Plädoyers stehen bevor
Brandstifter-Prozess auf der Zielgeraden

Münster -

Der Brandstifter-Prozess geht offenbar seinem Ende entgegen. Für Dienstag werden die Plädoyers erwartet, möglicherweise wird sogar auch ein Urteil gesprochen.

Dienstag, 18.11.2014, 05:00 Uhr aktualisiert: 18.11.2014, 07:40 Uhr
Die Serie von Autobrandstiftungen hielt Münster monatelang in Atem.
Die Serie von Autobrandstiftungen hielt Münster monatelang in Atem. Foto: Feuerwehr Münster

Nach mehr als einem halben Jahr steht der Brandstifter-Prozess vor dem Abschluss. Für den heutigen Dienstag werden die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung erwartet, möglicherweise folgt danach direkt das Urteil. Samer S. und Dennis H. wird vorgeworfen, in die Brandserie vom Sommer 2013 verwickelt zu sein, die über mehrere Monate die Münsteraner in Atem hielt.

Beobachter gehen davon aus, dass der Staatsanwalt zumindest für Samer S. eine Haftstrafe fordern wird, seine Verteidiger werden möglicherweise auf Freispruch plädieren. Handfeste Beweise kamen während der monatelangen Verhandlung vor dem Landgericht nicht auf den Tisch – aber viele Indizien. So hielten sich Samer S. und Dennis H. wiederholt in der Nähe jener Stellen auf, an denen Pkw in Brand gerieten oder Wohnungsbrände ausbrachen. Dies hatte die Auswertung ihrer Handydaten ergeben. Dass sie allerdings tatsächlich die Feuer selbst legten, dafür gab es im Verlaufe des Prozesses keine eindeutigen Belege.

Beide Angeklagten hatten lange zu den Vorwürfen geschwiegen. Erst im November äußerte sich Samer S., der seit Jahren bei der Polizei als Intensivstraftäter geführt wird, ausführlich zu den Vorwürfen. Dabei stellte er klar, dass er die Brandstiftungen zugeben würde, wenn er denn für sie verantwortlich wäre – er habe allerdings rein gar nichts mit der Brandserie zu tun.

Mehr als 100 Zeugen waren im Verlaufe des Prozesses gehört worden, der Erkenntniswert hielt sich bei den meisten in Grenzen. Als ergiebig erwiesen sich hingegen die Berichte der münsterischen Polizei, die die Verdächtigen bereits Wochen vor der Festnahme beschattet und ihre Telefonate mitgehört hatte. Am Dienstag könnte sich herausstellen, ob all dies für eine Verurteilung ausreicht – oder ob die Angeklagten womöglich freigesprochen werden.

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