Pkw- und Wohnungsbrandserie in Münster
Zehn Jahre Haft für Hauptangeklagten Samer S.

Münster -

Mit hohen Haftstrafen ging am Dienstag am Landgericht Münster der Brandstifter-Prozess zu Ende. Wegen schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung sind die beiden Angeklagten zu zehn Jahren sowie zu drei Jahren und neun Monaten Freiheitsentzug verurteilt worden. Die Richter lagen damit beim Haupttäter noch über der Forderung der Staatsanwaltschaft, diese hatte für neun Jahre Haft plädiert.

Dienstag, 18.11.2014, 17:06 Uhr aktualisiert: 19.11.2014, 07:51 Uhr
Pkw- und Wohnungsbrandserie in Münster : Zehn Jahre Haft für Hauptangeklagten Samer S.
Die Verteidiger im Brandstifter-Prozess. Foto: Wilfried Gerharz

An 40 Verhandlungstagen, die sich über annähernd acht Monate erstreckten, waren mehr als 230 Zeugen vernommen worden. Die Richter sahen es am Ende als erwiesen an, dass der Hauptangeklagte Samer S. für 13 Brandstiftungen sowie der Mitangeklagte Dennis H. für zwei Brandstiftungen verantwortlich waren.

Die Taten waren Teil einer Brandserie, die im Sommer 2013 monatelang die Menschen in Münster in Atem hielt. Damals gingen mehr als 50 Pkw in Flammen auf, zudem brannte es in vier Tiefgaragen und in den Fluren von drei Häusern.

Das schwerwiegendste Feuer ereignete sich in der Nacht zum 1. November 2013. Damals brannte in einer Tiefgarage in der münsterischen Innenstadt ein Pkw aus, der Rauch zog ins Treppenhaus, mehrere Menschen erlitten Vergiftungen. Am Gebäude entstanden schwere Schäden. Das Gericht sah es am Dienstag als erwiesen an, dass Samer S. das Feuer gelegt hatte.

Dessen Anwalt hatte in seinem Plädoyer einen Freispruch gefordert. Es gebe keinerlei Beweise, dass S. die Brände gelegt habe, kein einziger Zeuge habe vor Gericht bestätigen können, dass der seit Jahren auf seine Abschiebung wartende Intensivstraftäter für die Taten verantwortlich sei.

Der Staatsanwalt sah es hingegen als erwiesen an, dass S. der Haupttäter der Brandserie ist. Er verwies unter anderem darauf, dass das Handy von S. jedes Mal in der Nähe der ihm vorgeworfenen Brände geortet worden war. Die beiden Angeklagten hatten bis zuletzt geleugnet, für die Taten verantwortlich zu sein.

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