25 Verletzte beim Derby Preußen gegen Osnabrück
Mit Pfefferspray und Schlagstock gegen gefährliche Wurfgeschosse

Münster -

(Aktualisiert um 20.25 Uhr) Beim Duell Preußen Münster gegen den VfL Osnabrück ist es erneut zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Vor dem Spiel verletzte ein Preußen-Fan einen Polizisten mit einem Böllerwurf. Nach dem Spiel eskalierte die Gewalt im Gästeblock.

Samstag, 07.02.2015, 20:25 Uhr aktualisiert: 07.02.2015, 20:45 Uhr
Derby Pyrotechnik im Gästeblock
Nach Spielschluss werfen Fans aus dem Gästeblock eine Leuchtfackel in Richung Polizei. Die dringt in den Block vor. Foto: Jürgen Peperhowe

Vor dem Spiel hatten die Vereine alles versucht, um für Entspannung zu sorgen. In einer gemeinsamen Pressekonferenz hatte man das Spiel unter das Motto "Westfälischer Friede " gestellt. Nach dem Spiel kann davon keine Rede mehr sein. 25 Verletzte zählte der SC Preußen, die Polizei legte 19 Strafanzeigen gegen Heim- und Gästefans vor, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch. Zwei Personen wurden in Gewahrsam genommen.

Preußen-Fan wirft Böller auf Polizisten

Dabei fing alles recht friedlich an. Bei der Ankunft der Osnabrücker Fans am Hauptbahnhof in Münster blieb zumindest alles ruhig. Dafür sorgten die Anhänger von Preußen Münster für Ärger. Beim Fanmarsch auf der Hammer Straße wurde ein 25-jähriger Polizist gezielt mit einem Böller beworfen und dabei verletzt, sagt Polizeisprecherin Angela Lüttmann. Er erlitt nach Polizeiangaben ein Knalltrauma.

Während des Spiels wurden aus den Blöcken der Heim- und der Gästefans immer wieder Rauchtöpfe und Bengalos gezündet. Die Preußen-Anhänger provozierten die Gäste mit Schriftzügen auf Bannern. Die Polizei ermittelt wegen Beleidigung.

Vor dem Derby gegen Osnabrück

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  • Preußen-Fans zündeten auf der Hammer Straße Pyrotechnik, auch zwei Nebeltöpfe. Ein Polizist wurde durch einen Böllerwurf verletzt.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Friedlicher verhielten sich die Osnabrücker Fans bei ihrer Anreise.

    Foto: Klaus Möllers
  • Auf dem Bahnsteig erwarten die Polizisten die Fans aus Osnabrück.

    Foto: klm
  • Der Großteil kommt gegen 12 Uhr in Münster an.

    Foto: klm
  • 1700 lila-weiß gekleidete Fans wurden erwartet.

    Foto: klm
  • Die Anhänger der rivalisierenden Vereine wurden getrennt. SCP-Fans hier...

    Foto: klm
  • ...VfL-Fans da.

    Foto: klm
  • Unter den Augen der Polizei lief bei der Anreise alles friedlich ab.

    Foto: klm
  • Die Osnabrück-Fans wurden durch den Nord-Tunnel...

    Foto: Klaus Möllers
  • ...und den abgesperrten Nord-Ausgang...

    Foto: Oliver Werner
  • ...zu den bereitstehenden Bussen geführt.

    Foto: Oliver Werner
  • Getränkeflaschen und -dosen durften die Fußballfans nicht mit in die Busse nehmen, wurde am Bahnhof durchgesagt.

    Foto: Oliver Werner
  • 14 Busse haben die Stadtwerke für die Osnabrücker zur Verfügung gestellt.

    Foto: Oliver Werner
  • Viele Beamte, wenig zu tun...

    Foto: klm
  • ...auch dieser Vierbeiner kam nicht zum Einsatz.

    Foto: Oliver Werner
  • Wegen zahlreicher Vorfälle in der Vergangenheit gilt das Derby als Brisanzspiel.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Fans des SCP wurden über den Süd-Ausgang (Nähe Hamburger Tunnel) aus dem Bahnhof geleitet.

    Foto: Oliver Werner
  • Unter Begleitung der Polizei...

    Foto: Oliver Werner
  • ...fuhren die Busse zur Hammer Straße.

    Foto: Oliver Werner
  • Am Stadion warteten berittene Polizisten...

    Foto: Klaus Möllers
  • ...und ein Wasserwerfer auf die Anhänger beider Mannschaften.

    Foto: Klaus Möllers

Osnabrücker greifen Ordner und Polizisten an

Nach dem Schlusspfiff eskalierte die Gewalt. Im Gästeblock kam es zu Ausschreitungen, Ordner wurden attackiert - zehn von ihnen wurden dabei verletzt. Als die Polizei einschritt, warfen Osnabrücker Fans unter anderem eine Mülltonne, brennende Bengalos und Holzlatten auf Polizisten. Eine Polizistin wurde von einem unbekannten Täter durch einen Flaschenwurf am Kopf verletzt. Die Polizei ging mit Pfefferspray und Schlagstock gegen die Randalierer vor. 

Zunächst wurden nur zwei Personen in Gewahrsam genommen. Doch damit soll es nicht getan sein, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. "Die Polizei wird in den kommenden Tagen anhand des Videomaterials und mit Hilfe von Zeugen weitere Täter ermitteln", sagte Polizeioberrat Wittenbreder am Abend.

Insgesamt habe sich das "Konzept der strikten Fantrennung außerhalb des Stadions" allerdings bewährt, resümierte Polizei-Einsatzleiter Volker Wittenbreder. "Leider überschattete ein massiver Angriff auf die Ordner im Gästeblock nach Spielende das Einsatzgeschehen." Der Sprecher der für den Bahnverkehr zuständigen Bundespolizei, Wolfgang Amberge, zog hingegen ein durchweg positives Fazit: "In unserem Bereich war alles friedlich und ruhig."

Gespielt wurde auch noch

Das Spiel endete übrigens 2:0 . Durch einen Doppelpack von Amaury Bischoff gewann Preußen Münster das Spiel und kletterte zumindest zwischenzeitlich auf Platz eins der Tabelle.

Derby-Bilder: Preußen Münster gegen VfL Osnabrück

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  • Der Matchwinner: Amaury Bischoff schoss beide Tore für den SCP.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Osnabrücks Trainer Maik Walpurgis ist bedient.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • So sehen Sieger aus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußenfans hüllen die Ostkurve zu Spielbeginn in schwarz-grünen Nebel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Auch die Osnabrücker können es nicht lassen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Vor dem Spiel gelöste Stimmung zwischen den Kontrahenten. Der verletzte SCP-Spieler Erik Zenga scherzt mit Osnabrücks Stanislav Iljucentko.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • „Westfälischer Friede“ war das Motto, unter das beide Vereine das Derby im Vorfeld gestellt hatten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Im Spiel ging es trotzdem ordentlich zur Sache. Schulz lässt Iljutcenko abheben.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Auf der Gegenseite fällt Reichwein im Duell mit Iljutcenko.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ex-Preuße Addy-Waku Menga im Duell mit Amaury Bischoff, der Preußen mit einem Doppelpack zum Sieg schoss.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Reichwein im Zweikampf mit Falkenberg

    Foto: Jürgen Peperhowe
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  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
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Am Abend folgt direkt der nächste sportliche Höhepunkt des Tages: Die Basketballer vom UBC Münster kämpfen in der Regionalliga um den Aufstieg. Gegner ist Tabellenführer Köln. Alles zu den Ausschreitungen und Münsters Sport-Samstag im Liveblog:

 
 
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