Fabrizio Ventura dirigiert Musikhochschul-Orchester
Traditionell und modern

Münster -

Der Verfasser des Programmzettels hatte einen großen Andrang vorhergesagt und traf damit ins Schwarze: In der großen Aula am Aasee war fast jeder Stuhl besetzt. Unter der Leitung von Münsters Generalmusikdirektor Fabrizio Ventura begann das Orchester der Musikhochschule Münster mit sphärischen Violinlinien in „Crystallisatio“ von Erkki-Sven Tüür. Drei Flöten bildeten dazu einen minimalistisch-spröden Kontrast. Bald verdichteten sich Orchesterflächen zu riesigen Clustern, die mit computergesteuerten Echos noch wuchtiger wirkten. Nach einer Generalpause stand diesem Szenario plötzlich ein romantisch anmutendes Streicherthema gegenüber. Ein typisches Tüür­-Stück, das moderne und traditionelle Elemente zu einer ganz eigenen Tonsprache verbindet. Tüür, der persönlich im Konzert war, wurde vom Publikum stürmisch gefeiert. Nach 1995 ist er bereits zum zweiten Mal „Composer in Residence“ des am Montag beginnenden Musikhochschul-Festivals „Musik unserer Zeit“.

Sonntag, 19.04.2015, 16:30 Uhr aktualisiert: 20.04.2015, 18:45 Uhr
Fabrizio Ventura dirigierte das Orchester der Musikhochschule Münster.
Fabrizio Ventura dirigierte das Orchester der Musikhochschule Münster. Foto: ukc

Mit der elfjährigen Laetitia Hahn hat die von der Westfälischen Schule für Musik und der Musikhochschule ins Leben gerufene „Jugendakademie“ einen Nachwuchsstar in ihren Reihen. Die Jungstudentin von Dozent Heribert Koch trat bereits mit Klavier-Weltstar Lang Lang im chinesischen Fernsehen auf. Im Konzert in der Aasee-Aula glänzte sie mit Yoshiko Furukawa und Pauline Gropp in Mozarts „Konzert für drei Klaviere“. Unter Venturas Dirigat klang das Orchester wunderbar rhythmisch strukturiert, ja fast schon tänzerisch. Nur schade, dass sich die trockene Akustik der Aasee-Aula trotz brillanter Leistung aller drei Pianistinnen als nicht sehr vorteilhaft für den besonders feinen Klang der historischen Flügel aus der Sammlung Beetz erwies.

Nach der anschließenden Pause erklang Robert Schumanns vierte Sinfonie. Das Orchester bewies in dem großen romantischen Werk mit seinen zahlreichen Kontrasten bis ins kleinste Detail hervorragende Qualität. Einen Sonderapplaus gab es für das wunderschöne Oboensolo. Michael Keller, Dekan der Musikhochschule, meinte: „Ich freue mich sehr über diese großartig gelungene gemeinsame Leistung von Musikschule, Musikhochschule und Theater Münster .“ Recht hat er.

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