Brisanzspiel Preußen Münster gegen Dynamo Dresden
Die Strategie heißt Einschüchtern

Münster -

Massiver Polizeieinsatz, unter anderem mit Wasserwerfern, zur Drittliga-Partie Preußen Münster gegen Dynamo Dresden: Das Risikospiel blieb weitgehend friedlich. Sieben Dresden-Fans wurden zeitweise in Gewahrsam genommen.

Sonntag, 01.02.2015, 20:16 Uhr aktualisiert: 02.02.2015, 11:44 Uhr
Respekteinflößender Empfang für die Fans von Dynamo Dresden: Die Anhänger wurden am Gästeeingang des Preußen-Stadions von einem Wasserwerfer empfangen. Ein zweiter Wasserwerfer war an der Einmündung der Straße Am Berg Fidel gegenüber dem Parkplatz für die Dresdner postiert.
Respekteinflößender Empfang für die Fans von Dynamo Dresden: Die Anhänger wurden am Gästeeingang des Preußen-Stadions von einem Wasserwerfer empfangen. Ein zweiter Wasserwerfer war an der Einmündung der Straße Am Berg Fidel gegenüber dem Parkplatz für die Dresdner postiert. Foto: Wilfried Gerharz

Die Jungs aus dem Dörfchen Wetro bei Bautzen sind am Sonntag schon früh aus den Federn. „Um sechse“, sagt einer in breitem Sächsisch. Bis nach Münster, wo ihr Verein, Dynamo Dresden spielt, ist es ein weiter Weg mit dem Auto. Auch die jungen Männer und Frauen der Polizeieinheit aus Düsseldorf mussten an diesem Sonntag früh aufstehen.

Sie stehen schon seit 11 Uhr im Bereich des Gästeeingangs des Stadions in Berg Fidel. Zusammen mit ungezählten Kollegen aus anderen Teilen Nordrhein-Westfalens, Dutzenden von Polizeieinsatzfahrzeugen, dem dunkelblauen Wasserwerfer. Polizeihunde bellen, etwas entfernt riegeln Kollegen hoch zu Ross Zugänge zu Parkplätzen der Dresdner ab. Rund um das Preußen-Stadion sieht es aus, als ob die Polizei sich auf einen kleinen Krieg vorbereitet hätte.

Fans beim Spiel Dresden gegen Preußen

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  • Vor dem Spiel von Preußen Münster gegen Dynamo Dresden versucht ein riesiges Polizeiaufgebot, für Sicherheit zu sorgen. Foto: Wilfried Gerharz
  • Vor dem Spiel von Preußen Münster gegen Dynamo Dresden versucht ein riesiges Polizeiaufgebot, für Sicherheit zu sorgen. Foto: Wilfried Gerharz
  • Vor dem Spiel von Preußen Münster gegen Dynamo Dresden versucht ein riesiges Polizeiaufgebot, für Sicherheit zu sorgen. Foto: Wilfried Gerharz
  • Vor dem Spiel von Preußen Münster gegen Dynamo Dresden versucht ein riesiges Polizeiaufgebot, für Sicherheit zu sorgen. Foto: Wilfried Gerharz
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  • Vor dem Spiel von Preußen Münster gegen Dynamo Dresden versucht ein riesiges Polizeiaufgebot, für Sicherheit zu sorgen. Foto: Wilfried Gerharz
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  • Vor dem Spiel von Preußen Münster gegen Dynamo Dresden versucht ein riesiges Polizeiaufgebot, für Sicherheit zu sorgen. Foto: Wilfried Gerharz
  • Vor dem Spiel von Preußen Münster gegen Dynamo Dresden versucht ein riesiges Polizeiaufgebot, für Sicherheit zu sorgen. Foto: Wilfried Gerharz
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  • Vor dem Spiel von Preußen Münster gegen Dynamo Dresden versucht ein riesiges Polizeiaufgebot, für Sicherheit zu sorgen. Foto: kv
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  • Vor dem Spiel von Preußen Münster gegen Dynamo Dresden versucht ein riesiges Polizeiaufgebot, für Sicherheit zu sorgen. Foto: kv
  • Vor dem Spiel von Preußen Münster gegen Dynamo Dresden versucht ein riesiges Polizeiaufgebot, für Sicherheit zu sorgen. Foto: kv
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  • Vor dem Spiel von Preußen Münster gegen Dynamo Dresden versucht ein riesiges Polizeiaufgebot, für Sicherheit zu sorgen. Foto: kv

Der martialische Auftritt der Ordnungskräfte gehört zum Konzept, wie Polizeisprecher Roland Vorholt später erklärt, als die Fans – ohne besondere Zwischenfälle – wieder abgezogen sind. Respekteinflößende Polizeipräsenz und „konsequente Trennung der Fangruppen“: Mit dieser Taktik begegnete die Polizei der als „Risikospiel“ eingestuften Partie.

Dynamo-Fans fühlten sich von Polizei „provoziert“

Obwohl sie den Einsatz von Wasserwerfern bei den Spielen ihres Vereins kennen, fühlen sich die Dynamo-Fans vom Auftritt der Polizei „provoziert“, wie Thomas Diedrich, in Aachen lebender Dresdner, sagt. Er ist mit drei Kumpels, die sonst nicht für Dresden brüllen, mit dem Auto gekommen. Die Kumpels tragen jetzt auch die Dynamo-Farben Schwarz-Gelb und erzählen, wie die Polizei schon auf den Autobahn-Raststätten rund um Münster Autos mit sächsischen Kennzeichen aus dem Verkehr gefischt und durchsucht habe. Für die Fans in einem Wagen endet hier die Fahrt, die Polizei fand Pyrotechnik und einen Schlagstock.

Um 12.40 Uhr spuckt ein Shuttle-Bus vom Bahnhof, über den nur 143 Gäste-Fans anreisen, die erste größere Gruppe von Dresden-Anhängern aus. Die jungen Männer spritzen mit Bier, werfen Klopapierrollen in die Luft, posieren vor dem Wasserwerfer und skandieren den von den Pegida-Demos in ihrer Heimatstadt bekannten Spruch: „Lügenpresse, was auf die Fresse.“

Preußen Münster gegen Dynamo Dresden

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  • Beim Spiel des SC Preußen feierte Thorsten Schulz sein Blitzdebüt. Foto: Jürgen Peperhowe
  • Beim Spiel des SC Preußen feierte Thorsten Schulz sein Blitzdebüt. Foto: Jürgen Peperhowe
  • Beim Spiel des SC Preußen feierte Thorsten Schulz sein Blitzdebüt. Foto: Jürgen Peperhowe
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  • Beim Spiel des SC Preußen feierte Thorsten Schulz sein Blitzdebüt. Foto: Jürgen Peperhowe
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  • Beim Spiel des SC Preußen feierte Thorsten Schulz sein Blitzdebüt. Foto: Jürgen Peperhowe
  • Beim Spiel des SC Preußen feierte Thorsten Schulz sein Blitzdebüt. Foto: Jürgen Peperhowe

Banner werden einkassiert

Im Stadion ist später ein Banner zu sehen, auf dem es ironisch mit Hinweis auf die in Dresden beheimatete Pegida heißt: „Hurra, heute ist Peggy da.“ Während des Spiels wird ein Teil des Banners, genauer die Worte „Peggy“ und „da“, einkassiert. Die Dresdner sollen nicht provoziert werden.

Dass sie in der Halbzeitpause versuchen, eine Imbissbude zu zerlegen und später einen Zaun einzureißen, bestätigt die Polizei in ihrer Strategie, heißt es in deren Abschlussbericht. Sieben Dresden-Fans wurden in Gewahrsam genommen, zwölf Anzeigen wegen Sachbeschädigung, verbotenen Einsatzes von Pyrotechnik und Körperverletzung mit Widerstand vorgelegt.

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