Vorschläge für die Zeit nach dem Bahnhof-Neubau
Lieber Fahrradständer in zweiter Etage als weiter Chaos

Münster -

Der Betreiber der Radstation am Bahnhof fordert, das alltägliche Fahrradchaos nach Abschluss der Bauarbeiten dauerhaft zu lösen. Unter anderem schlägt er vor, zweigeschossige Fahrradständer aufzustellen.

Samstag, 07.02.2015, 16:00 Uhr aktualisiert: 07.02.2015, 18:12 Uhr
Für doppelstöckige Fahrradständer, die an anderen Bahnhöfen zum Einsatz kommen sollen, gibt es inzwischen Anbieter.
Für doppelstöckige Fahrradständer, die an anderen Bahnhöfen zum Einsatz kommen sollen, gibt es inzwischen Anbieter. Foto: Firma Orion Bausysteme

„Wenn wir jetzt das Problem nicht lösen, dann lösen wir es gar nicht.“ Georg Hundt ist seit 16 Jahren Betreiber der Radstation am Hauptbahnhof. Und seit 16 Jahren beobachtet er das alltägliche Chaos, wenn sich Radfahrer, Autos, Taxis und Fußgänger auf dem Bahnhofsvorplatz gegenseitig in die Quere kommen. Derzeit ist dieses Areal lahmgelegt, weil das Empfangsgebäude neu gebaut wird. Bis zur Fertigstellung des Neubaus 2016, so Hundts Appell, „muss die Situation neu geregelt werden“. Ansonsten seien die Chancen auf Besserung dauerhaft verspielt.

Fahrrad-Chaos am Bahnhof

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  • Parkchaos an Münsters Hauptbahnhof.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Wegen der Abrissarbeiten müssen...

    Foto: Oliver Werner
  • ...Radfahrer ungewohnte Wege...

    Foto: Oliver Werner
  • ...nehmen, um von der West- auf die Ostseite des Bahnhofs zu kommen.

    Foto: Oliver Werner
  • Hier können keine Räder mehr geparkt werden.

    Foto: Wolfgang Schemann
  • Von der Bahnhofstraße aus...

    Foto: Oliver Werner
  • ...geht es zwischen den Betonabsperrungen hindurch...

    Foto: Oliver Werner
  • ...in den Hamburger Tunnel.

    Foto: hpe
  • Doch am Ost-Ende des Tunnels herrscht Parkplatznot.

    Foto: Oliver Werner
  • So kann es nicht bleiben, entschied die Stadt,...

    Foto: Oliver Werner
  • ...und fordert die Radfahrer auf, ihre Gefährte woanders abzustellen.

    Foto: kal
  • Ausweichmöglichkeiten gibt es zum Beispiel am Bremer Platz.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Betreiber der Radstation am Bahnhof (Archivbild) fordert jetzt, das alltägliche Fahrradchaos nach Abschluss der Bauarbeiten dauerhaft zu lösen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Sein Konzept sieht unter anderem vor, dass es nur an der Ostseite eine Pkw-Vorfahrt errichtet wird. Ob die Stadt das umsetzt?

    Foto: Wilfried Gerharz

Um die Debatte voranzutreiben, hat Hundt selbst ein Konzept erarbeitet und stellt es zur Debatte. Die Eckwerte:

► Auf dem Bahnhofsvorplatz werden weitaus umfassender als bisher Fluchtwege ausgezeichnet. Abgestellte Räder in diesen Bereichen werden konsequent abgeschleppt. „Ziel muss sein, dass Taxi- und Busfahrgäste problemlos das Bahnhofsgebäude erreichen“, so Hundt.

► Um das Chaos unmittelbar an der Bahnhofsvorfahrt zu entschärfen, wird der Hamburger Tunnel für die Autodurchfahrt dauerhaft gesperrt. Die Vorfahrt selbst ist exklusiv für Taxis bestimmt.

► Eine Pkw-Vorfahrt wird an der Ostseite des Bahnhofs (Bremer Platz) errichtet. Wer auf der Westseite (Haupteingang) vorfährt, muss das Parkhaus Bahnhof benutzen.

► Der Taxistreifen auf der kleinen Bahnhofstraße entfällt. Der dadurch erzielte Platzgewinn wird genutzt, um auf ganzer Länge entlang des Postgebäudes öffentlich nutzbare, kostenlose Fahrradständer in zwei Etagen anbieten zu können. Vorbild könnte der Bahnhof München-Pasing sein, so Georg Hundt. „Wichtig ist es, daraus kein Fahrradfriedhof werden zu lassen.“ Verwaiste Räder müssten regelmäßig entfernt werden.

Georg Hundt hält es darüber hinaus für erforderlich, rechtzeitig die Weichen zu stellen, damit der Verkehr am Hauptbahnhof auf bei weiter wachsenden Bevölkerungszahlen und steigenden Pendlerzahlen abzuwickeln sei.

Stadt und Bahn, so sein Vorschlag, sollten perspektivisch darüber nachdenken, „Treppenaufgänge vom Hamburger Tunnel zu den Gleisen zu schaffen“. Wenn der Hamburger Tunnel, derzeit Münsters am stärksten frequentierter Fußweg, direkt zu den Zügen führe, „bedeutet dies eine Entlastung für den Haupteingang“.  

 

Kommentar zum Thema: Jetzt die Weichen für 2016 stellen

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