Erstes Fahrzeug in der Flotte der Gemeinde
Kommune steigt in E-Mobilität ein

Metelen -

Ein Kastenwagen ist das erste Elektroauto, das im Dienst der Gemeinde Metelen unterwegs ist. Stationiert ist es beim Abwasserwerk, wo es einen in die Jahre gekommenen VW-Caddy ersetzte. Geladen wird die Batterie mit Strom, der im Klärwerk selber produziert wird.

Montag, 19.04.2021, 15:26 Uhr aktualisiert: 20.04.2021, 15:12 Uhr
Der Strom für den nagelneuen Nissan-Kastenwagen des Abwasserwerks liefert ein Blockheizkraftwerk, das die Faulgase aus dem Turm der Kläranlage nutzt.
Der Strom für den nagelneuen Nissan-Kastenwagen des Abwasserwerks liefert ein Blockheizkraftwerk, das die Faulgase aus dem Turm der Kläranlage nutzt. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Die Post machte es vor, etliche Kommunen haben längst welche im Einsatz und jetzt ist auch Metelen an der Reihe: Im Ort fährt das erste Elektroauto in kommunalem Besitz. Der nagelneue und flüsterleise Nissan löst einen in die Jahre gekommene Hochdachkombi ab, mit dem die Mitarbeiter des Abwasserwerks in der Gemeinde unterwegs waren.

Seit zweieinhalb Wochen ist der Kastenwagen mit der etwas sperrigen Modellbezeichnung E-NV200 auf den Straßen der Gemeinde unterwegs – im typischen Orange der Kommunalfahrzeuge lackiert nicht zu übersehen, eher zu überhören. Denn im Gegensatz zu seinem Vorgänger brummt unter der Motorhaube kein Verbrenner mehr, sondern dort sorgt ein umgerechnet 109 PS starker E-Motor für Vortrieb.

Herbert Meiring hat das kleine Nutzfahrzeug schon etliche Kilometer gefahren und findet, dass das Auto perfekt für die Bedürfnisse des Arbeitsalltags geeignet ist. „Die Anzeige steht auf 270 Kilometer, wenn die Batterie voll geladen ist“, schaut er auf das Kaufkriterium vieler privater Autointeressierter – die Reichweite. Für die Anforderungen des Klärwerk-Mobils sei der Wert wohl eher vernachlässigbar, denn in erster Linie ist das Auto innerörtlich unterwegs, wie beispielsweise bei Kontrollfahrten zu den diversen Pumpstationen.

Wesentlich spannender ist da schon der praktische Nutzen des Elektroautos. Dieser zeigt sich beim Öffnen der großen Hecktüren oder auch der seitlichen Schiebetür: Mehr als zwei Meter Ladefläche, die Meiring selber durch Einbauten für das erforderliche Werkzeug ergänzt hat, machen den Nissan zum alltagstauglichen Fahrzeug für die Mitarbeiter des Metelener Abwasserwerks. In Staufächen finden sie alles, was sie vor Ort benötigen.

Mit das Wichtigste ist jedoch ganz hinten am E-Auto angebaut – die Anhängerkupplung. „Die finden Sie nicht bei vielen Modellen“,

 

hat sich Meiring schlau gemacht und bei der Checkliste vor der Ausschreibung auf dieses wichtige Zubehör Wert gelegt. Der kleine Anhänger ist nämlich ideal, um beispielsweise defekte oder überholungsbedürftige Pumpen zu transportieren. Werden diese im Auto selber verstaut, gibt es rasch Ärger mit üblen Gerüchen. Und über die Rückfahrkamera hat der Fahrer zugleich den Hänger hinterm Fahrzeug im Blick.

Aktuell wird der Kastenwagen an einer ganz normalen Steckdose geladen – und zwar nachts. „Das ist der perfekte Zeitpunkt“, erläutert Meiring. Durch das Blockheizkraftwerk des Abwasserwerks, das aus Gas Strom produziert, kommt der „Saft“ fürs E-Mobil aus der eigenen Produktion des Betriebes. Regenerative Energie also, wie sie für die Nutzung von Elektroautos optimal ist. Nachts aufzuladen hat ferner den Vorteil, dass dann genügend Energie aus der Verstromung vor Ort zur Verfügung steht, denn die Hauptarbeitslast und damit auch der Stromverbrauch der Anlage fällt eben tagsüber an.

Meiring erklärt, dass möglicherweise auch noch eine Wallbox installiert wird, an der das Nutzfahrzeug rascher geladen werden kann, als an der Standard-Steckdose. Die früher üblichen Fahrten zur Tankstelle gehören für die Mitarbeiter des Abwasserwerks auf jeden Fall der Vergangenheit an. Ab sofort gibt´s die Energie umsonst – letztlich gewonnen aus dem, was das Klärwerk tagtäglich aus den Kanälen des Ortes herausfiltert.

 

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