

Die Pättkesfahrer mögen das Fahren in der Gruppe, das Entdecken neuer Ziele, das gemeinsame Gespräch beim Kaffee nach der Tour. All dies war im Vorjahr nicht möglich.

 

Iking: Das ist ein attraktives Angebot, das wir unseren Mitgliedern machen. Man fährt mit, braucht sich um nichts kümmern – und gleiches gilt übrigens auch für die Reisegruppe. Das vermissen die Mitglieder schon sehr.

Es gibt im Heimatverein aber auch Gruppen, die sich regelmäßig zu gemeinsame Einsätzen treffen.

 

Iking: Die sind auch noch sehr aktiv. Die Ökogruppe etwa, die sich regelmäßig um die Mühle und das Außengelände kümmert. Es wird so alles auf Vordermann gehalten.

Apropos Mühle. Die war im Vorjahr ja praktisch gar nicht offen.

 

Iking: Ich erinnere mich, dass wir die Mühle im April geputzt hatten. Im Mai haben wir sie dann noch einmal aufgemacht, das wurde uns unter Auflagen wie dem Führen von Listen erlaubt. Danach wurde es so begrenzt auf wenige Teilnehmer, dass sich der Aufwand nicht lohnte.

Die Mühle ist also verwaist?

 

Iking: Nicht ganz. Wir vom Vorstand und auch aktive Handwerker schauen regelmäßig nach der Technik. Der Vechte-Altarm verschlammt ja immer mehr, und entsprechend muss die Turbine in Abständen gewartet werden. In dem Zusammenhang würde ich mir übrigens wünschen, dass die neue Stauklappe so gebaut wird, dass sie unterzügig angelegt wird. Dass hier eine Sanierung notwendig ist, haben wir schon seit Jahren gesagt – übrigens gilt das auch für die marode Fußgängerbrücke. Nebenbei: Im Sägewerk werden auch Aktivitäten vorbereitet, die in diesem Jahr stattfinden sollen. Dort steht beispielsweise eine Sitzgruppe, die der Heimatverein gespendet bekommen hat und noch aufgestellt werden soll.

Neben diesen Aktivitäten, die aber doch eher hinter den Kulissen stattfinden, können Sie Ihren Mitgliedern aber derzeit keine Angebote machen.

 

Iking: Im Privaten wie im Öffentlichen hat uns die Pandemie beigebracht, uns auf das zu freuen, was wir bis dahin immer als selbstverständlich betrachten haben. Wenn wir jetzt die Mitglieder anrufen und fragen „Kommst du?“, dann sind sie sofort da. Auch ist die Aufmerksamkeit für Kleinigkeiten größer geworden.Ein gutes Beispiel ist etwa der Aufruf des Bundespräsidenten gewesen, eine Kerze zum Gedenken an die Corona-Opfer ins Fenster zu stellen. Josef Fleige hat eine solche ins Fenster des Ackerbürgerhauses gestellt. Sehr gefreut habe ich mich auch über den Anruf einer Mutter, die für ihre Kinder anfragte, wann denn die Holzbastelgruppe wieder stattfinden könne. Das geht derzeit natürlich nicht. Vielleicht können wir aber Angebote unter freiem Himmel machen. Gespiegelt zu bekommen, dass die Angebote vermisst werden, gibt den Aktiven im Verein aber Ansporn, weiterzumachen.

Wie spiegelt sich das brach liegende öffentliche Vereinsleben bei den Mitgliederzahlen wieder?

 

Iking: Das ist erstaunlich. Wir haben 13 neue Mitglieder während der bisherigen Zeit der Pandemie in den Verein aufnehmen können – und das, ohne das Aktionen gelaufen sind.

Schauen wir dennoch auf dieses Jahr in der Hoffnung, dass sich die Situation ab dem Sommer verbessert. Hat der Heimatverein da noch was in der Planung?

 

Iking: Das Kreisjahrbuch, das bereits im Vorjahr hier in Metelen präsentiert werden sollte, wird hoffentlich vor Ort vorgestellt. Und dann gibt es noch ein großes Projekt, dessen Planung schon weit fortgeschritten ist. Ich gehe davon aus, dass wir das ab Herbst umsetzen.

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